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Bückeburg Stadt Mehr Basisarbeit beim Bürger
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00:22 31.03.2018
Albert Brüggemann (Mitte) hält Rückschau auf die Ereignisse des vergangenen Jahres. Quelle: bus
Bückeburg

Die sozialdemokratischen Politiker in der alten Bundesregierung seien wahrhaftig nicht untätig und erfolglos gewesen, hätten aber ihre „gute Politik nicht dazu nutzen können, die Partei aus dem Umfragetief herauszuholen“, schilderte der Vorsitzende seine Bewertung der politischen Lage.

„Im Gegenteil“, führte Brüggemann vor der im Külz-Zimmer des Ratskellers tagenden Versammlung aus, „je länger uns wöchentlich diese Umfragewerte unter die Nase gerieben wurden, umso depressiver wurden wir und suchten nach Gründen und Schuldigen.“ Der Hauptschuldige sei für viele Genossinnen und Genossen wieder einmal der eigene Vorsitzende gewesen. „Und gerade dieser Mann war mit fast 100 Prozent von den Delegierten gewählt worden“, stellte der Berichterstatter fest.

"Ungeschicklichkeiten und Dummheiten"

Dabei hätte die SPD zuvor zeitweilig Umfragewerte „fast so hoch wie bei Willi Brandt“ erzielt. „Leider haben wir aber diese hohe Welle durch Ungeschicklichkeiten und platte Dummheiten kleingeritten“, konstatierte der Vorsitzende. Und: „Hoffentlich lernen wir daraus, dass man Themen aufgreifen muss, die die Menschen im Lande interessieren, und nicht das, was sich einige Theoretiker auf den Parteitagen ausdenken. Das heißt, früh genug Basisarbeit beim Bürger auf der Straße und in den Versammlungen machen. Wenn der Wahlkampf erst begonnen hat, ist das schwerfällige Schiff nicht mehr zu wenden.“

Die SPD habe in vielen Wahlkämpfen immer wieder bewiesen, dass sie den politischen Gegner auch unter schlechten Bedingungen in die Schranken weisen könne, rief Brüggemann in Erinnerung. Und dass man eine Koalition auch ohne großes Getöse zusammenschmieden könne, habe Stephan Weil in Niedersachsen trefflich bewiesen. Hier sei schon 14 Tage nach der Wahl wieder regiert worden.

"Glücksfall" Völlers

Der Vorsitzende bezeichnete Marja-Liisa Völlers als Glücksfall für die hiesige SPD: „Endlich wieder ein Sozialdemokrat aus unserer Heimat in Berlin.“ Auch sie habe begriffen, dass Wahlen nicht in sozialdemokratischen Zirkeln und Versammlungen gewonnen werden, sondern nur beim Wähler auf der Straße.

Im Rechenschaftsbericht erinnerte Brüggemann insbesondere an die Fusion mit dem Ortsverein Cammer, zwei Anträge zum Unterbezirksparteitag (Erweiterung der Befugnisse von Stadt- und Gemeindegremien im Zusammenhang von Volksfesten und innerörtlichen Veranstaltungen, Ablehnung des trassenfernen Neubaus der Bahnstrecke Hannover-Bielefeld), die Aktion „Wo drückt der Schuh?“ im Umfeld der Windmühlenstraße, den Jahresempfang mit Landrat Jörg Farr, dem Landtagsabgeordneten Karsten Becker und Marja-Liisa Völlers sowie an zahlreiche Wahlkampfaktivitäten.

„Unsere Aktiven haben wirklich viel geleistet“, fasste der Vorsitzende das Engagement des aktuell 108 Mitglieder zählenden Ortsvereins zusammen. Und: „Wir Niedersachsen haben schnell und zielorientiert gehandelt. Der Parteivorstand in Berlin muss noch ein paar Lehrstunden beim Präsidenten nehmen.“ Er sei froh, dass es nicht zu Neuwahlen gekommen sei. „Ich möchte jetzt einfach nur einmal Ruhe in der Regierung und zielorientierte Arbeit haben.“ bus