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Mehr als 1000 feiern bei „Rock im Bergbad“

Gelungene Premiere Mehr als 1000 feiern bei „Rock im Bergbad“

Feuerprobe bestanden: Vor mehr als 1000 Besuchern hat „Rock im Bergbad“ seine umjubelte Premiere gefeiert.

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Bei „Rock im Bergbad“ sorgen vier Bands für mächtig Stimmung.

Quelle: jp

Mit vier hochkarätigen Bands, einer ausgeklügelten Licht- und Tontechnik und nicht zuletzt der Liegewiese des Badeparadieses inklusive des einmaligen Landschaftspanoramas aus Harrl und Wesergebirge als Kulisse bot das erste Open-Air-Festival dieser Art und an dieser Stelle seinen Besuchern einen bislang in dieser Kombination seiner Zutaten einmaligen Konzertgenuss.

 Allein das Wetter wollte nicht so ganz mitspielen: Zwar blieb es während der Veranstaltung selbst trocken, doch der lang anhaltende Nieselregen am Vormittag dürfte dafür gesorgt haben, dass nach gut angelaufenem Vorverkauf der Andrang kurz entschlossener Besucher an der Abendkasse wesentlich verhaltener ausfiel, als wenn sich das warme Spätsommerwetter der vergangenen Wochen noch zwei Tage länger gehalten hätte. Ob daher die Rechnung für die Veranstalter auch kommerziell aufgeht und es im kommenden Jahr eine Neuauflage von „Rock im Bergbad“ gibt, wird sich daher erst noch erweisen müssen.

 Musikalisch hatten die Lokalmatadoren Jabba’s Cortex mit ihrem urwüchsigen, stampfenden und (im besten Sinne!) altmodischen Hardrock den Band-Reigen eröffnet, wobei sie nicht nur eigenes Material zum besten gaben, sondern mit „Little Wing“ auch dem großen Jimi Hendrix die Ehre erwiesen.

Wie jung Rockmusik zu halten vermag, bewiesen anschließend The Lords: Deutschlands dienstälteste Beat-Band, deren Anfänge bis ins Jahr 1959 zurückreichen, legte gleich mit ihrem ersten Stück „If you ain’t got love“ vom aktuellen Album „No more than ever“ (zu deutsch: Jetzt erst recht!) eine Vitalität und Energie an den Tag, die das Publikum glatt von den Füßen riss. Am meisten begeisterte die Altherrenriege dabei, wie zu erwarten, mit ihren großen Hits „Gloryland“ und „Poor Boy“, die auch von Fans mitgesungen wurden, die selbst höchstens halb so alt waren wie die Songs selbst.

 Love, Peace und Rock’n’Roll: Deutschlands wohl bekannteste Glamrock-Band Sweety Glitter hat einen besonders großen Koffer in Bückeburg, spätestens seit ihrem legendären Auftritt beim Bürgerschießen im Sommer 2001. Und dieser Koffer war auch an diesem Abend randvoll mit Klassikern und Evergreens aus jener goldenen Epoche, als „Sex & Drugs & Rock’n’Roll“ noch eine Lebenseinstellung und kein Songtitel von Ian Dury war. Ihre stärksten Momente erlebte die Gute-Laune-Zeitreise der fünf Braunschweiger bei „Don’t bring me down“ von ELO und „Heroes“ von David Bowie. Auch als sie auf speziellen Wunsch von Veranstalter Matthias Walter zum Abschluss den „Ballroom Blitz“ von The Sweet einschlagen ließen, kochte die Stimmung über.

 Als wahrer Geniestreich entpuppte sich die Verpflichtung von Ray Wilson: Mit einem Fünfgestirn erstklassiger Begleitmusiker ließ der knorrig-burschikose Schotte, der von 1996 bis 1998 als Nachfolger von Phil Collins bei Genesis sang, die frühe Ära der legendären Prog-Rock-Giganten wieder lebendig werden, inklusive „Carpet Crawlers“ vom 1974er Album „The lamb lies down on broadway“ mit dem legendär hymnischen Refrain „We’ve got to get in to get out“ sowie „Ripples“ vom Folgealbum „A Trick of the Tail“.

Beim Genesis-Klassiker „Mama“ sorgte Wilson für gespenstische Gänsehaut-Momente, um dann ausgerechnet „Congo“, die erste Single vom so unglücklichen 1996er Album „Calling all stations“, als brachialen Bluesrock hinauszudonnern, so als wolle er nachträglich Mike Rutherford und Tony Banks die Faust zeigen. Nach dem lyrischen „American Beauty“ schloss Wilson den musikalischen Bogen, als er in der letzten Zugabe mit dem Grunge-Mitsing-Gassenhauer „Inside“ zu den musikalischen Wurzeln seiner Vor-Genesis-Zeit und seiner Stamm-Band Stiltskin zurückkehrte.  jp

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