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Mehrgenerationenhaus für die Hofwiesen

Zehn-Millionen-Pläne Mehrgenerationenhaus für die Hofwiesen

In den Hofwiesen soll ein Mehrgenerationenhaus errichtet werden. Die Investitionssumme soll bis zu zehn Millionen Euro betragen.

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Die Hofwiesen: In der Verlängerung der Kreissporthalle und der Lulu-von-Stauß-und Torney-Straße soll das Mehrgenerationenhaus errichtet werden.

Quelle: Prägler

Bückeburg.  Initiator des Projektes und Träger der Einrichtung ist der Anfang Februar im Registergericht eingetragene Verein Mehrgenerationenhaus Bückeburg um Initiatorin Manuela Tarbiat-Wündsch. Die Hofkammer beziehungsweise Alexander zu Schaumburg-Lippe will das im Landschaftsschutzgebiet liegende Grundstück zur Verfügung stellen. „Wenn ich nicht schlechter gestellt bin als vorher, ich will daran nichts verdienen“, wie der Bückeburger Schlossherr auf Nachfrage dieser Zeitung erklärte.

 Tarbiat-Wündsch verwies auf Anfrage auf mehrere Gespräche, die Anfang März noch zur Klärung weiterer Details geführt werden. Dann wolle sie sich gegenüber der Öffentlichkeit äußern. In den vergangenen Tagen hat Tarbert-Wündsch das Projekt bereits in mehreren nicht-öffentlichen Sitzungen der Mehrheitsgruppe und der CDU-Fraktion sowie im nicht-öffentlichen Teil des Bau- und Umweltausschusses vorgestellt – im Bauausschuss gemeinsam mit Alexander zu Schaumburg-Lippe. Die Politik äußerte sich unisono positiv über das Mehrgenerationenhaus. Die Standortwahl wird allerdings mit Verweis auf besser geeignete Grundstücke im Stadtgebiet wie das Krankenhaus Bethel, die frei werdende Jägerkaserne oder die Herderschule sehr in Zweifel gezogen. Zudem fehle es an wichtigen Details, um sich eine endgültige Meinung zu bilden, so der Tenor unter den Politikern.

 Die Hofwiesen standen in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach im Interesse von Investoren (siehe Artikel unten). Anfang der achtziger Jahre sollte ein Golfplatz gebaut werden, anschließend eine Senioreneinrichtung des Augustinums. Den letzten Versuch unternahm 1998 das Evangelische Altersheim an der Lulu-von-Strauß-und-Torneystraße, als es einen Erweiterungsbau in den Hofwiesen bauen wollte. Alle Projekte scheiterten letztlich am Widerstand der Bückeburger Bevölkerung, die ihre Hofwiesen als Naherholungsgebiet erhalten wollten.

  Königsbrunn oder

 Taufkirchen als Vorbild

 Nach Informationen dieser Zeitung soll das Mehrgenerationenhaus nach Vorbildern in Königsbrunn oder Taufkirchen errichtet werden. Außer Wohnungen für Jung und Alt sollen zusätzliche Einrichtungen wie eine Kindertagesstätte, ein Kinderhotel, ein Café, Räume für kulturelle Veranstaltungen, ein Fahrradverleih und vieles mehr dazugehören. Behinderte Menschen sollen dort sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze erhalten, wie sich Manuela Tabiat-Wündsch zu einigen Details äußerte: „Insgesamt ein wichtiges sozialgemeinschaftliches Projekt für Bückeburg.“ Sie verwies ansonsten darauf, dass in Gesprächen Anfang März „noch zwei wichtige Sachen“ geklärt werden müssten, ehe sie an die Öffentlichkeit gehen wolle.

 Wer der Investor für das auf zwischen acht bis zehn Millionen Euro Bausumme bezifferte Projekt wird, ist derzeit noch unbekannt. Nach Informationen unserer Zeitung soll sich aber eine Aktiengesellschaft in Gründung befinden, die das Generationenhaus baut. Betreiber soll der Verein Mehrgenerationenhaus Bückeburg werden, ein gemeinnütziger Verein, der auf die Unterstützung auch von Spendern und Sponsoren angewiesen sein wird, wie aus der Politik durchsickerte.

 Zum Hintergrund: Auf den Hofwiesen lasten zwei Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, unter anderem für den Neubau des Herminenhofs im Palaisgarten. Hierfür müsste Ersatz an anderer Stelle geschaffen werden. Das werde nach Auskunft von Bürgermeister Reiner Brombach von der Stadt erwartet. Zudem wären weitere Ausgleichsmaßnahmen für den Neubau erforderlich, die in der Regel der Investor zu tragen habe.

 Grundsätzlich

 positiv zu bewerten

 Grundsätzlich sei ein Mehrgenerationenhaus für Bückeburg sehr positiv zu bewerten und durchweg konstruktiv aufgenommen worden, so die einhellige Meinung von Bürgermeister Brombach, Mehrheitsgruppenchef Bernd Insinger (SPD), dem CDU-Fraktionvorsitzenden Axel Wohlgemuth und dem Gruppen-Chef von WfB und BfB, Andreas-Paul Schöniger. Alle vier verwiesen aber unisono darauf, dass noch sehr viele Dinge offen seien, die zunächst geklärt werden müssten. Es sei „nicht so sicher“, ob die Stadt nicht an möglichen Folgekosten beteiligt werde, sollte das Projekt nicht wie erhofft laufen. Dies müsse ebenso geklärt werden, wie die Frage, wie sich das Generationenhaus überhaupt finanzieren wolle. „Das muss alles Hand und Fuß haben“, so Insinger. Und Wohlgemuth sagt: „Viele gute Ansätze, wir müssen schauen, was sich realisieren lässt.“ Das sieht auch Schöniger so: „Der Stadt darf nicht zu viel aufgelastet werden.“

 Zum ins Auge gefassten Grundstück in den Hofwiesen, erklärten sowohl die Politiker als auch die Verwaltung, dass es in der Stadt geeignetere Flächen gebe, wie etwa das Krankenhaus Bethel, die Jägerkaserne, die ab 2019 freigegeben werden soll, die Herderschule oder der Quartiersplatz im Falkingsviertel. Er verstehe nicht, warum es unbedingt die Hofwiesen sein müssen, so Insinger. „Beim Standort müssen wir schauen“, bleibt auch Wohlgemuth skeptisch. WfB habe bereits einen Gebäudebereich in der Jägerkaserne ins Auge gefasst, betont Schöniger. In einer Vorlage für den Bauausschuss verweist die Verwaltung auf das Baugesetzbuch, dass vor der zusätzlichen Inanspruchnahme von Flächen zunächst die Wiederbenutzung von Flächen Vorrang hat.

 Bei der Grundstücksfrage verwies der Bürgermeister auf Gespräche, die mit dem Landkreis geführt werden müssen. Denn: Die Hofwiesen liegen im Landschaftsschutzgebiet „Sandfurt“. Für die Löschung ist der Landkreis zuständig. Brombach: „So weit ich informiert bin, weiß der Landkreis offensichtlich noch nichts von den Plänen.“ Damit gebaut werden kann, müsste die Stadt einer Änderung ihres Flächennutzungsplans zustimmen, sowie zwei Bebauungspläne geändert und ein neuer B-Plan aufgestellt werden.  rc

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