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Meisterhaft

Bückeburg / IMAS Meisterhaft

Meisterhaft: Mit einem umjubelten Abschlusskonzert ist am Sonntag die 36. Herbstakademie der „Internationalen Musikakademie für Solisten“ (IMAS) zu Ende gegangen.

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Die Teilnehmer bekommen zum Schluss Rosen vom IMAS-Vorsitzenden Veit Pagel.

Quelle: mig

Von Michael Grundmeier

Bückeburg. Das Programm gestalteten Schüler der Meisterklassen Klavier, Gesang und Violoncello – ein musikalisches Ausrufezeichen setzten vor allem Vashti Hunter aus England und David Jae-Weon Huh aus Südkorea.

Es gibt Konzerte, um die wird Bückeburg von anderen Städten beneidet. Konzerte, wie das der IMAS, das seit 1988 im Festsaal des Schlosses stattfindet, gehören ganz sicher dazu. Warum? Zum einen sicherlich wegen des immer wieder spannenden Programms, das einen Querschnitt der jeweiligen Herbstakademie bietet. Und zum anderen und ganz besonders wegen der Musiker, die von weither nach Bückeburg reisen, um unter fachkundiger Leitung zu üben und sich weiter zu verbessern.

Denn eines dürfte nach diesem großartigen Konzert feststehen: Die jungen Leute, die heute in Jeans und T-Shirt durch die Stadt streifen und die, wie Teilnehmer Taiki Nakamura, „das Schloss und die wunderschöne Altstadt“ kennenlernen wollen, sind die Solisten von morgen. „Hier unterrichten die Meister von heute die Meister von morgen“, beschreibt Veit Pagel die IMAS in seiner Begrüßung.

Einen Dank richtete der Vorsitzende an die Dozenten („Die Qualität der Dozenten Bernd Goetzke, Klavier; Charlotte Lehmann, Gesang und Wolfgang Emanuel Schmidt, Violoncello macht die Qualität der Meisterkurse aus“) und an alle Helfer und Förderer. Die Gasteltern, so Pagel, hätten sich sehr für die Teilnehmer engagiert, „hier sind viele persönliche Bindungen entstanden, die längst in Freundschaft übergegangen sind“.

Der musikalische Teil begann dann mit dem (fast programmatischen) Lied „Gott Vater liebt Musik vor jedem Ding“ von Bernd Alois Zimmermann (1918-1970). Begleitet von Matthias Veit am Klavier brillierte Tenor Tobias Bialluch mit einem Sinn für Kontraste und für feine Abschattierungen. Seine volle, runde Stimme gab dem Werk eine besondere Note. Benjamin Brittens „Sonate C-Dur für Violoncello und Klavier“ op. 65 war der erste echte Höhepunkt an diesem Abend.

Denn so einfach, wie es das vorangesetzte „C-Dur“ suggeriert, ist das Werk des Zeitgenossen nicht. Der harmonische Bogen spannt sich über a, d und As, es gibt einige engschrittige Intervalle und bitonale Akkorde. Dennoch: Vashti Hunter meistert sämtliche Schwierigkeiten mühelos – im zweiten Satz scheint sie fingerzupfend und Bogen streichend mit ihrem Violoncello zu verschmelzen. Eine mutige Auswahl, die das Publikum mit viel Beifall belohnt.

Kraftvoll, nämlich mit Ludwig van Beethovens „Sonate C-Dur für Klavier und Violoncello“ op. 102 begann auch der zweite Teil des Konzerts. Hee-Young Lim (Violoncello) und Keiko Tamura (Klavier) ließen die Kraftausbrüche in Beethovens Musik strömen, mal machtvoll, dann wieder im subtilen Piano-Dialog. Ebenfalls ein Hochgenuss: das tief empfundene Brahms-Intermezzi von Mitra Kotte (Klavier). Den Schlusspunkt unter ein meisterhaftes Konzert auf hohem technischen Niveau setzt David Jae-Weon Huh aus Südkorea mit dem furiosen „Mephisto-Walzer Nr. 1“ von Franz Liszt.

Die Finger schnellen über die Tasten, die Triller züngeln wie Flammen, kurzum: ein Feuerwerk der Klangfarben und Effekte.

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