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Mensah-Schramm beendet ihre Patenschaft

„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ Mensah-Schramm beendet ihre Patenschaft

Irmela Mensah-Schramm hat ihre Patenschaft für die Oberschule Bückeburg „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ mit Wirkung zum 1. September beendet.

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Tags Zeitung, nachts Gedichte
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Strafen drohen – interessieren aber nicht

Irmela Mensah-Schramm im Juli 2102, als im Rahmen des Projekts „Mit bunten Farben gegen braune Parolen“ Schmierereien an der Herderschule übermalt wurden und es zu Auseinandersetzungen mit Rechtsradikalen kam.

Quelle: Archiv

BÜCKEBURG. In ihrem Rücktrittsschreiben, das sie auch dieser Zeitung zuschickte, erklärt sie, dass die Schule ihre Angebote und Projekte nie in Anspruch genommen habe: „Warum auch immer.“Seitens der Schule wurde die Rückgabe der Patenschaft mit Bedauern aufgenommen. „Wir sind geschockt“, sagte die neue kommissarische Schulleiterin Inga Woltmann.

Die Menschenrechtsaktivistin Mensah-Schramm hatte im Zuge des Rechts-Links-Konflikts im Jahr 2012 die Patenschaft für „Schule ohne Rassismus“ für die damalige Graf-Wilhelm-Schule übernommen. Diese Patenschaft wurde im April 2013 nach der Zusammenlegung mit der Herderschule zur Oberschule erneuert. Die betreffenden Schulen verpflichten sich, einmal jährlich mit ihrem Paten eine Veranstaltung zu den Themen Rassismus und Toleranz durchzuführen.

Veranstaltungen kamen nicht zustande

Das sei bis zum Ende des Schuljahrs 2015/2016 nicht geschehen, wie Mensah-Schramm in ihrem Schreiben feststellt. Die ersten beiden Jahre habe sie dafür noch Verständnis gehabt, da die Fusion und das Zusammenwachsen mit der Herderschule mit so manchen Problemen verbunden gewesen sei. Ihr sei seitens des (damaligen) Schulleiters Herwig Henke bei der Nachverleihungsfeier im April 2013 versichert worden, dass im folgenden Schuljahr eine gemeinsame Veranstaltung gegen Rassismus durchgeführt werde, die aber nie realisiert worden sei. Das erstaune sie sehr, da bekannt sei, dass sie sich seit 30 Jahren gegen Rassismus und Antisemitismus engagiere und seit Jahren eigene Projekte anbiete: die Ausstellung „Hass vernichtet“ und das Workshop-Projekt „Mit bunten Farben gegen braune Parolen“. Beide seien von der Schule nie in Anspruch genommen worden: „Nun denke ich, ist der Zeitpunkt gekommen, wo ich sage: Schluss jetzt.“

Zumal es wohl noch einen weiteren Grund gibt, wie sie in dem Anschreiben an unsere Zeitung ausführt. Eine Einladung des Gymnasium Adolfinums zu einem Projekttag im Frühjahr habe sie abgesagt, da sie für ihre Fahrt- und Übernachtungskosten alleine hätte aufkommen müssen: „Ich denke, dass ein derartiger Umgang im krassen Widerspruch zu der politischen Wahrnehmung der Zunahme rechtsextremer Aktivitäten im Land steht.“

Schulleiterin sucht Gespräche

Wie die neue Schulleiterin Inga Woltmann sagte, sei die Schule von dem Schreiben Mensah-Schramms völlig überrascht worden. Und: „Wir sind schockiert von dem Inhalt dieses Briefs.“ Zu den Vorwürfen und Absprachen der Vergangenheit könne sie nichts sagen, sie wisse nicht, ob ein Missverständnis vorliege. Sie habe aber Kontakt mit dem Schulamt des Landkreises und Unterstützern der Schlichtungsbemühungen im Zuge des damaligen Rechts-Links-Konflikts aufgenommen und führe derzeit Gespräche, um die Situation zu klären. Auch mit Mensah-Schramm werde sie das Gespräch suchen.

Die Schulleiterin verwies darauf, dass in den vergangenen Jahren „extrem viele Sachen“ in die Wege geleitet worden sind, um die Oberschule weiter zu entwickeln und dem Anspruch „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ gerecht zu werden. Inzwischen trage die Schule diesen Titel im fünften Jahr. Es sei präventiv und vorausschauend weiter gemacht worden. „Der Rechts-Links-Konflikt ist heute kein Thema mehr.“

Irmela Mensah-Schramm hatte im Juli 2012 bei einem Schülerprojekt der Herderschule mitgemacht, als Wände übermalt und rechte Parolen entfernt wurden. Sie ist bekannt geworden durch ihre Dokumentation und Entfernung von rassistischen Aufklebern und Graffiti in ganz Deutschland. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet, 2015 mit dem Göttinger Friedenspreis .rc

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