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Mit 1000 PS am Himmel

Doppeldecker Mit 1000 PS am Himmel

„In Russland“, erläuterte Willi Horka, „haben die Piloten einer Antonov Schweine, Kartoffelsäcke, Baumaterial und allen möglichen Krimskrams an Bord."

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Co-Pilot Willi Horka heißt die Gäste an Bord willkommen.

Bückeburg. Mit diesen Ausführungen hat der Co-Pilot des von den in Ballenstedt/Quedlinburg beheimateten „Harzfliegern“ in Schuss gehaltenen Doppeldeckers zu Beginn eines Rundflugs über das Schaumburger und das benachbarte Minden-Lübbecker Land seine Passagiere auf das bevorstehende Flug-Abenteuer eingestimmt.

 Der nach Angaben Horkas größte noch fliegende Doppeldecker der Welt gastierte auf Einladung des Luftsportvereins Bückeburg-Weinberg (LSV) in der Ex-Residenz. Der LSV hatte rund um den Besuch des Oldtimers eine von Vielen besuchte Veranstaltung auf die Beine gestellt, bei der auch Mitfluggelegenheiten in den vereinseigenen Segel- und Motorflugzeugen geboten wurden. „Das überwiegende Interesse galt aber eindeutig der Antonov AN 2“, so Hauptorganisator Bernd Vogt.

 Die von einem 1000 PS starken 9-Zylinder-Sternmotor angetriebene Maschine wurde in den ausgehenden Vierzigern in der damaligen UdSSR als Transportflugzeug entwickelt. In den sowjetischen und den angeschlossenen Streitkräften diente sie als Allzweck-Arbeitsgerät unter anderem für Truppen- und Frachttransporte sowie Ambulanzflüge. In der ehemaligen DDR war sie unter den Spitznamen „Kastendrachen“ und „Traktor der Lüfte“ im Einsatz.

 Horka stellte den im Harz stationierten Doppeldecker als gutmütigen „Brummi“ vor. Das unter dem Kürzel „D-FWJE“ registrierte Kraftpaket stammt aus Beständen der früheren Gesellschaft für Sport und Technik, die im Osten Deutschlands auch für fliegerische Aktivitäten zuständig war.

 „Unser Modell diente als Fallschirmspringer-Absetzmaschine“, führte der ehrenamtlich engagierte Co-Pilot aus. „Für Leute mit Westkontakt fanden das Fliegen und das Fallschirmspringen allerdings nur in der Theorie statt“, wusste der Experte zu berichten.

 Heute existieren in der Bundesrepublik Horkas Erkenntnissen zufolge noch 25 Exemplare. Das preiswerte Transportmittel kann bei einem Verbrauch von 180 Liter Superbenzin pro Stunde, 1200 Liter Tankkapazität und einer Reisegeschwindigkeit von 180 Stundenkilometer bis zu 900 Kilometer weite Touren am Stück absolvieren. „Wir gondeln mit unserem Brummi durch ganz Europa“, erzählte Horka.

 Passagiere sollten sich auf ein mit wenig Komfort verbundenes Vergnügen gefasst machen. Wenn der 30000 Kubikzentimeter umfassende Motor die 3500 Kilogramm (Leergewicht) wiegende Wuchtbrumme nach 250 Metern abheben lässt, kann indes das motorisierte Fliegen in seiner ursprünglichen Form genossen werden – das ungedämmte kräftige Knatter-Dröhnen des Neunzylinders und allerhand Luftlöcher inklusive.

 Während der vom LSV präsentierten Luftreisen spielte den Passagieren eine picobello passende Witterung in die Hände. „100 Kilometer Fernsicht“, legte Moderator Vogt dar, „ermöglichen einen wunderbaren Ausblick.“ Auch am Boden, so der Flugzeug-Fachmann, sei dem Flug-Wochenende ein prima Verlauf zu attestieren.

Von Herbert Busch

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