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Bückeburg Stadt Mit Platz-Charakter
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Mit Platz-Charakter
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00:18 06.03.2018
Vor dem Hubschraubermuseum hat das Bauamt extra Musterpflasterungen verlegen lassen, um den Mitgliedern des Bau- und Umweltausschusses zu zeigen, wie die künftige Farbgebung von Bahnhofstraße, Sabléplatz und der Straße Am Rathaus aussehen soll. Eine Farbgebung, die der Ausschuss einstimmig guthieß. Quelle: rc
Bückeburg

Danach wird die Straße zwischen Hubschraubermuseum und Sparkasse mit Platzcharakter ausgebaut, ab der Einmündung der Sackstraße wird die Straße mit normaler Asphaltdecke wieder hergestellt.

Einen Vorbehalt gibt es aber noch, wie der Ausschuss unisono anmahnte. Der Kostenrahmen muss unbedingt eingehalten werden. „Wir behalten uns sonst vor, die Gesamtgestaltung noch einmal zu ändern, um kostengünstiger zu werden“, stellte der Ausschussvorsitzende Bernd Insinger (SPD) unmissverständlich klar. Sowohl Bürgermeister Reiner Brombach, der angesichts der derzeit unbesetzten Stelle des Baubereichsleiters die Verwaltung vertrat, als auch der Planer Michael Hoyer von der Stadtverwaltung wiesen darauf hin, dass die exakten Kosten erst nach der öffentlichen Ausschreibung feststehen würden, die Mitte März eröffnet wird. Die Kostenermittlung habe aber ergeben, dass die Ansätze eingehalten werden können.

700.000 Euro vorgesehen

Ansätze wurden im Ausschuss nicht genannt, laut dem Haushaltsplan sind für die Sanierung und den Ausbau der Straße insgesamt 700.000 Euro vorgesehen. Mit weiteren 210.000 Euro schlägt die Sanierung des Schmutzwasserkanals beziehungsweise der Neubau eines Regenwasserkanals zu Buche. Außer der Bahnhofstraße werden auch die Straße Am Rathaus sowie die Einfahrt auf den Sablé-Platz mit in den Ausbau einbezogen.

Die Bedenken, mit den Ansätzen nicht hinzukommen, hatten sich vor allem daran entzündet, dass für die Gestaltung des Platzes zwischen Hubschraubermuseum und Sparkasse auf Pflasterung zurückgegriffen wird und keine Asphaltfahrbahn mehr vorgesehen ist. „Das ist schon etwas teurer als Asphalt“, wie Hoyer einräumte. Er fragte, ob man einen Platz oder eine Fahrbahn haben wolle. „Der Platz-Charakter ist schon eine ganz tolle Sache“, war die Antwort Insingers auf diese Frage. Eine Antwort, der auch der Ausschuss mit seinem einstimmigen Votum beipflichtete.

Spielzone und LED-Stelen

Der Platz zwischen Hubschraubermuseum und Sparkasse wird als Spielzone ausgewiesen (erlaubt ist Schrittgeschwindigkeit von sechs Stundenkilometern) und mit einem Pflaster aus hellen und dunklen Betonsteinen gestaltet, die Parkflächen werden in dunklem Anthrazit gehalten sein. Im Bereich des Marktplatzes und des Landeskirchenamtes werden Baumtore entstehen, die dem Platz den Platz-Charakter geben werden. Als Lichtquellen sind sechs LED-Beleuchtungsstelen vorgesehen. Die Zahl der Parkplätze in diesem Bereich wird leicht reduziert. Bordsteine wird es nicht geben. Die unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten werden mithilfe der verschiedenfarbigen Pflasterung angedeutet. Der Gehweg wird zwei Meter breit, die Fahrbahn von sieben Meter auf 5,50 Meter reduziert. Und – nicht nur die SUV-Fahrer wird es freuen: Statt etwa 1,80 Meter werden die Stellplätze etwa 2,20 Meter breit.

Der Platz ist groß genug, dass dort weiterhin der Autoscooter der Jahrmärkte platziert oder gefeiert werden kann. Um später Ladestationen aufstellen zu können, werden entsprechende Kabel verlegt. Damit bei Feiern und Märkten nicht extra Stromkästen aufgestellt werden müssen, werden zwei Versorgungskästen aufgestellt. Die Regenwasserableitung erfolgt über Ablaufrinnen.

Nur noch 18 Parkplätze

Zwischen Sackstraße und der Unterwallweg-Kreuzung wird die Fahrbahn mit Asphaltdecke versehen, die restlichen Bereiche in der gleichen Pflasterung wie im Platzbereich ausgeführt. Die Parkplätze werden auf beiden Seiten in Schrägaufstellung gestaltet. Statt rund 25 Stellflächen werden daher nur noch rund 18 zur Verfügung stehen.

Der Radweg, der vom Bahnhof bis zur Kreuzung Unterwallweg bereits beidseitig vorhanden ist, wird nicht fortgeführt. In einer derart verkehrsberuhigten Zone sei ein kombinierter Rad-/Gehweg nicht notwendig, wie es im Ausschuss hieß, als ein Antrag des SPD-Ratsherrn Wolfhard Müller abgelehnt wurde, doch einen Radweg zu bauen.

Abschluss im Mai 2019

Der Zeitplan sieht vor, dass Ende April mit den Kanalbauarbeiten begonnen wird und bis August die Versorger alle Leitungen – falls erforderlich – neu verlegt haben. Den Kanalbauern werden die Straßenbauer folgen. Im Mai 2019 soll die Gesamtmaßnahme abgeschlossen sein.

Der Sablé-Platz wird bis zur Einmündung der Parkplätze am Rathaus neu gestaltet. In diesem Bereich wird die rote Pflasterung des Platzes aufgenommen. Stattdessen werden Betonsteine verlegt, die nicht mehr bei der geringsten Belastung verrutschen und ständig neu verlegt werden müssen. Die Gossen werden in Naturstein ausgeformt. Mit Granitstein, jedoch nicht aus Indien, wie es auf entsprechende Nachfrage der Grünen-Ratsfrau Cornelia Laasch hieß. Die Stellplätze vor dem Hubschraubermuseum werden neu gestaltet. Die vorhandenen Bäume kommen weg, dafür werden neue gepflanzt.

In der Straße Am Rathaus wird die Fahrbahn in anthrazitfarbenem Pflaster gestaltet, ähnlich den bereits vorhandenen Parkplätzen an der Sparkasse. Die Natursteinpflasterung am Rathaus bleibt.

Hausanschlüsse werden erneuert

Bei den Kanalbauarbeiten ist in einigen Bereichen die Erneuerung des Schmutzwasserkanals vorgesehen. Bisher ist dort ein Mischwasserkanal verlegt, sodass der Regenwasserkanal neu gebaut werden muss. Auch aus diesem Grund ist eine teilweise Erneuerung der Hausanschlüsse notwendig.

Die Anwohner werden auf einer Anliegerversammlung detailliert über den Ausbau unterrichtet und Anregungen noch in die Pläne eingearbeitet, hieß es im Ausschuss. rc