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Mit einem Bauwagen wird die "Arche" jetzt mobil

Bückeburg ( Evangelische Kindertagesstätte Mit einem Bauwagen wird die "Arche" jetzt mobil

Ein alter, sanierungsbedürftiger Bauwagen ist die neueste Errungenschaft der evangelischen Kindertagesstätte (Kita) „Arche Noah“. Ausgestattet mit einem einfachen Tisch, zwei Sitzbänken, einem kleinen Waschbecken, einer Heizung und einem Campingklo soll der Anhänger ab Anfang des nächsten Jahres oberhalb von Struckmanns Kamp (Bergdorf) im Harrl aufgestellt werden – und dort als Basis für ein Waldpädagogik-Projekt der Kita dienen, das das bisherige Betreuungskonzept erweitern soll: Geplant ist, dass jeden Tag eine kleine, rotierende Gruppe von Kindergartenkindern den Vormittag im Wald verbringt, um dort zu spielen und die Natur zu entdecken, berichtet Ulrike Sülflow, die Leiterin der Einrichtung.

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Mit allerlei Werkzeugen rücken der „Arche Noah“-Hausmeister Eckhard Fulda (Mitte), der Fördervereins-Schatzmeister Robert Mederacke (links) und Markus Hesterberg, Vater eines Kindergartenkindes, dem betagten Bauwagen zu Leibe, um den Anhänger für das Wald

Quelle: wk

Bückeburg (wk). Anhand wissenschaftlicher Studien sei nämlich erwiesen, dass dies sowohl die Bewegungskoordination als auch die Sprachentwicklung fördere. Zudem werde beim Spielen mit Naturmaterialien die Phantasie der Kinder angeregt, etwa wenn sie in einem Stück Holz die Form eines Spielzeugautos wiedererkennen und dies dann auch so einsetzen.

 In der Praxis soll das Ganze überdies so ablaufen, dass die für den jeweiligen Tag für den Waldkindergarten eingeteilten Kinder von deren Eltern morgens statt zur „Arche Noah“ gleich in den Wald zum Bauwagen gefahren werden. Dort nehmen die Kinder dann auch ihr Frühstück mit den Erzieherinnen und einer eigens für dieses Waldpädagogik-Projekt eingestellten Hilfskraft ein. Den Rücktransport zur Kita, wo dann wie gewohnt zu Mittag gegessen werden kann, wird indes intern organisiert.

 Bevor der vom Kita-Förderverein für 1000 Euro gekaufte Bauwagen aber für den geplanten Zweck eingesetzt werden kann, muss dieser erst mal hergerichtet werden. Zusammen mit dem „Arche Noah“-Hausmeister haben sich einige Eltern und Mitglieder des Fördervereins am vergangenen Sonnabend bereits kräftig ins Zeug gelegt, um dem Anhänger ein schöneres Aussehen zu verpassen. So mussten etwa dessen Außenwände an- und dessen und metallenes Fahrgestell abgeschliffen werden, um eine vernünftige Grundlage für den Neuanstrich zu schaffen. Statt wie bisher in Orange soll der Bauwagen zukünftig nämlich in einem gedeckten Dunkelgrün daherkommen, damit er sich optisch besser in den Naturraum Wald einfügt. Außerdem muss das Dach des Aufbaus renoviert werden.

 Erfreut ist Sebastian Geisler, der Vorsitzende des Fördervereins „Weiße Taube“ auch darüber, dass es gelungen ist, den Malerbetrieb Lars Fischer aus Rinteln und die Dachdeckerei Krömer aus Rusbend als Sponsoren zu gewinnen, die die ehrenamtlichen Helfer kostenlos mit Rat und Tat bei der Bauwagensanierung unterstützen. Lediglich die Materialkosten müsse man selbst tragen.

 Die Kindergartenkinder werden jedoch nicht die Einzigen sein, die den im Harrl aufgestellten Bauwagen nutzen werden. Vielmehr wird auch die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Bückeburg neue Wege gehen, und mit ihren „Konfi-Kids“ und Vorkonfirmanden vom Gemeindehaus in den Wald umziehen: Die Kinder hätte heutzutage bis nachmittags Schule, sagt Pastor Jan-Uwe Zapke. Und von ihnen dann noch eine konzentrierte „kognitive Auseinandersetzung“ mit den Themen des Konfirmandenunterrichtes zu verlangen, das sei einfach nicht mehr möglich. Außerdem würden viele Kinder unter einer Reizüberflutung durch einen zu intensiven Medienkonsum (Fernsehen, Computer) leiden. Der Aufenthalt im Wald biete da ganz andere Möglichkeiten in der Jugendarbeit. „Und die biblische Schöpfungsgeschichte beispielsweise kann man ja auch sehr gut im Wald vermitteln.“

 Ergänzend weißt Zapke darauf hin, dass die Stadtkirchengemeinde „Pi mal Daumen die Hälfte“ der Gesamtkosten für die Anschaffung und die Sanierung des Bauwagens übernehmen wird.

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