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Bückeburg Stadt „Mit wachen Augen durch die Landschaft“
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt „Mit wachen Augen durch die Landschaft“
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15:15 10.06.2012
Sabine Seifert (ganz links) beim Vortrag. Quelle: mig
Bückeburg (mig)

 Der Ritter mit den spitzen Schuhen fasziniert die Menschen seit Langem. Zahlreiche Legenden ranken sich um den geheimnisumwitterten Mann; einigen hat Sabine Seifert in einem unlängst erschienenen Buch nachgespürt. Den tiefen Fall Hermann von Arnhems sieht die Heimatforscherin im Kontext der Umwälzungen, die sich aus dem Streit zwischen Heinrich dem Löwen und seinem Vetter Kaiser Friedrich Barbarossa ergaben. Kurz gesagt: Hermann hatte wohl das Pech, auf der falschen Seite zu stehen. Adolf III. von Schaumburg – der Hermann sozusagen als Landesvater „ablöste“ – gilt als Anhänger der kaiserlichen Partei. „Er hatte mächtige Freunde, konnte nach und nach ganz Schaumburg vereinnahmen“, schildert Seifert die Zusammenhänge. Und die spitzen Schuhe? Die soll Hermann getragen haben, um einen „im Vorüberjagen“ ermorden zu können. Lüge oder Wahrheit? Das lässt sich wohl nur durch weitere Forschungen ergründen.

 Für die Zukunft sind zwei Untersuchungen geplant, wie Irmhild Knoche vom Arbeitskreis Archäologie sagte. Zum Thema „touristische Erschließung“ nahm Björn Brocks Stellung, der darüber informierte, wie das Hus Aren in einen Radweg eingebunden werden sollte. Vielleicht kann man sogar einen Hügel anlegen, von dem aus man auf die Burg gucken kann. Brocks: „Wenn das ‚Leader‘-Projekt kommt, könnte man auch einen historischen Pfad realisieren, in dem man die verschiedenen Stationen kenntlich macht – etwa dort, wo die Steine der Burg hingekommen sind.“

 Dafür aber müssen erst einmal weitere Funde gemacht werden. Und so werben Seifert und Knoche eindringlich dafür, „mit wachen Augen durch die Landschaft zu gehen und jeden alten Stein, den Sie finden, zu dokumentieren“.