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Mix aus Geist und Sinnlichkeit

Salon-Ensemble zu Gast Mix aus Geist und Sinnlichkeit

Melodien aus Film und Kaffeehaus – Csardas, Tango oder Swing: Das Programm des „Nordwestdeutschen Salon-Ensembles“ ist auf gehobene Unterhaltung ausgelegt.

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Das „Nordwestdeutsche Salon-Ensemble“.

Quelle: mig

Bückeburg. „Wir suchen den Mix aus Geist und Sinnlichkeit“, sagt Hansdieter Meier (Violine) im pickepackevollen Joël-Le-Theule-Saal im Bückeburger Rathaus.

U oder E, Pop oder Klassik? Zwischen diesen beiden Polen schwankt das Publikum bis heute. Darf, wer Johann Sebastian Bach hört, auch André Rieu gut finden? Ist Ludwig van Beethoven gut und Madonna bäh? Was ist Kunst, was ist Kitsch? Dass es immer auch einen dritten Weg gibt, haben im Le-Theule-Saal (und auf Einladung des Kulturvereins) die Mitglieder des „Nordwestdeutschen Salon-Ensembles“ gezeigt.

Hansdieter Meier (Violine), Gunilt Gehl (Viola), Hans Meier (Violoncello) und Andreas Groll (Klavier) setzen sich für eine gehobene Unterhaltungsmusik ein, selbst arrangiert und höchst raffiniert. Eine „populäre Form der Kammermusik“ nennt Meier das. Wer dann noch weiß, dass das „Nordwestdeutsche Salon-Ensemble“ und das international renommierte „Nordwestdeutsche Kammerensemble“ aus den gleichen Mitgliedern bestehen, dem fällt es wie Schuppen von den Augen.

Unterhaltungsmusik hat ihren eigenen Wert, wenn sie kultiviert und raffiniert daherkommt. Das gilt für die Filmmusik der dreißiger, vierziger und fünfziger Jahre, für Swing oder den feurigen Csardas, kurz: für das gesamte Repertoire, das die Musiker an diesem Abend mitgebracht haben. Gespielt werden Songs wie „I got Rhythm“, „Bonnie’s Traum“ oder das „Harry-Lime-Thema“ aus dem Film „Der dritte Mann“, das elegische „Moon River“ und die „Spanischen Geigen“.

In ihrer Begrüßung hatte Ute Mai (vom gastgebenden Kulturverein) an den Auftritt von vor fünf Jahren erinnert und gesagt, die Musik habe sie „beschwingt“ und „bezaubert“. Mehr muss man eigentlich auch dieses Mal nicht sagen.

Vielleicht noch einige Worte zum Konzert selbst, das von Beginn richtig Spaß macht. Da ist beispielsweise Isaac Albéniz fetziger „Tango op. 165 Nr. 2“ (besser bekannt unter dem Namen des Klavierzyklus „España“), der erst langsam und nach und nach Fahrt aufnimmt. Fast möchte man aufstehen, sich im Kreise drehen und tanzen, schade, dass sich keiner traut.

Weiter geht es im Wiegetakt: Mit „Übermut“, das ein bisschen wie ein Walzer anmutet, und dem melancholischen „Moon River“, dann – nach der Pause – mit den rasanten „Tango-Trümpfen“ und der „Launischen Geige“.

Den Musikern macht das Spiel sichtlich Freude, erst nach rund zwei Stunden endet die Zeitreise in die Welt der Salons und Kaffeehäuser. Fazit: ein wirklich famoses Konzert und ein Hansdieter Meier, der die „Zärtliche Violine“ gefühlvoll und mit viel Schmelz spielt. U steht bei den „Nordwestdeutschen“ nicht für unterirdisch, sondern für unglaublich spannend. Chapeau! mig

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