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Mördersuche an der Nordseeküste

Lesung mit Nané Lénard Mördersuche an der Nordseeküste

Ostfriesland ist außer für Otto Waalkes für seine Küstenlandschaft, sein Wattenmeer, seine grenzenlose Weite, die Abwesenheit von Höhenzügen und nicht zuletzt seinen knorrigen Menschenschlag bekannt.

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Maike Witte lässt sich von Nané Lénard ihre Ausgabe von „FriesenNerz“ signieren.

Quelle: jp

Bückeburg. Seit einigen Jahren allerdings auch für seine Leichen: Denn im Bereich der in Deutschland immer beliebteren Regional-Krimis haben die Ostfriesland-Krimis sich eine Spitzenposition in der Beliebtheitsskala erobert. Angefangen von Klaus Peter Wolf mit seiner Ermittlerin Ann-Kathrin Klaasen über Andrea Klier, Susanne Ptak oder Elke Bergsma bis zum Shooting-Star Dirk Trost („Granat für Greetsiel“) lassen die Autoren ihre Romanfiguren zwischen Norddeich, Aurich und Esens, zwischen Dünen und Fehnkanälen, Nordseewellen und Fischereihäfen, Windmühlen und schwarzem Tee mit Kluntjes auf Mörderjagd gehen.

 Auch Nané Lénard hat jetzt das Ostfriesland-Fieber gepackt. Nach sieben vor heimischer Kulisse spielenden Regional-Krimis der „Schatten“-Serie mit den Bückeburger Ermittlern Wolf Hetzer und Peter Kruse sowie einer Kurzgeschichten-Sammlung hat die Autorin mit „FriesenNerz“ ihren ersten Ostfriesen-Krimi vorgelegt, den sie jetzt während einer Premierenlesung in der „Alten Schlossküche“ den erwartungsvollen Fans vorstellte. Erstmalig erhielten die Zuhörer dabei einen Einblick in das ebenso mörderische wie auch humorvolle Geschehen, das sich vor der Kulisse des Fischereihafens und Nordseebades Neuharlingersiel im Landkreis Wittmund abspielt.

 Wer die „Schatten“-Krimis von Nané Lénard kennt, weiß, dass die Nordseeküste alles andere als schriftstellerisches Neuland für die Autorin ist. Schon ihr 2013 erschienener Krimi „SchattenGrab“ erlebt seinen Auftakt nicht in Bückeburg, Rinteln oder Stadthagen, sondern an der Küste bei Neuharlingersiel, wo ein gewisser Hinnerk am Strand einen schaurigen Fund macht. Und eben diesen Hinnerk – ein „im Leben gestrandeter“, der nach einem Unfall bei der Fischerei von einer mageren Rente lebt – treffen die Leser in „FriesenNerz“ wieder: Ein kleines, literarisches „Cross-over“ also zwischen dem „Schatten“-Universum und dem Ostfriesen-Erstling.

 Dieser Hinnerk bessert sich bekanntermaßen seine kargen Einkünfte durch das Sammeln von Pfandflaschen am Strand auf, wo er dann in schöner Regelmäßigkeit auf irgendetwas stößt, was da nicht hingehört: in diesem Fall eine mit dem Kopf voran im Wattenmeer eingegrabene Leiche. Eine Leiche noch dazu, die mit einem Friesennerz genau das Kleidungsstück trägt, in dem kurz zuvor ein gewisser Fiete Hansen aufgefunden wurde. Ebenfalls eingebuddelt, und zwar in seinem Gewächshaus. Und auch er trug die knallgelbe Regenschutzbekleidung.

 Beide mysteriösen Todesfälle rufen nicht nur die Kriminalpolizei auf den Plan, sondern auch Oma Pusch, eine Figur von geradezu gestaltgewordenem ostfriesischen Lokalkolorit. Drei verstorbene Ehemänner (woran sie nicht schuld war), fünf Kinder und dreizehn Enkel, ihr Stammbaum lässt sich bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen – und sie betreibt die am Hafen von Neuharlingersiel einen Kiosk, der nicht nur als Tante-Emma-Laden fungiert, sondern als Knotenpunkt für die Nachrichtenübermittlung im gesamten Ort. Zusammen mit ihrer Freundin Rita lässt sie sich von der Neugier packen, selbst aktiv an der Aufklärung der skurrilen Mordfälle mitzuwirken, woran der junge, engagierte Kommissar Eike Hintermoser anfangs so gar keine Freude finden will.

 Viel mehr konnten und durften die Zuhörer bei der Premierenlesung noch nicht erfahren, schließlich sollen sie selbst die Abenteuer der Oma Pusch verfolgen. Diese ist, was den Namen betrifft, einer echten Person nachempfunden. Die tatsächliche Oma Pusch lebt jedoch – genau wie das reale Alter Ego des literarischen Kommissars Hetzer – nicht in Neuharlingersiel, sondern in Bergdorf.  jp

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