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„Müssen Väter zum Vorlesen bringen“

Bückeburg / Spende „Müssen Väter zum Vorlesen bringen“

„Lesen ist ein Schlüssel zur Bildung, und daher ist die Förderung von Lesekompetenz eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe.“ Der das sagt ist Alexander zu Schaumburg-Lippe.

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Im Schloss wird schon immer gelesen, die Bibliothek ist reich bestückt, wie der Hauptgeschäftsführer der „Stiftung Lesen“, Jörg F. Maas (rechts), erfährt, als ihm Alexander zu Schaumburg-Lippe eine Spende in Höhe von 44776 Euro überreicht, die aus dem Ein

Quelle: rc

Bückeburg. Bückeburg (rc). Und er hat auch entsprechend gehandelt. Im Eintrittspreis für Einzelbesucher zum Weihnachtszauber 2011 war ein Euro enthalten, der als Spende an die „Stiftung Lesen“ gehen sollte. Die sich gestern über einen Scheck in Höhe von sage und schreibe 44776 Euro freuen konnte.

 Geld, das in Niedersachsen zum Einsatz kommt, denn die Stiftung plant die Einrichtung von sogenannten Leseclubs an Schulen, wie der Hauptgeschäftsführer der „Stiftung Lesen“, Jörg F. Maas bei der Entgegennahme der Spende auf Schloss Bückeburg erklärte: „Wir wollen Räume einrichten, wo Schüler mit Büchern, Zeitungen und Zeitschriften arbeiten können, auch um die Leselust zu wecken.“ Und freute sich über die großzügige Unterstützung aus dem Hause Schaumburg-Lippe: „Unser Ziel ist es, Deutschland zum Leseland zu machen.“ Es gebe 7,5 Millionen funktionale Analphabeten in Deutschland, Menschen, die das Lesen zwar gelernt, inzwischen aber wieder größtenteils verlernt haben. Nur jeder Fünfte hierzulande lese regelmäßig. Es gebe also noch viel zu tun, um ganz Deutschland zum Lesen zu bringen. Und warb: „Lesen fördert die Intelligenz, Phantasie und Vorstellungsvermögen, Kinder, die regelmäßig lesen, haben einen besseren Notendurchschnitt als ihre nicht lesenden Altersgenossen. Kinder, denen regelmäßig vorgelesen wird, haben einen größeren Wortschatz als Altersgenossen, denen nicht vorgelesen wird.“

 Wie Maas weiter sagte, habe jeder fünfte 15-Jährige erhebliche Lesedefizite, mit ein Grund, warum Lehrstellen nicht besetzt werden könnten: weil einfach die Qualifikationen fehlten. Besondere Unterstützung bräuchten die Jungen im Alter zwischen 13 bis 15 Jahre, bei denen Lesen als „uncool“ gilt. Was nach den Erfahrungen der „Stiftung Lesen“ auch daran liegt, dass Vorlesen bis zum Alter von zehn bis elf Jahren eine weibliche Domäne ist: erst durch die Mütter, dann die Kindergärtnerinnen und dann die Grundschullehrerinnen. Hier gelte es, dafür zu sorgen, dass diese Jungen am Lesen gehalten werden.

 „Und da müssen die Väter ran“, wie Alexander zu Schaumburg-Lippe sagte: „Wir müssen die Väter zum Vorlesen bringen.“ Um zu berichten, wie es in seiner Familie zugeht. Seinen beiden Töchtern liest er regelmäßig vor, auch wenn die Jüngste – wegen ihres Alters – noch nichts versteht. Auch Sohnemann Heinrich-Donatus habe er regelmäßig vorgelesen. Als eines der ersten Bücher war damals „Evil“, ein schwedisches Buch über ein Internat an der Reihe: „Ein Buch, von dem Heinrich-Donatus sofort begeistert war.“

 Der Schlossherr selbst ist mit modernen Märchen mit modernen Illustrationen zum Lesen gekommen. „Die hat mir damals mein Vater vorgelesen.“ Den Titel des Buches habe er vergessen. Ohnehin waren Vorlesen und Lesen damals auf dem Schloss angesagt, denn bis 1970 gab es keinen Fernseher: „Weil mein Vater das nicht wollte.“ Und räumte ein: „So ganz waren diese Märchen nicht mein Ding.“

 Egal, Alexander ist beim Lesen geblieben, wie er bei der Spendenübergabe sagte: „Ich bin nie mit einem Buch zufrieden.“ Er zählte eine ganze Reihe Bücher auf, die er derzeit liest und schwärmte von den Vorteilen der E-Book-Reader: „Da kann ich fast eine ganze Bibliothek drauf speichern, ohne die gedruckten Bücher überall mit hin nehmen zu müssen.“ Seine Liebe zum Lesen geht sogar so weit, dass er schon seit Langem ein Buch schreiben will, wie er im Gespräch zugab: „Ich weiß nur noch nicht, worüber.“ Und: „Keinen Roman und keine Memoiren, da würde ich zu vielen Leuten auf die Füße treten. Aber ein erzählendes Sachbuch?“

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