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Museumstag mit Pauken und Trompeten

Bückeburg Museumstag mit Pauken und Trompeten

Aus dem Museum Bückeburg kommen an diesem Tag laute Töne. Ein schmissiger Trompetensound und der tiefe Bass einer Tuba. Leise sein muss am seit 1978 stattfindenden „Internationalen Museumstag“ niemand. Im Gegenteil.

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Oliver Glißmann (Zweiter von links) und Jürgen Schneider (links) führen die Besucher durch die Ausstellung über die Bückeburger Jäger. mig (2)

Bückeburg. „Ziel dieses Tages ist es, dass uns Menschen kennenlernen, die sonst vielleicht nicht kommen würde“, sagt die Leiterin der Einrichtung, Anke Twachtmann-Schlichter. Kinderstimmen und Gespräche waren ausdrücklich erwünscht.

 Ohnehin hat sich in den Museen in den vergangenen Jahrzehnten viel getan. Die Ausstellungen sind interaktiver geworden und man bemüht, sich ein größeres Publikum zu erschließen. Was so auch für die Bückeburger Einrichtung gelten kann. Nicht nur, dass dort übers Jahr zahlreiche Lesungen und Vortragsveranstaltungen stattfinden – es gibt auch etliche Workshops für die Kinder und Führungen zu bestimmten Themen.

 Kurzum: Hinsetzen und still sein – das war einmal. Heute ist das Museum Bückeburg ein Ort für neugierige Fragen und für spannende Antworten. „Für uns sind alle Themen relevant, die für Bückburg in irgendeiner Weise wichtig sind“, bringt es Twachtmann-Schlichter auf den Punkt. Das kann eine Sonderausstellung zu Briefen des Ersten Weltkriegs sein, oder eine zu der „Erfolgsgeschichte“ der „Bückeburger Jäger“. Dabei muss diese Geschichte gar nicht unbedingt „in der fernen Vergangenheit liegen.“ „Wir wollen an Stadtgeschichte anknüpfen und sie für kommende Generationen bewahren“, sagt Anke Twachtmann-Schlichter. Das sei mit der Ausstellung zu den Bückeburger Jägern gelungen.

 Wie gut diese kleine Schau gelungen ist, zeigte sehr eindrücklich eine Führung am „Internationalen Museumstag“. Oliver Glißmann und Jürgen Schneider erläuterten den Gästen, wie die Geschichte der Bückeburger Jäger begonnen hat und welche Strapazen die einzelnen Musiker damals auf sich nahmen, um zu einem der zahlreichen Konzerte zu gelangen. Da es damals noch keinen Tour-Bus gab, war das Motorrad das Verkehrsmittel der Wahl. Aus dieser Zeit existiert übrigens ein schönes Foto, dass die „Jäger“ auf ihren „Böcken“ und in voller Montur (Haube, Handschuhe) zeigt. Schneider erzählte den Zuhörern dann, dass Heinrich Buhr, sein Schwiegervater und der Gründer des Orchesters, ausdrücklich auf die soziale Absicherung der Musiker bestanden habe. „Das war ihm sehr wichtig“, gab Schneider zu verstehen. „Er hat immer gesagt: Denkt an Eure Rente.“

 Zumindest in der Anfangszeit (der damaligen „Commander Wing Band“) war die Entlohnung allerdings eher spärlich. „Da gab es für ein Konzert im Ratskeller in Stadthagen 23 Reichsmark, sechs Stück Blätterteigkuchen und 33 Zigaretten“, sagte Schneider. Die seien für die Menschen in der Nachkriegszeit eine Art Ersatzwährung gewesen.

 Im Anschluss an die Führung waren die aktuellen Bückeburger Jäger zu erleben. Die vier Musiker erläuterten ihre Instrumente und gewährten einen Blick hinter die Kulissen. Das die Tuba würde sie auseinandergezogen 5,40 Meter lang ist, wusste kaum einer der Zuhörer. Dass sie zehn Kilo wiegt, schon eher.

 Ansonsten nutzten die Musiker die kurzweilige Demonstration, um die altehrwürdige „Feindschaft“ zwischen Holz- und Blechbläsern weiterzuspinnen. Als Dirigent Sven Schnee, ein grandioser Holzbläser, von der Entstehung der Klarinette erzählte und erläuterte, dass die Klarinette auch als „Ersatz“ für Trompeten gedacht gewesen sei, feixte einer der Blechbläser: „Also sind die Klarinetten nur eine billige Variante?“ Spannend auch die Demonstration der Mundstücke. Während bei der Klarinette ein Holzplättchen schwingt, ist es beim Blech – das Lippenpaar des Musikers! „Wir müssten eigentlich Lippenbläser heißen“, sagte Schnee. Dieter Bals gab eine Demonstration ganz ohne Instrument. Den schmissigen Schlusspunkt setzte eine Kostprobe des großen musikalischen Könnens der Jäger mit „Hinter der Garage“.

Von Michael Grundmeier

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