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Bückeburg Stadt „Musiker suchen, die besser sind als man selbst...“
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17:05 19.03.2012
Ein Meister seines Fachs: Drummer Chester Thompson im „Brauhaus“. Quelle: mig
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Bückeburg

Ein Schlagzeug – mehr braucht Thompson nicht, um ein Publikum in seinen Bann zu ziehen. Es beginnt mit einigen Übungen zum Warmwerden, dann steigert sich der Grenzgänger zum Schnellen und Lauten. Man erkennt das Jazz-Muster, dann kommt etwas völlig Exzentrisches.

 „Pata, pata, patata“ wirbeln die Sticks über die Felle, man glaubt, zwei Arme zu sehen, dann drei, dann vier. Mit geschlossenen Augen steigert sich der drahtige Musiker in einen wahren Rausch. Mal klingen die Rhythmen vage südamerikanisch, dann funky-rockig. Crash, Buum, Bäng – dem Publikum wird schon vom Zuhören schwindelig. So also spielt man Schlagzeug.

 Doch Thompson bleibt bescheiden. „Ich lerne immer noch dazu“, sagt er. Und: „Man muss immer einen offenen Geist haben.“ Man merkt schnell, dass der große Instrumentalist, der mit Steve Hackett, Eric Clapton und Neil Diamond gespielt hat, auch ein großer Lehrer ist. Seit 1998 fungiert er als Dozent für Schlagzeug der Belmont University in Nashville/Tennessee. Und auch bei seinem Konzert im „Brauhaus“ gibt er dem anwesenden Nachwuchs immer wieder Tipps. „Nehmt Euch ein kleines Stück heraus – und übt es immer wieder“ erläutert er den „Kids“. „Spielt es mal schneller, dann langsamer.“

 Wichtig sei, etwas Herausforderndes zu machen und sich Musiker zu suchen, die mehr können als man selbst, sagt Thompson. „Das habe ich auch oft gemacht. Nur so wird man besser.“ Daneben plauderte der geniale Drummer auch aus dem Nähkästchen, erzählt von seiner Zusammenarbeit mit Zappa („Wir haben eine Menge crazy stuff zusammen gemacht“) oder mit „Genesis“ („Ich war noch nicht erfahren genug, um vor dem Auftritt nervös zu sein“).

 Kurzum: Ein wirklich spannender Abend, der mit einem großen Lob an „Buckeburge“ und „Germany“ endete: „Ich bin sehr überrascht, dass sich an einem Sonntagabend so viele Menschen für Drums interessieren“, freute sich Thompson über die große Resonanz. Wir sagen: Es hätten auch noch mehr sein dürfen. Übrigens:

 Zum nächsten Schlagzeug-Konzert im „Brauhaus“ wurde der Schlagzeuger der „Scorpions“ eingeladen. Vormerken!

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