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Musikgeschichte aus fünf Jahrhunderten

Bückeburg / Buchvorstellung Musikgeschichte aus fünf Jahrhunderten

„Pükkeburg du Götterhimmele“ – einen Einblick in das reiche Musikleben der ehemaligen Residenzstadt gibt ein Buch, das im Gemeindehaus der Stadtkirchengemeinde vorgestellt worden ist.

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Sie präsentieren 376 Seiten Bückeburger Musikgeschichte: Dietrich Tiggemann (von links), Margarete Tiggemann, Roswitha Sommer und Georg Tiggemann.

Quelle: mig

Bückeburg (mig). Autorin des 376 Seiten starken Bandes (Titel: „Studien zur Musikgeschichte Bückeburgs vom 16. bis zum 20. Jahrhundert“) ist Hildegard Tiggemann, die kurz vor der Drucklegung im Mai 2012 verstorben ist.

 „Wie in allen Gegenden Deutschland, so wurde auch im Schaumburger Land schon immer Musik gemacht, sei es in der einfachen Weise der Volksmusik oder aufwendiger in den Städten und in der Kirche, vor allem aber am Hofe der regierenden Fürsten.“ Mit diesem schönen Satz beginnt Hannelore Tiggemann ihr Mammutwerk, das den Leser auf einen Streifzug durch fünf Jahrhunderte Bückeburger Musikgeschichte, von der Hofmusik im Schloss bis hin zu den Komponisten Johann Sebastian Bach und Johann Christian Friedrich Bach führen wird.

 Viele Jahre hat die höchst kundige Autorin in Archiven und Bibliotheken geforscht und nach und nach zahlreiche Zeugnisse zutage gefördert. Da ist beispielsweise vom „Pasalterium Davidis“ die Rede, einem evangelisch-lateinischen Brevier aus der Stift Obernkirchen. Oder vom „Großen Kleinod: ein Diamant und seine Geschichte“. Kurz: Das Buch ist flüssig geschrieben und bis zum letzten Satz spannend zu lesen. In ihrem Vorwort bedankt sich Hildegard Tiggemann übrigens ausdrücklich bei Roswitha Sommer, die ihr bei der Herausgabe geholfen habe. Sommer habe die Verbindung zum Verlag gehalten, die Texte geordnet und als Lektorin gewirkt, wofür ihr an erster Stelle Dank gebühre.

 „Vor einem Jahr begannen die von schwerer Krankheit gezeichnete Autorin und ich, die von ihr verfassten Musikbeiträge zu einem Ganzen zusammenzufügen. Ich versprach ihr, für die Herausgabe des Buches unter ihrem Namen zu sorgen und es ihnen vorzustellen. Heute löse ich mein Versprechen ein“: Mit diesen Worten beleuchtete Roswitha Sommer ihre Rolle bei der Entstehung des Buches von Hildegard Tiggemann. In ihrer Vorstellung berichtete sie von der Hofmusik zur Zeit des Grafen (späteren Fürsten) Ernst, die unter seiner Regentschaft eine Blütezeit erreicht habe. „Die Autorin belegt die Bestallung von 48 Musikern“, führt Sommer aus. 1621 habe die Kapelle aus dem Kapellmeister, einem Vize-Kapellmeister, einem Organisten, fünf Engländern, drei Kapellknaben, vier Instrumentalisten, sechs Hofbläsern und sechs Stadtmusikern bestanden. Bildlich festgehalten wurde das Instrumentarium der Hofmusik des Fürsten Ernst übrigens in den Engelsfresken in der Kuppel des Mausoleums in Stadthagen.

 Eine interessante Anekdote findet sich auch zur Laufbahn des Hofkapellmeisters Richard Sahla, der eigentlich Leiter der neu gegründeten Orchester-Hochschule werden sollte, sich aber lieber als Freiwilliger in der Jägerkaserne meldete. Insgesamt, so lautete Sommers Fazit, könne das Haus Schaumburg-Lippe und die Stadt Bückeburg „stolz auf die vorliegende Musikgeschichte sein, die in Deutschland ihresgleichen sucht.“ Hildegard Tiggemann stelle ihre musikwissenschaftlichen Erkenntnisse in einen gesellschaftlichen Kontext, „sodass Musikliebhaber und Musizierende uns lebendig vor die Augen treten“.

 Im Anschluss an Grußworte von Landesbischof Karl-Hinrich Manzke („Man sieht hier, welche Schätze unsere Landeskirche bereithält“) und Pastor Wieland Kastning („Wir haben gesehen, dass wir mit unserem Musikschaffen auf breiten Schultern stehen“) bedankte sich Sohn Dietrich Tiggemann bei Roswitha Sommer für ihre Hilfe beim Fertigstellen des Buches. „Wir haben uns wahnsinnig gefreut, als das Buch auf dem Tisch lag.“ Die Mutter selbst habe immer vieles zusammengetragen und Puzzlestein für Puzzlestein zu einem Großen Ganzen zusammengefügt. „Als sie die Druckfahnen gesehen hat, ging ein großes Aufatmen durch ihren Körper. Wenn Sie noch gekonnt hätte, hätte sie ein Loblied angestimmt.“ Musikalisch untermalt wurde die Buchvorstellung von einem Sextett, das unter anderem die Kantate zur Geburt des Erbgrafen Christian zu Schaumburg-Lippe mit dem Titel „Pückeburg du Götterhimmele“ zu Gehör brachte.

 Hildegard Tiggemann wurde 1932 in Minden/Westfalen geboren und lebte seit 1960 in Bückeburg. Tiggemann hat in Freiburg Schulmusik studiert (Meisterklasse Querflöte) und in Herford Kirchenmusik. Als freischaffende Musikerin wirkte sie in folgenden Bereichen: Querflöten- und Klavierunterricht, Organistendienst und Kammermusik. Seit 1988 wissenschaftliche Bearbeitung und Veröffentlichung musikgeschichtlicher Themen. Das Buch „Studien zur Musikgeschichte Bückeburgs vom 16. bis zum 20. Jahrhundert“ ist im Verlag Hahnsche Buchhandlung unter der ISBN: 978-3-7752-6166-1 erschienen, hat 376 Seiten und 53 Abbildungen und kostet 39 Euro.

 Sie präsentieren 376 Seiten Bückeburger Musikgeschichte: Dietrich Tiggemann (von links), Margarete Tiggemann, Roswitha Sommer und Georg Tiggemann.Foto: mig

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