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Muskelspiele der Verteidigung

Bedrohung, Beleidigung und versuchte Nötigung vorgeworfen Muskelspiele der Verteidigung

Mit einem Befangenheitsantrag gegen Richter Armin Böhm war Verteidiger Christian Antpöhler bereits zum Auftakt des Prozesses gescheitert. Böhm, damals Direktor des Amtsgerichts in Bückeburg, ist zwischenzeitlich pensioniert. Übernommen hat das Verfahren Richter Dirk von Behren.

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Bückeburg. Beim zweiten Anlauf versuchte es Antpöhler jetzt erneut. Diesmal lehnte er von Behren ab – aus anderen Gründen. Erneut gerät der eigentliche Fall angesichts dieser Muskelspiele in den Hintergrund. Es geht um eine gescheiterte Beziehung und die strafrechtlichen Folgen: Bedrohung, Beleidigung und versuchte Nötigung wirft Staatsanwalt André Lüth dem Angeklagten vor, insgesamt sieben Taten. Tatort ist jeweils Bückeburg.

 Zur Verhandlung erschien der Mann (42), ein Handwerker aus Bremen, auch diesmal nicht. Sollte er es sich noch anders überlegen, warten mehrere Wachtmeister in der Sicherheitsschleuse des Justizgebäudes, um ihn vorsichtshalber zu durchsuchen und eventuell auch im Saal zu beobachten. Seine Ex wird vom Bückeburger Büro der Opferhilfe betreut.

 Die Entscheidung über den Befangenheitsantrag trifft ein anderer Richter. Sie stand zuletzt noch aus. Von Behren hatte einen Antrag Antpöhlers auf Beiordnung als Pflichtverteidiger zunächst abgelehnt. Der Anwalt unterstellt, dass der Richter deshalb voreingenommen ist. Antpöhler ist mittlerweile beigeordnet – ebenso wie Maxie Böllert-Staunau, die Anwältin der früheren Verlobten (36) des Angeklagten.

 Welche Strategie die Verteidigung verfolgt, lässt sich nur vermuten. Fest steht: Wiederum muss das mutmaßliche Opfer warten, vielleicht auch bangen. „Diese Person macht mich seit sieben Jahren fertig“, hatte die Frau im ersten Prozess zu Protokoll gegeben. Nach der Trennung 2007 soll der Mann seine Verflossene verfolgt und bedroht haben. Im Internet soll er ihr das Leben zur Hölle gemacht und beispielsweise bei Facebook angekündigt haben: „Ich finde heraus, wo Du in Bückeburg wohnst.“ Der Tonfall in jenen Mails, die Staatsanwalt Lüth dem Angeklagten zuordnet, schwankt zwischen aggressiv, weinerlich und euphorisch.

 Einmal droht der Verfasser („Du gehörst mir“), dessen Identität erst noch bewiesen werden muss: „Wenn ich Dich in die Finger kriege, werde ich Dich schön verprügeln.“ Ein anderes Mal kündigt er eine Entführung der Frau auf die Malediven an, wo „beide sterben“ würden. Dann wieder werden ihr detailliert wahre Wonnen der körperlichen Liebe versprochen.

 Die Verhandlung ist derzeit unterbrochen. Anfang November geht es weiter. ly

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