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Nané Lénard stellt „SchattenSucht“ auf der Frankfurter Buchmesse vor

Bückeburger Autorin Nané Lénard stellt „SchattenSucht“ auf der Frankfurter Buchmesse vor

Um finstere Themen ist Nané Lénard noch nie verlegen gewesen, doch in ihrem neuen Kriminalroman blickt die Bückeburger Autorin in besonders tiefe Abgründe: „SchattenSucht“ lautet der Titel des mittlerweile siebten Kriminalromans um das bewährte heimische Ermittlerduo, den erfahrenen Alt-Kommissar Wolf Hetzer und seinen Kollegen Peter Kruse.

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Nané Lénard mit Bestseller-Autor Sebastian Fitzek auf der Frankfurter Buchmesse.

Quelle: jp

Bückeburg. Diesmal spielt sich die Handlung wieder überwiegend im Bereich der historischen Residenzstadt ab. Dabei verzichtet die Autorin auch diesmal nicht auf die erzählerischen Ausflüge nach Hannover und ins Ostfriesische.

 Es ist winterlich kalt in Bückeburg im Dezember 2014: Die ersten Schneeflocken fallen, in der Fußgängerzone nimmt der alljährliche Weihnachtsmarkt seinen Lauf, und weder Kommissar Hetzer noch sein Kollege Kruse oder dessen Lebensgefährtin, die Gerichtsmedizinerin Nadja Serafin, ahnen, dass es nicht nur für die Polizei der Ex-Residenz eine unruhige Vorweihnachtszeit werden soll und von Besinnlichkeit angesichts mehrerer Leichen kaum die Rede sein kann.

 Den ersten Toten erlebt dabei mit dem Idaturm ein echtes Bückeburger Wahrzeichen. Der Mörder aus „SchattenSucht“ lässt gleich auf den ersten Seiten ein junges Mädchen die 28 Meter von den Zinnen des Turms hinabstürzen. Warum? Das bleibt zunächst für den Leser genauso nebulös wie der Verbleib der Leiche. Denn rund um den Idaturm gehen die Vorbereitungen zur Wiedereröffnung des beliebten Ausflugsziels unter Regie einer sehr bekannten Bückeburger Gastronomie weiterhin ihren geplanten Gang, ohne von einer zerschmetterten Leiche gestört zu werden, die dort doch eigentlich direkt im Blickfeld von Spaziergängern und Gastronomen liegen müsste.

 Noch viel gespenstischer mutet der zweite Tote an, der von einer Spaziergängerin nebst Schäferhündin erhängt an einem Baum im Wesergebirge gefunden wird. Was zunächst wie ein Selbstmord aussieht, gerät zunehmend zum bizarren Rätselspiel aufgrund eines Geldfundes nahe dem Erhängten: 6000 Euro in einer Papiertüte. Aber wenn der Selbstmord gar keiner war, sondern ein Mord und das Geld dafür der Grund war, wieso liegen die Euroscheine dann im nassen Gras nahe dem Waldrand?

 Zugleich brütet Thorsten Büthe, Fallanalytiker des Landeskriminalamtes (LKA) in Hannover, über dem Fall dreier auf ebenso mysteriöser Weise und wiederum in einem Wald ums Leben gekommenen Mädchen: Sie wurden in der Eilenriede, dem bekannten Stadtwald Hannovers, in einem Zelt aufgefunden. Auch dort deutete zunächst alles auf einen Selbstmord hin, bis der LKA-Spezialist unter den Spuren ein winziges Detail entdeckt, das mit der Selbstmordhypothese nicht in Einklang zu bringen ist.

 Wie schon in ihren früheren Kriminalromanen scheut Lénard auch diesmal neben aller Spannung bei der Tätersuche vor heiklen gesellschaftspolitischen Themen nicht zurück. Diesmal sind es mit den Themen Suizid und Sterbehilfe besonders sensible und schmerzempfindliche Problemfelder.

 Passend zu solch schwer verdaulichen Themeneinschlägen wie Krebs, unheilbarer Erbkrankheiten, Alzheimer oder der Begleitung Sterbender auf ihrem letzten Weg legt das ganze Buch erzählerisch eine deutlich ruhigere, phasenweise schwermütige Gangart an den Tag, verzichtet ganz auf die hektischen, atemlosen Zeitsprünge und Ortswechsel früherer „Schatten“-Krimis oder die exorbitanten Blutbäder, durch die die Ermittler Hetzer und Kruse zu waten hatten.

 Mit den Figuren verhält es sich nach sieben „Schatten“-Romanen wie mit einem gut eingespielten „Tatort“-Team. Man kennt und schätzt sie inzwischen mit all ihren Eigenarten und Schrullen.

 Ganz neu eingeführt in das „Schatten“-Ensemble wird Lokaljournalist Berti – sprunghaft, unsolide und leichtfertig, mit diversen Lastern und wechselndem Erfolg bei Frauen. Ihn verschlägt es berufsbedingt aus dem Ostfriesischen nach Bückeburg, wo er eher zufällig Teil der Ermittlungen wird. Sein Auftritt trägt den Charakter einer Ouvertüre, sodass zu erwarten ist, dass ihm die Autorin in künftigen Hetzer-Krimis eine gewichtigere Rolle zukommen lassen wird. jp

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