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„Nathan der Weise“ aktueller denn je

70 Jahre Kulturverein „Nathan der Weise“ aktueller denn je

Der Kulturverein Bückeburg wird in diesem Jahr 70 Jahre alt. Aus diesem Anlass kehrt das erste am 12. September 1947 aufgeführte Theaterstück „Nathan der Weise“ zurück in den Rathaussaal. „Ein Stück, das schon damals anregte und hoffen ließ“, sagt die stellvertretende Vorsitzende Ute Mai. Und aktueller sei denn je.

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Kulturverein, Theatermacher, Vertreter des Adolfinums und der fördernden Institutionen freuen sich auf ein hoffentlich ausverkauftes Haus am 21. Februar.

Quelle: rc

Bückeburg. Das Ideendrama von Gotthold Ephraim Lessing, das als ein lebendiges Zeichen für eine tolerante Gesellschaft gesehen wird, wird vom Theater Poetenpack aus Potsdam unter der Regie von Andrea Hueck aufgeführt. In die Inszenierung werden Schüler der Theatergruppen und Sprachlernklassen des Gymnasiums Adolfinum integriert. Derzeit laufen im Rahmen eines Workshops im Rathaussaal und im Forum des Adolfinums die Proben. Die Aufführung ist am Dienstag, 21. Februar, ab 19 Uhr im Rathaussaal. Karten gibt es ab sofort beim Kulturverein in der Touristinfo.

30.000 Euro Spenden

in Potsdam gesammelt

„Die gesellschaftliche Relevanz des Dramas um die Verständigung der Weltreligionen ist aktueller denn je“, stellte Kulturvereins-Geschäftsführerin Johanna Woydt im Rahmen eines Pressegesprächs fest, in dem Regisseur Hueck, die Schauspielerin Sylvia Rentmeister sowie Adolfinums-Direktor Michael Pavel und Theaterkoordinator Volkmar Heuer-Strathmann die Inszenierung erläuterten. Die Idee wurde noch vor Beginn der Flüchtlingswelle 2015 in Potsdam geboren, wie Hueck erläuterte. In Potsdam konnten 30.000 Euro an Spenden gesammelt werden, um „Nathan“ in der neuen Inszenierung und mit Flüchtlingen als Schauspieler auf die Bühne zu bringen. Eine Inszenierung, bei der es sich anbot, diese auch an anderen Orten aufzuführen. Was jetzt in Bückeburg geschieht.

18 Schüler werden

in das Stück integriert

Insgesamt 18 Schüler des Adolfinums, darunter sechs aus der Sprachlernklasse, werden in das Stück integriert. Sie erweitern das Stück aus der Sicht der Jugendlichen um spirituelle, kulturelle und machtpolitische Elemente. Sie spielen Szenen ihrer Religionen wie Erstkommunion, muslimisches Morgengebet und Waschungen oder die jüdische Hochzeit und Beerdigung. „Wir haben Formen gefunden, wie es mit Nathan zusammengehen kann“, ist sich Huecks sicher.

Wie Theaterkoordinator Heuer-Strathmann sagte, sei „Nathan der Weise“ in dem betreffenden Jahrgang mit einiger Unruhe aufgenommen worden: „Ein Reclam-Heft, das nicht auf der Abiliste steht.“ Die Unruhe sei aber inzwischen einer großen Neugierde gewichen.

Laut Mai habe sich der Kulturverein von Anfang an auf die Fahnen geschrieben, Schüler und Jugendliche mit „wertvollem Kulturgut“ vertraut zu machen. Ein Ansinnen, das in Paragraf 3 der Vereinssatzung festgehalten wurde. rc

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