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Neschen: „Wir überstehenauch die Insolvenz“

Gläubigerversammlungen in Bückeburg Neschen: „Wir überstehenauch die Insolvenz“

Die Gläubigerversammlung der Neschen AG hat gestern mit großer Mehrheit den Sachwalter Arndt Geiwitz in seinem Amt bestätigt und entschieden, dass der vom Insolvenzgericht eingesetzte Gläubigerausschuss von sieben auf acht Sitze erhöht wird.

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Begrüßung vor dem zum Sitzungssaal umfunktionierten Rathaussaal: Insolvenzrichter Wolfgang Gloede (von rechts), Restrukturierungsvorstand Bettina Breitenbücher, Vorstandssprecher Henrik Felbier und Sachwalter Arndt Geiwitz.

Quelle: rc

Bückeburg. Dem Gremium gehört künftig auch ein Vertreter der Bundesanstalt für Arbeit an. Insgesamt wurden Forderungen von 67 Millionen Euro angemeldet, so die Informationen unserer Zeitung. 46 Millionen sollen eingereichte Forderungen des Hauptgläubigers Sandton sein. Etwa 27 Millionen Euro soll die Holding Neschen Benelux B.V. geltend machen. Weitere Beschlüsse – beispielsweise zum Verkauf des Unternehmens, zum Fortgang des Verfahrens oder zur Verwertung der Insolvenzmasse – standen nicht an. Am 1. Juli hatte das Insolvenzgericht Bückeburg das Insolvenzverfahren eröffnet und Eigenverwaltung angeordnet.

 Sandton scheiterte mit seinem Antrag, im Gläubigerausschuss mit Sitz und Stimme vertreten zu sein, da die Legitimationen der rechtlichen Vertreter des US-Fonds nicht anerkannt wurden, ihm also kein Stimmrecht zuerkannt wurde. Diese Entscheidung soll zu heftigen Turbulenzen und Wortgefechten geführt haben. In der Sache ist eine Feststellungsklage der Neschen AG beim Landgericht Bückeburg anhängig, dass Sandton die Kredite nicht rechtmäßig erworben habe.

 Im Großen Rathaussaal hatte am Morgen die Gläubigerversammlung der Neschen AG begonnen, die der Holding Neschen Benelux B.V. folgte am Nachmittag. Mehr als 200 Gläubiger waren zu der Versammlung der AG gekommen. Ein erheblicher Teil davon waren Mitarbeiter, die durch die Insolvenz in Eigenverwaltung des Unternehmens auch als Gläubiger betroffen sind. „Wir hoffen alle, dass es weitergeht und heute Positives herauskommt“, sagte einer der Betroffenen. Es müsse Ruhe einkehren. „Wir sind alle älter. Sollte die Rettung des Unternehmens scheitern, wird es schwierig für uns, noch Arbeitsplätze in der Region zu finden.“

 Als sich gegen 12.30 Uhr, nach zweieinhalbstündigen Berichten zur Lage durch Sachwalter Geiwitz, Neschen-Vorstandssprecher Henrik Felbier und Restrukturierungsvorstand Bettina Breitenbücher, die Türen für die erste Pause öffneten, war Optimismus zu spüren. „Positive Darstellungen“, kommentierte einer knapp. Er sei optimistisch, dass Neschen auch diese Krise überwinde. Eine andere meinte: „Wir haben so viel überstanden, wir überstehen auch diese Insolvenz.“

 Den Optimismus schöpften sie aus dem, was ihnen Sachwalter und Vorstand an Zahlen präsentiert hatten. Die Geschäfte laufen, wenngleich es im ersten Halbjahr zu Umsatzeinbußen gekommen sein soll. Auch operative Gewinne werden verbucht. Auf einem Treuhandkonto sollen etwa 2,5 Millionen Euro liegen – nicht zuletzt dadurch bedingt, dass Löhne und Gehälter von der Bundesagentur für Arbeit im Rahmen des Insolvenzausfallgeldes bezahlt wurden. Es gebe Investoren, die für den Kauf des Unternehmens zwischen zehn und 15 Millionen Euro geboten haben sollen.

 Kurzfristig wurde vom Insolvenzgericht noch ein Sondersachwalter bestellt, Rechtsanwalt Stefan Höltershinken aus Minden. Er vertritt vollumfänglich die Gläubigerin Neschen AG und die Neschen Benelux B.V. – nach Informationen unserer Zeitung wegen der erheblichen Interessenkonflikte zwischen der Neschen Benelux B.V. und der Neschen AG. rc

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