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Bückeburg Stadt Neue Wohncontainer für Obdachlose in Bückeburg
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Neue Wohncontainer für Obdachlose in Bückeburg
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14:03 06.11.2018
Modulbau und Wohnhaus am Bahnhof werden abgerissen. Quelle: kk
Bückeburg

Unter dem Strich bleibt die Zahl der Wohnungen gleich.

Da viele Obdachlose sozial entwurzelt oder suchtkrank sind, wird über ein Projekt zur sozialen Betreuung nachgedacht. Erster Schritt in diese Richtung soll ein „Runder Tisch“ mit Trägern der freien Wohlfahrtspflege sein.

Im Bau- und Umweltausschuss des Rates standen jetzt aber die bautechnischen und organisatorischen Aspekte im Mittelpunkt. Hintergrund ist, dass mehrere Gebäude und Wohncontainer abgängig sind und abgerissen werden müssen. Derzeit werden Obdachlose im Bereich des Bahnhofs und an der Schaumburger Straße in Evesen untergebracht. An diesen Standorten wird sich grundsätzlich auch nichts ändern. Die Stadt ist verpflichtet, Unterbringungsmöglichkeiten für Wohnungslose vorzuhalten. Derzeit leben 15 bis 20 Betroffene in der Stadt.

Laut einer Vorlage der Verwaltung für den Bauausschuss und den Ausschuss für Jugend und Familie ist ein Stufenplan zur Umsetzung vorgesehen. In einem ersten Schritt werden bis Herbst 2019 an der Schaumburger Straße in Evesen fünf neue Wohn- und ein Technikcontainer errichtet. In diese sollen dann vorübergehend die Bewohner eines baufälligen Modulhauses einziehen, das sich am Bahnhof befindet.

Abbrucharbeiten vorgesehen

Dort sind bis Ende 2019 Abbrucharbeiten vorgesehen. Einmal wird das marode Holz-Modulhaus beseitigt. Außerdem wird ein massives Wohnhaus (Am Bahnhof 2) abgerissen. In dem zweigeschossigen Gebäude waren vom Landkreis Wohnungen für Flüchtlinge angemietet worden, die aber nicht mehr benötigt werden. In der Vergangenheit waren dort auch schon Obdachlose untergebracht.

Das Gebäude weist erhebliche Wasserschäden auf und ist nicht mehr standsicher. Unter anderem sind Holzdecken und Lehmausfachungen durchfeuchtet. Durch den Ausfall von zwei Tauchpumpen war es im Sommer auch im Keller zu einem Wassereinbruch gekommen, dem unter anderem die Gastherme zum Opfer fiel. Unter dem Strich rechnet sich die Gebäudesanierung nicht mehr: Die Instandsetzungskosten wären deutlich höher als der Gebäudewert.

Auf dem frei werdenden Grundstück werden – so der Plan – bis Herbst 2020 fünf neue Wohncontainer und ein Technikcontainer errichtet, in die die zwischenzeitlich in Evesen untergebrachten Personen einziehen sollen. Es wurde darauf verzichtet, die bestehenden fünf modernen Container von 2015 am Bahnhof einfach zu erweitern, damit die Betroffenen nicht auf engstem Raum leben müssen.

Bis Ende 2020 wird dann der Standort Evesen neu geordnet. Die Bewohner der alten, ebenfalls abgängigen Modul-Unterkünfte, ziehen in die jetzt frei gewordenen neuen Räume um. Die alten Holzmodul-Unterkünfte werden abgerissen.

Von Karsten Klaus

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Obdachlose müssen nicht nur menschenwürdige Quartiere erhalten, sondern benötigen häufig auch eine intensive soziale Betreuung. Das ist auch den Verantwortlichen der Stadt bewusst. Nur: Bückeburg ist nicht zuständig – und kann diese Betreuung aus finanziellen Gründen auch nicht freiwillig leisten.
Daher ist die Verwaltung vor Kurzem an alle heimischen Träger der freien Wohlfahrtspflege wie Diakonie, Arbeiterwohlfahrt und Caritas herangetreten, um ein entsprechendes Projekt anzuschieben und die Möglichkeiten dafür auszuloten. Ein „Runder Tisch“ soll demnächst entsprechende Maßnahmen erörtern. Auch der Ratsausschuss für Jugend und Familie hat das Thema auf der Tagesordnung.
Ein Sozialarbeiter, der sich um die Obdachlosen, von denen viele gesellschaftlich entwurzelt oder suchtkrank sind, kümmert, wäre auch im Sinne der Nachbarn der Quartiere. Diese beklagen sich nämlich regelmäßig über Probleme wie Lärm, Müll oder Randale. Sie wünschen sich einen Ansprechpartner für solche Fälle. kk