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Bückeburg Stadt Nice Guys in Schraub-Bar
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Nice Guys in Schraub-Bar
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00:16 27.04.2016
Zweite Konzerthälfte in der Schraub-Bar: Herr Schulzik spielt im Rock. Quelle: jp
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Bückeburg

 Sänger Olaf Schulzik, Gitarrist Achim Serak, Bassist Sven Horl und Schlagzeuger Salvatore di Bella unterstrichen von der ersten Sekunde ihres energiegeladenen Parforce-Ritts von AC/DCs „Highway to hell“ über Deep Purples „Perfect stranger“ bis zu „Along comes Mary“ von der Bloodhound Gang, dass man sie vielleicht als alt betrachten, aber ganz bestimmt nicht zum alten Eisen zählen darf.

 Wer die Nice Guys kennt, weiß, dass es bei all ihren Auftritten einige unverzichtbare Standards gibt. So zum Beispiel die ewig gültige Aussage „Ich liebe euch alle!“ von Frontmann Olaf Schulzik sowie sein Bühnen-Outfit, zu dem statt einer Hose grundsätzlich ein Rock zählt. Diesen sucht man als aufmerksamer Konzertbesucher jedoch zu Beginn des Auftritts in der „Schraube“ vergeblich an den Beinen des Sängers. „Ich hatte einfach keinen Bock auf Rock“, gab der Sänger in der Pause unumwunden zu, um sich dann allerdings für den zweiten Teil des Abends des gewohnten Beinkleides zu bedienen. Darüber zeigte sich auch Konzertbesucher und Nice-Guys-Urfan Alexander Fensch derart erleichtert, dass er sich lautstark Helene Fischers „Atemlos durch die Nacht“ wünschte – was ihm die Band allerdings nicht erfüllte.

 Stattdessen gab die Band unter anderem mit „The Seeker“ von The Who, „Black Night“ von Deep Purple und „Gimme all your lovin“ von ZZ Top dem Affen ordentlich Zucker und dem Publikum Feuer. So richtig aus dem Häuschen brachten die Nice Guys sich und das Publikum bei ihrer ewigen „Nationalhymne“ „Immer Rock’n’Roll“ von den Hamburger Kult-Rockern Ohrenfeindt: „Zwei Finger in die Luft und die Faust geballt – es ist niemals zu laut, du bist höchstens zu alt! Volle Kraft voraus, keine Zeit für halben Kram – Licht aus, Spot an, es ist Rock’n’Roll-Alarm!“ Genauso vehement aufs Rock-Gaspedal traten Schulzik & Co. bei Neil Youngs „Rocking in the free world“, einem Song, der nur wenige Monate älter ist als die Band und seit deren Gründung noch auf keinem ihrer Konzerte fehlte.

 Auch Neuheiten haben die Musiker ins Programm genommen. Während ein Rock-Klassiker wie „My Sharona“ von The Knack wie für sie geschrieben scheint, würde man eine New-Wave-Band wie die Simple Minds und ihren Achtziger-Superhit „Don’t You“ auf Anhieb kaum mit einer Rock-Combo wie den Nice Guys assoziieren.

 Ordentlich was auf die Ohren für die Heimfahrt und für Zuhause hatten die Nice Guys im Übrigen auch in petto: An diesem Abend gab es die „Extraordinäre, exklusive erste Brennung“ ihrer neuen Live-CD zu erwerben, aufgenommen während der legendären Probenraum-Party im Dezember vergangenen Jahres.

Von Johannes Pietsch

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