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„Nicht nur Schweine auf dieser Welt“

Prozess gegen mutmaßlichen Vergewaltiger „Nicht nur Schweine auf dieser Welt“

Zweiter Anlauf im Vergewaltigungsprozess gegen einen früheren Bückeburger: Achtmal soll der heute 33-Jährige seine damalige Freundin mit Gewalt zum Sex gezwungen haben.

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Bückeburg. Staatsanwalt Nils-Holger Dreißig wirft ihm außerdem Körperverletzung, Bedrohung, Beleidigung, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch vor, alles zusammen 13 Taten, die zum Teil schon einige Jahre zurückliegen. Zum ersten Übergriff soll es Anfang 2011 gekommen sein.

 Verhandelt wird vor der 2. Großen Strafkammer am Bückeburger Landgericht. Im Fall eines Schuldspruchs muss der Angeklagte mit mehreren Jahren Haft rechnen. Im März hatten die Beteiligten einen ersten Anlauf genommen, bevor das Gericht die Hauptverhandlung aussetzte, um ein Gutachten zur Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers einzuholen. Es steht Aussage gegen Aussage. Das Gutachten liegt zwischenzeitlich vor, über den Inhalt ist noch nichts bekannt.

 Anders als im ersten Aufguss macht der Angeklagte diesmal von seinem Schweigerecht Gebrauch, offenbar auf Anraten seines Verteidigers Christoph Rautenstengel. Daraus darf dem 33-Jährigen kein Strick gedreht werden. Im März hatte er geredet wie ein Wasserfall und seine Unschuld beteuert (wir berichteten). Der Bückeburger will seiner Freundin demnach „jeden Wunsch von den Lippen abgelesen“ haben, um ihr zu beweisen, „dass es nicht nur Schweine gibt auf dieser Welt“.

 In der Anklageschrift, die Staatsanwalt Dreißig am Freitag verlesen hat, stellt sich das vollkommen anders dar. Der 33-Jährige wird darin als „besitzergreifend und eifersüchtig“ beschrieben. Vermutlich aus Eifersucht soll er die Frau mehrfach sechs bis sieben Sekunden lang gewürgt haben. „Er hörte erst auf, als sie zusammensackte“, hieß es. Zuvor soll der Mann seiner Freundin büschelweise Haare ausgerissen, sie als „Hure“ und „Schlampe“ beschimpft haben. Er habe Hausverbot gehabt und die Wohnungstür eingetreten.

 Wiederholt soll die Bückeburgerin in anderen Fällen Faustschläge ins Gesicht bekommen haben, einmal in die Rippen. Für den Fall, dass sie ihren Freund verlässt oder bei der Polizei anzeigt, sei die Frau mit dem Tode bedroht worden. Sexuelle Übergriffe habe sie aus Angst über sich ergehen lassen. Die Beziehung dauerte mehrere Jahre, allerdings mit Unterbrechungen. Mehr als einmal machte die Frau Schluss, kehrte aber zu ihrem Freund zurück.

 Im Verfahren wird sie vom Bückeburger Büro der Opferhilfe betreut, zur Aussage vor Gericht von Büroleiterin Dagmar Behrens begleitet. Die Zeugin sagt unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus. Beantragt hatte dies Opferanwältin Maxie Böllert-Staunau. Über Details der Vernehmung ist bislang nichts verlautet.

 Für den Prozess hat Richterin Eike Höcker, Präsidentin des Landgerichts und Vorsitzende der 2. Großen Strafkammer, zunächst fünf Sitzungstage anberaumt, an denen 14 Zeugen und eine Gutachterin vernommen werden sollen.

 Nach dem bisherigen Zeitplan könnte das Urteil am Donnerstag, 6. August, verkündet werden. ly

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