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Nicht zulässig

Keine weiteren Auftritte im Wirtshaus „Zur Falle" Nicht zulässig

Thorwald Hey kann von sich sagen, einen historischen Moment erlebt zu haben.

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Im Biergarten der „Falle“ wird es nach jetzigem Stand nie wieder Freiluftkonzerte geben.

Quelle: JP

Bückeburg. Mit seiner Rock-Pop-Oldie-Formation „Route 66“ war es der CDU-Ratsherr, der am 27. August dieses Jahres das letzte Konzert im Biergarten des Historischen Wirtshauses „Zur Falle“ bestritt. Weitere Auftritte dieser Art wird es an dieser Stelle wohl nie wieder geben. Im Zuge des erneut aufgeflammten „Bückeburger Lärmstreits“ verbot das Bauordnungsamt des Landkreises Schaumburg dem Wirtshaus jetzt generell Konzertveranstaltungen unter freiem Himmel.

Vorausgegangen war der jüngsten Eskalation der Lärmdebatte der Antrag von „Falle“-Wirtin Yvonne Dazenko an den Landkreis zur Genehmigung eines Konzerts der Blues-Formation „Molle’s Tough Cocktail“ am heutigen Freitagabend im rückwärtig gelegenen Biergarten. Also an genau der Stelle, an der noch vor einem Monat die Band „Route 66“ mit schriftlicher Genehmigung des Landkreises bis 0 Uhr musizieren durfte.

Zunächst hatte das zuständige Bauordnungsamt (wir berichteten) mit Hinweis auf eine über eine Mindener Anwaltskanzlei eingegangene Anwohnerbeschwerde wegen „unzumutbarer Beeinträchtigungen durch Musik“ verwiesen und von Dazenko eine Schallemissionsprognose eingefordert. Zusätzlich sollte die „Falle“-Wirtin eine Bestätigung des Ordnungsamtes der Stadt Bückeburg beibringen, dass eine bestimmte Zahl von Veranstaltungstagen nicht überschritten worden sei.

Doch noch vor Ablauf der gesetzten Frist scheint man es sich beim Landkreis anders überlegt zu haben. Anstatt auf Schallemissionsprognose oder Schriftstücke aus dem Bückeburger Rathaus zu warten, machte das Bauordnungsamt lieber Tabula rasa und teilte Dazenko mit, dass nicht nur die am 30. September geplante Veranstaltung, sondern „grundsätzlich Veranstaltungen dieser Art im Biergarten“ nicht zulässig seien. Zur Begründung zieht das Amt ein am 1. November 2006 vor dem Verwaltungsgericht Hannover ergangenes Urteil aus der Schublade.

Gegen baurechtliche Genehmigung geklagt

Seinerzeit hatten drei Personen aus Bückeburg und Rinteln (darunter auch der Nachbar der „Falle“) gegen die baurechtliche Genehmigung des Biergartens durch die Stadt Bückeburg geklagt. Übrigens ohne Erfolg – das Verwaltungsgericht gestattete vielmehr den Biergartenbetrieb, allerdings nur bis 22 Uhr. Die Wiedergabe von Musik jeglicher Art, ob von Band, Radio oder live mit Musikinstrumenten sei jedoch auf der Freifläche grundsätzlich untersagt, was auch schon in der vom Landkreis ein Jahr zuvor – am 12. Mai 2005 – ausgestellten Betriebsgenehmigung für die „Falle“ vermerkt sei, so das aktuelle Schreiben aus Stadthagen. Das besagte Urteil habe auch nach zehn Jahren für die „Falle“ noch Rechtswirksamkeit, so das Amt weiter, „weil sich an Art und Weise der Betriebsführung und der baulichen Anlage kaum etwas geändert hat, was bezüglich der zulässigen Emissionen von Relevanz wäre“.

Die Antwort auf die sich nun natürlich unweigerlich aufdrängende Frage, weshalb trotz solcher seit 2005 geltenden Einschränkungen der Auftritt der Band „Route 66“ am 27. August ganz offiziell genehmigt werden konnte, bleibt das Bauordnungsamt schuldig. Stattdessen wird sicherheitshalber darauf hingewiesen, dass es einer „förmlichen Untersagung“ des Konzerts am heutigen Freitag nicht mehr bedürfe und man seitens des Amts sicherheitshalber auch gleich die Stadt und die Polizei Bückeburg von dem generellen Verbot in Kenntnis gesetzt habe.

Dazenko weiß angesichts solcher Behördenschreiben nicht so recht, ob sie lachen oder verzweifeln soll: „Es ist ja nun amtlich, dass ich in Zukunft gar keine Veranstaltungen mehr planen darf. Wir dürfen nicht mal Radio, Musik et cetera im Biergarten laufen lassen. Das ist einfach nur noch lachhaft.“

Entmutigen lassen will sich die „Falle“-Wirtin hingegen auf keinen Fall: Das Konzert von „Molle’s Tough Cocktail“ findet heute Abend auf jeden Fall statt, nur eben im Innern des Gebäudes. „Für alle Bückeburger und Nicht-Bückeburger: Ich lasse mir den Spaß nicht vermiesen!“, schrieb die selbstbewusste „Falle“-Wirtin als Reaktion via Facebook. „Right on!“, kommentierte als Erster Alexander zu Schaumburg-Lippe den Beitrag. jp

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