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Noch ist es eine Schlammwüste

Bückeburger Niederung Noch ist es eine Schlammwüste

In der Bückeburger Niederung ist die Renaturierung eines weiteren Abschnitts der Aue in Angriff genommen worden. Rund 320 Meter davon werden nördlich der Bahnbrücke wieder in einen naturnahen Zustand versetzt.

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320 Meter Aue vor der Bahnbrücke in Evesen sind in den vergangenen Tagen renaturiert worden: Noch ist die Fläche eine Schlammwüste, in einem halben Jahr wird sich die Natur alles zurückerobert haben.

Quelle: rc

Bückeburg. Statt eines „öden und trostlosen“ kanalisierten Fließgewässer mit hohen Uferböschungen wird durch den Einbau von Totholz und Kiesschüttungen ein mäandernder Bachlauf mit aufgelockerten Böschungsabschnitten, gewässernahen Überflutungsbereichen und vielfältigen Lebensräumen geschaffen.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 61.500 Euro und werden zu 90 Prozent aus dem Förderprogramm „Fließgewässerentwicklung“ des Landes Niedersachsen und der EU gefördert. Der verbliebene zehnprozentige Anteil wird aus Ersatzmitteln des Landkreises Schaumburg bestritten, wie Matthias Dornbusch von der Unteren Wasserbehörde des Landkreises während eines Ortstermins mitteilte. Die Flächen und Gewässerrandstreifen stellen nach Angaben von Baubereichsleiter Jörg Klostermann die Stadt Bückeburg und der Unterhaltungsverband Bückeburger Aue zur Verfügung.

Grundlage der Renaturierung ist die im Jahr 2000 verabschiedete EU-Wasserrahmenrichtlinie, die unter anderem einen guten ökologischen Zustand für natürliche Gewässer wie die Bückeburger Aue bis zum Jahr 2021 fordert. Wie Dornbusch ausführte, seien im gesamten Lauf der Bückeburger Aue in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen zur Renaturierung durchgeführt worden. Außer im Auetal, in Eilsen und Obernkirchen sei die Aue auch im Bereich Bückeburg an zahlreichen Stellen umgestaltet worden. „In der Niederung sind wir so gut wie durch“, sagte Dornbusch. Lediglich südlich der Bahnbrücke in Richtung Petzen müsse noch renaturiert werden.

Wie Dornbusch mitteilte, weist der Aue-Abschnitt einige ökologische Defizite auf. Als Erstes erwähnte er die Nährstoffproblematik, die durch die Landwirtschaft, Kläranlagen sowie Privatleute in die Aue eingebracht werden. Mithilfe der Renaturierung würden die Selbstreinigungskräfte des Gewässers verbessert. Als Zweites nannte Dornbusch die fehlende Dynamik des ausgebauten Fließquerschnitts des Abschnitts – eher ein Kanal denn ein Bach. Dieser wird jetzt durch Bagger geschaffen. Die Böschungsabschnitte werden aufgelockert und gewässernahe Überflutungsbereiche durch Bodenabgrabungen sowie den Einbau von Totholz – also von Bäumen und Baumwurzeln – und Kiesschüttungen geschaffen. Der Bach schlängelt sich wieder. Durch die Maßnahmen werden vielfältige Strukturen geschaffen, Laichplätze und Unterstände für Fische sowie Lebensräume für Kleinstlebewesen angelegt. Durch den sohlenahen Einbau ist sichergestellt, dass die Anlagen bei größeren Abflüssen überströmt werden.

„Hydraulische Nachteile sind nicht zu erwarten“, versicherte Dornbusch. Durch die gewässernahen Bodenausgrabungen würde vielmehr zusätzlicher Überflutungsraum in einer Größenordnung von rund 2700 Kubikmetern geschaffen. Und: Links und rechts der Aue blieben die Ufer in der gewohnten Höhe. Die Landwirtschaft habe nicht zu befürchten, dass ihre Wiesen und Felder bei Starkregen oder Überschwemmungen eher überflutet würden. Wie Dornbusch im Hinblick auf die immer wieder aufflammende Diskussion mit der Landwirtschaft versicherte, seien alle Maßnahmen mit den angrenzenden Grundstückseigentümern sowie beteiligten Firmen und Institutionen abgestimmt.

Noch in dieser Woche wird die Renaturierung, die durch die Firma Wöhler aus Porta Westfalica erfolgt, abgeschlossen sein. Der Bodenaushub bleibt vor Ort und wird auf einem angrenzenden Acker aufgebracht. Zwar sieht es nach der Renaturierung auch angesichts des Regens wüst aus. Einsaaten oder Anpflanzungen werden aber nicht erfolgen. Die Natur werde sich alles zurückholen. In einem halben Jahr werde man von der Renaturierung nichts mehr sehen, sagte Dornbusch: „Die Natur wird hier regelrecht explodieren.“

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