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Oberst Kobashis Thema: Die Sicherheitspolitik

Bückeburg/Achum / GfW-Vortrag Oberst Kobashis Thema: Die Sicherheitspolitik

Fumiyuki Kobashi hat sich während einer Veranstaltung der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik (GfW) als exzellenter Botschafter seines Landes erwiesen. Obwohl der Verteidigungsattaché der japanischen Botschaft in Berlin in der Achumer Schäfer-Kaserne durchgehend die Abgabe einer persönlichen Einschätzung zu den unterschiedlichen Themenfeldern vermied, belohnte das konzentriert zuhörende Publikum seine Ausführungen mit langem Applaus.

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Fumiyuki Kobashi

Quelle: bus

Bückeburg/Achum. Bückeburg/Achum (bus).  „Der pazifisch-japanisch-chinesische Raum gewinnt durch das Erstarken Chinas zunehmend an strategischer Bedeutung für die Weltpolitik“, hatte GfW-Sektionsleiter Klaus Suchland einführend erläutert. Das gewinne auch dadurch an Deutlichkeit, dass die USA ihre sicherheitspolitische Ausrichtung überdächten und das Hauptaugenmerk in diese Weltregion legten. „Japan tut sich mit aktiver Sicherheitspolitik schwer und steht immer noch im Zwiespalt zwischen Sicherheitsbedürfnis und der durch das traumatische Erlebnis des Zweiten Weltkriegs verursachten Distanz zu allem Militärischen, die sich nicht zuletzt in einer pazifistischen Grundeinstellung ausdrückt.“

 Der 1967 geborene Kobashi – 1989 Kadettenpraktikum in West Point, USA; 2002 Chef Logistikabteilung des UN-Hauptquartiers auf dem Golan (UNDOF); 2008 Doktordissertationskurs an der Universität Osaka – näherte sich dem vorgegebenen Thema „Die japanische Sicherheitspolitik unter Berücksichtigung der Veränderungen im pazifischen Raum“ in vier Schritten. Bei jedem der vier Aspekte „Überblick“, „Geschichte“, „Sicherheitspolitik“ sowie „Verteidigungspolitik und Streitkräfte“ erfuhr das Auditorium jede Menge Fakten und Details.

 Dabei handelte es sich allerdings überwiegend um Wissen, das früher jedermann per Almanach zur Verfügung stand und das heutzutage für alle Interessierten mit wenigen Mausklicks über das Internet abrufbar ist. Suchlands eingangs geäußerte Hoffnung, „möglichst viel zu erfahren, was nicht immer in der Zeitung steht“, ging jedenfalls nicht in Erfüllung. Daher mag ein beträchtlicher Teil des Beifalls der Erscheinung des Obersts im Generalstab und dessen Tonfall bei der Kenntnisvermittlung gegolten haben. Kobashi referierte in einer reich mit Orden geschmückten Uniform und mit einem Sprachausdruck, der dem Publikum große Aufmerksamkeit abverlangte. Da die Ausführungen von zahlreichen Schaubildern flankiert wurden, taten sich hinsichtlich der Verständlichkeit des Geschilderten unterdessen keinerlei Probleme auf.

 Reichlich Applaus spendierten die Zuhörer zudem Sektionsleiter Suchland für einen Beitrag über ein in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts abgewickeltes „Rüstungsgeschäft“ zwischen Schaumburg-Lippe und Japan. Am 17. Dezember anno 1868 trat der Bückeburger Carl Köppen, seinerzeit Feldwebel bei den Fürstlich Schaumburg-Lippischen Jägern, auf der Brigg „Heinrich“ von Hamburg aus eine Reise ins japanische Fürstentum Kii-Wakayama an, um dort 20 Samurai nach europäischem Standard auszubilden. In Köppens Gepäck befanden sich 3000 Zündnadelgewehre.

 Hintergrund der Kooperation war die Öffnung Japans Richtung Westen. Die Modernisierung des Landes sollte sich an westlichen Vorbildern orientieren. Auf den Feldern Justiz, Bildung, Militär und Medizin waren preußische Muster gefragt.

 Als Köppen im September 1871 nach Deutschland zurückgekehrt war, wurde er wegen seiner Verdienste von Wilhelm I. zum Offizier befördert. Im Frühjahr 1872 kehrte der Beförderte zwar gemeinsam mit weiteren Instruktoren nach Japan zurück, musste aber umgehend die Rückreise antreten – die Zentralregierung in Tokio hatte einen politischen Umschwung vollzogen und setzte jetzt auf französische Militärberater.

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