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Bückeburg Stadt Offenbar erneut Rückstände in der Maulbeeke
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Offenbar erneut Rückstände in der Maulbeeke
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08:07 02.11.2018
Beim Pinta-Brand sind am 26. September mehrere Tausend Liter Produktionsmittel mit Löschwasser vermischt in die Oberflächenentwässerung geflossen. Quelle: Archiv
Bückeburg

Bei Andreas Paul Schöniger schrillen knapp einen Monat nach dem Großbrand bei der Firma Pinta an der Kreuzbreite in Bückeburg erneut die Alarmglocken: „Nach den letzten Informationen vom Wochenende gelangt anscheinend weiterhin kontaminiertes Oberflächenwasser in die Maulbeeke.

Die Polizei und die Freiwillige Feuerwehr Bückeburg sind bereits darüber informiert worden“, so der Fraktionschef von WIR für Bückeburg in einem Schreiben an Bürgermeister Reiner Brombach, das der Redaktion vorliegt. Schöniger präzisiert auf Nachfrage dieser Zeitung: „Es wurden die Kreisleitstelle in Stadthagen und die Polizei informiert. Die Kreisleitstelle wollte erst das Ergebnis der Polizei abwarten.“

Schöniger war selbst vor Ort und sagt: „Nachdem der Bach laut Aussage eines Anwohners längere Zeit frei von Rückständen gewesen ist, war das Wasser jetzt wieder weißlich trüb.“ Der Bückeburger fragt sich nun, ob es sich dabei um Ausschwemmungen aus dem Uferbereich der Maulbeeke handelt, die nun nach und nach abgetragen werden, oder aber um Oberflächenwasser, das im Zuge der Sanierung der Pinta-Baustelle neu in den Bach gelangt ist; Schöniger vermutet Ersteres.

Leck wieder geschlossen

Derweil spricht Anja Gewald, Öffentlichkeitsbeauftragte des Landkreises, von einem „kleinen Vorfall“ in der vergangenen Woche. So habe nach dem Großbrand der an der Firma gelegene Regenwasserkanal von Pinta abgedichtet werden müssen. „Jetzt“, so die Pressesprecherin, „hat sich jedoch herausgestellt, dass er wohl doch nicht zu 100 Prozent dicht war.“ So sei die besagte weißlich trübe Flüssigkeit erneut in den Bach gelangt. Inzwischen sei das Leck jedoch geschlossen.

Auf die Frage, welche Maßnahmen an der Maulbeeke nötig sind, gibt es derweil auch vier Wochen nach dem Großbrand noch immer keine abschließende Antwort. „Es fehlen immer noch die Ergebnisse des Tests der Sedimentproben“, bedauert Gewald. Alle anderen bereits abgeschlossenen Tests kämen aber zu dem Ergebnis: „Das Wasser ist sauber.“

Großbrände jederzeit möglich

Doch wie auch immer: Die Großbrände des OBI-Marktes 1996, die Brände im Hafengebiet Berenbusch 2008 und 2015 oder der Brand der Firma Bauerngut zeigten, so WIR in dem Schreiben an Brombach, dass es zu jeder Zeit zu Großbränden in Gewerbegebieten der Stadt kommen könne.

Das ist ein Grund, warum Schöniger auf der kommenden Sitzung des Bau- und Umweltausschusses aufgezeigt haben möchte, welche vorsorglichen Maßnahmen im Bereich der Gewerbegebiete der Stadt in den vergangenen Jahren getroffen wurden, um den Schutz von Mensch und Natur zu gewährleisten.

Im Einzelnen fragt WIR dabei:Reichen aus Sicht der Stadt Bückeburg die beschriebenen Maßnahmen im Umweltbericht für das Gewerbegebiet „Hinterm Eichholz“ in Zukunft aus?

Welche Maßnahmen beabsichtigt die Verwaltung in Absprache mit dem Landkreis Schaumburg nach dem Brand der Firma Pinta umzusetzen, um in Zukunft eine Kontamination der Maulbeeke zu vermeiden? Konkret: Wie sieht es mit einem Rückhaltebecken im Bereich von Kaufland aus?Müssen in anderen Gewerbegebieten der Stadt ähnliche Nachbesserungen erfolgen?

Wann wird der Bau- und Umweltausschuss über die Auswirkungen auf die Umwelt und die Ergebnisse der Analyse durch den Landkreis informiert?

Von Thomas Wünsche

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