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Hafen Berenbusch Optimale Anbindung

Im Hafen Berenbusch hat sich einiges getan: Sowohl die Stadt als auch die ansässigen Unternehmen investierten reichlich in die Ertüchtigung des Hafens und seiner Umschlagplätze. Aktuell ist zudem die Reaktivierung der Eisenbahnanbindung ein heißes Thema.

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Im Hafen Berenbusch liegen insgesamt 1,8 Kilometer Schienen. Derzeit wird über die Reaktivierung des Gleisanschlusses wieder ernsthaft diskutiert, das Landeseisenbahnamt hat die Anlage bereits inspiziert.

Quelle: bus

Bückeburg. Über den Stand der Dinge haben sich vor Ort die sozialdemokratische Bundestagskandidatin Marja-Liisa Völlers und der SPD-Ortsverein Evesen informiert. Besonderes Augenmerk galt dabei dem vom Portaner Unternehmen Tönsmeier betriebenen Holzkontor und der Wiederinbetriebnahme des Gleisnetzes.

Tönsmeier bewegt in Berenbusch mit 14 Mitarbeitern auf einer Fläche von rund 22000 Quadratmetern derzeit bei einem Tagesdurchsatz von bis zu 500 Tonnen rund 90000 Altholz pro Jahr. Das Holz findet in Form von Fertigguthackschnitzeln überwiegend in Biomasse-Kraftwerken für die Gewinnung von Prozessdampf und Elektrizität Verwendung. Das als Entsorgungsfachbetrieb zertifizierte Unternehmen kümmert sich um die Verarbeitung sämtlicher Altholzkategorien – von der unbehandelten Palette bis zur kontaminierten Bahnschwelle. Angeliefert wird das Material überwiegend aus Deutschland, Dänemark und den Benelux-Ländern.

Drei Millionen für Ertüchtigung

Insgesamt stehen in Berenbusch rund 34000 Quadratmeter Lagerfläche zur Verfügung – 7000 Quadratmeter gedecktes Lager unter Dach, 10000 Quadratmeter ungedeckte und 17000 Quadratmeter befestigte Freilagerflächen. Die Flächen an der Kaikante haben sich außer Tönsmeier die AHE Schaumburger Weserkies, die GKG Mineralöl-Handel und der Raiffeisen-Landbund gesichert.

Die Landbund-Genossenschaft investierte in die Ertüchtigung ihres Umschlagplatzes rund drei Millionen Euro. Es entstanden vier neue Silos, zwei Lagerhallen (davon eine für Stückgut mit einer Kapazität für 400 Europaletten) und eine Getreide-Annahmeanlage. Die vier Silos bieten Platz für 10000 Tonnen Getreide und Raps. Zusammen mit den bereits vorhandenen Kapazitäten können im Hafen 18000 Tonnen Getreide und 3500 Tonnen Mineraldünger gelagert werden.

„Wir haben viel bewegt“, sagte Hafengeschäftsführer und Stadtkämmerer Reiner Wilharm, der Völlers ebenso als Ansprechpartner diente wie der Vorsitzende des Ortsvereins, Matthias Knickrehm, sowie Reinhard Luhmann (stellvertretender Vorsitzender), Horst Schwarze (Ehrenvorsitzender), der Chef der Stadtratsfraktion, Bernd Insinger, und Ulrich Bakemeier vom Holzkontor.

Reaktivierung der Eisenbahnanbildung in der Diskussion

Die mit rund 5,3 Millionen Euro kalkulierte Hafenertüchtigung stelle die größte Investition der Stadt Bückeburg in den zurückliegenden 25 Jahren dar, erläuterte Wilharm. Während der im laufenden Betrieb vollzogenen Ertüchtigung verzeichnete der Hafenchef einen Gesamtumsatz von rund 57000 Tonnen. 2015 wurden rund 107000 Tonnen, im Vorjahr rund 200000 Tonnen umgeschlagen. 2017 könnten es 230000 bis 250000 Tonnen werden. „Das Wachstumspotenzial ist groß“, so Wilharm.

Gegenwärtig steht die Reaktivierung der Eisenbahnanbindung in der Diskussion. „Im Hinblick auf die Schiene muss man deutlich sagen, dass in den zurückliegenden Jahren von der Bahn bundesweit sehr viel Kapazität abgebaut worden ist“, so Wilharm. „Es gibt bei uns relativ wenig freie Ladegleise, viele Unternehmer finden keinen freien Zugang, weil die Gleise verpachtet oder zurückgebaut sind.“

Freie Fahrt in alle Richtungen

In Minden etwa stehen Schilderungen Wilharms gemäß Stellflächen für gerade einmal vier oder fünf Waggons zur Verfügung. Das Berenbuscher Hafenareal könnte von sogenannten Ganzzügen mit bis zu 600 Metern Länge und bis zu 25 Waggons angefahren werden. Insgesamt liegen in dem Gebiet 1,8 Kilometer Schienen, die zum Hauptgleis nach Minden führende Zuleitungsstrecke ist 1,6 Kilometer lang. Die Wiederinbetriebnahme würde mit rund 270000 Euro netto zu Buche schlagen. Das Vorhaben könnte (auf niedersächsischem Territorium) eine Zuschussquote von maximal 90 Prozent – 50 Prozent vom Bund, 40 Prozent vom Land – erreichen. Mittlerweile hat das Landeseisenbahnamt die Anlage inspiziert. „Wir stehen kurz davor, dass wir die Strecke wieder betreiben dürfen“, so Wilharm. Die Reaktivierung würde dem Hafen einen weiteren Vorteil bescheren.

Schon jetzt bestehen optimale Verbindungen in alle Richtungen: Direkte Zufahrt zur B482 und nur 15 Minuten Fahrt bis zur A2, über den Mittellandkanal sind das Ruhrgebiet, Hamburg und Berlin erreichbar, über das Mindener Wasserstraßenkreuz die Mittel- und Oberweser. Um das Bahn-Projekt in trockene Tücher zu bringen, müssten unterdessen die Förderanträge bis zum Februar 2018 gestellt werden.

„Dann wäre Tri-Modalität bei uns kein schönes Wort, sondern Realität“, meinte Bernd Insinger mit einem Seitenhieb auf den auf der anderen Kanalseite projektierten Containerumschlagplatz „Regioport Weser I“, für den eine Bahnanbindung derzeit nicht in Aussicht steht. bus

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