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Osterfeuer und heiße Rhythmen heizen ein

Bückeburg / Jubiläums-"Osterrocknacht" Osterfeuer und heiße Rhythmen heizen ein

Publikumsrekord bei winterlichen Temperaturen: 3300 Besucher haben den zehnten Geburtstag der „Osterrocknacht“ miterlebt. Acht Bands heizten den Fans ordentlich ein – zum Jubiläum gab es so richtig auf die Ohren. Vor allem „Fucking History“ und die „Bad Nenndorf Boys“ räumten bei ihren Auftritten richtig ab.

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Beim Stagediving stürzen sich Fans von der Bühne und werden von anderen Fans aufgefangen.

Quelle: mig

Bückeburg. Bückeburg (mig).   Echte „Osterrocknacht“-Fans wissen es: kurz vor Ostern können die Temperaturen noch einmal in den Keller fallen. Entsprechend ausstaffiert hatten sich auch Janine Werner und Freundin Susa. „Wir haben Handschuhe, Schal, Mützen und Tee mit Schuss dabei“, sagen die beiden, die „fast“ jede „Osterrocknacht“ miterlebt haben. „Nur die erste, die haben wir leider verpasst. Unser Fahrer hat uns damals versetzt.“ Dass aber soll den beiden Emo-Punkerinnen aus Minden nicht noch einmal passieren. Gemeinsam mit vielen anderen Fans stiefeln sie vom Bahnhof zum Kronenwerksgelände, vorbei an einer Unzahl Autos auf den Parkplätzen. Susa zeigt auf ein Kennzeichen: „Die kommen aus der Tschechischen Republik“, sagt sie. Und fragt lachend: „Ob die auch zur Osterrocknacht wollen?“

 Ansonsten sind an diesem Abend auch andere Länder vertreten: Frankreich, die Schweiz, natürlich Hamburg und München, sogar aus Kiel ist eine Gruppe angereist. Am Bahnübergang dann das erste Hindernis. Beide Schranken sind unten, minutenlang passiert nichts. „Das ist immer so, wenn wir kommen“, stöhnen die beiden und stecken ihre Hände tief in die Taschen. „Das ist einfach garstig.“ Mit dem kalten Wind wehen leise Hartrock-Rhythmen herüber und spornen die Mädchen noch einmal an. „Los, wir sind gleich da“, heißt die Parole. Dann endlich wird am Ende der kleinen Straße das bunt ausgeleuchtete Festivalgelände sichtbar. Noch ein Schluck aus der Teeflasche, dann können sich die Mindenerinnen endlich am großen Osterfeuer aufwärmen. „Irgendwie gehört der lange Fußweg ja auch dazu“, sagt Janine, bevor sie im Gewühl verschwindet.

 Auf dem Gelände tummeln sich Besucher jeden Alters und jeder sozialen Herkunft. Sie warten auf den Auftritt der nächsten Band, lachen und reden, trinken und essen. Ein Schopf mit grünen Haaren sticht besonders hervor. Der 20-jährige Ole Walter steht in einer dünnen Jacke vor dem Feuer und hält sich warm. „Dass es so kalt wird, hätte ich wirklich nicht gedacht“, sagt er und geht noch näher an die Flammen. „Hinten zu kalt, vorne zu heiß“, meint er lachend. Zur „Osterrocknacht“ kommt der frühere Bückeburger schon seit drei Jahren. Hier trifft er Freunde, die er lange nicht gesehen hat. „Viele, die auswärts wohnen, verabreden sich hier über Ostern“, erklärt der Fan der „Bad Nenndorf Boys“.

 Oliver Werner, Vorsitzender der Musikerinitiative „United Noise“, ist noch ein anderer Aspekt wichtig. Die „Osterrocknacht“ und andere Veranstaltungen böten Nachwuchsbands aus der Region eine Möglichkeit zum Auftritt, sagt er. „Durch ‚United Noise‘ bekommen sie eine Unterstützung, die wir damals nicht bekommen haben.“ Damals, das war vor zehn Jahren, als Werner und andere Jugendliche verzweifelt nach Proberäumen suchten und schließlich sogar einen Verein gründeten. „Wir wollten die Situation für uns und andere verbessern“, sagt er heute. „Wir sind keine Leute, die sich nur hinstellen und meckern.“ Die Zeit hat ihm und seinen Mitstreitern recht gegeben: „Wir haben elf Proberäume und 19 Bands, die bei uns üben.“

 Zum guten Gelingen beigetragen haben in diesem Jahr – neben den zahlreichen Helfern – vor allem die acht Bands, die trotz des Kälteeinbruchs und teilweise mit Handschuhen spielten. „The Pottytrained Boys“, „Local Shop“, „Betrayed by Dead“, „Heatstroke“, „Leet“ und „Fucking History“ machten allesamt einen wirklich guten Job. Noch einen drauf setzte Newcomer Ole Hauk, der völlig überraschend die „Battle of the Bands“ gewonnen hat. Sein authentischer Musik-Stil, gepaart mit einer Reibeisen-Stimme, kam vor allem beim weiblichen Publikum gut an.

 Als Publikumsmagnet erwiesen sich einmal mehr die „Bad Nenndorf Boys“. Ihr mitreißender und in die Beine gehender Ska-Rhythmus sorgte für einen würdigen Abschluss der zehnten „Osterrocknacht“.

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