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Bückeburg Stadt Osterrocknacht: Deftig, hart und satt
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Osterrocknacht: Deftig, hart und satt
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00:16 31.03.2016
 Zum harten Metall-Sound der Band „Jabba’s Cortex“ wird im Publikum nach Kräften „gepogt“. Quelle: mig
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Bückeburg

Werner betonte: „Wir sind superzufrieden, auch über den friedlichen Ablauf der Veranstaltung. Bückeburg war da, und das gibt uns Rückenwind.“

 Ein Punker neben einer älteren Dame, ein gesetzter Herr neben einer Emo-Anhängerin – bei der Osterrocknacht ist das ein ganz normales Bild. „Zu uns kommt wirklich jeder, auch Familien mit Kindern“, bringt es Werner auf den Punkt. Die Osterrocknacht sei im Grunde ein Familienfest: „Bei uns geht es immer sehr friedlich zu.“ Und so kommen die Fans seit 15 Jahren gerne auf das Kronenwerksgelände. Wegen der Super-Stimmung und weil man hier alle möglichen Bekannten trifft.

 „Wir haben schon ein Viertel unserer Abschlussklasse wiedergesehen“, sagen Janine Krömer und Lea Runge, die schon fünf Rocknächte dabei sind. Was ihnen an dem Event besonders gefällt? „Dass hier immer gute Musik gespielt wird und man Leute trifft, die man sonst nicht treffen würde.“ Zur Osterrocknacht – da sind sich beide sicher – „kommen alle, die wir kennen, dazu muss man sich nicht verabreden“. Ein Jahr ohne das Konzertereignis: Das wollen sich Janine und Lea gar nicht vorstellen. „Das wäre wirklich traurig – ich hoffe, es geht hier noch lange weiter.“ Denn ohne die ORN, sagt Janine, „ohne dieses tolle Festival, wäre Bückeburg ein Stück ärmer“.

 Ähnlich ist das Stimmungsbild am Lagerfeuer. Dort haben sich unzählige Cliquen und Szenen eine der vielen Sitzgelegenheiten geschnappt. Es wird gequatscht, getrunken und geflirtet. Das prasselnde Feuer, die relativ lauschige Nacht – dort im Schatten des bunt illuminierten Gebäudes findet sich die romantische Seite der Osterrocknacht. Die Bands sind gut zu hören, und man kann sich unterhalten – das geht drinnen nur stark eingeschränkt. Etwas abseits sitzt Markus Lehmann, ein alter ORN-Pionier. Er ist seit Anfang an dabei, kommt jedes Jahr wieder und klagt über die Situation in seinem Heimatort. „Ich komme aus Sachsenhagen – da gibt es kaum etwas“, sagt der ergraute Mittfünfziger. Wer gute Rockmusik hören wolle, müsse nach Hannover oder mindestens nach Minden fahren, gibt Lehmann zu bedenken. „Die Schuppen, die es früher hier gegeben hat, die sind alle dicht.“ Umso wichtiger findet er, dass es Initiativen, wie die von „United Noise“ gibt. „Das ist toll, was die hier aufgezogen haben.“ Ein Ostern ohne die Osterrocknacht – „das wäre, als würden die Eier fehlen“, sagt der jung gebliebene Rockfan und lacht.

 Dass sich „United Noise“ trotz einiger Rückschläge zum Weitermachen entschlossen hat, ist laut Werner vor allem den Fans zu danken. „Wir haben so viel positive Resonanz erfahren“, sagt der Vorsitzende. „Das hat uns Mut gegeben.“ Und so stand die Osterrocknacht auch für all das, was „United Noise“ in den vergangenen Jahren geschaffen hat. Als ein funktionierendes Biotop für Musiker, als eine Kontaktbörse, als ein Netzwerk. Kurz: als ein Projekt, das selbst in größeren Städten nicht selbstverständlich ist. Was das konkret bedeutet?

 Das war am Wochenende gleich sechsmal zu sehen. Handgemachte Musik auf hohem Niveau, großes technisches Können. Beispiel: „Wet Beach“, eine Band, die wie viele andere Gruppen auch, auf dem Kronenwerksgelände groß geworden sind. Die „Beach“-Boys kommen unglaublich professionell daher und wissen längst, wie man ein Publikum glücklich macht. Pop-Punk in der guten alten „Blink182“-Manier. Ein paar Riffs, ein stampfender Rhythmus – und gut ist es. Mehr muss aber auch gar nicht sein. Sänger Shibbster sorgte mit flotten Sprüchen für pure Party-Laune. „Life’s a Beach“ dürfte so manchem noch in den Muskeln stecken. Ein toller Auftritt.

 Noch eine Schippe drauf legten „Voltage“, eine Band, die an die Rockheroen von „AC/DC“ erinnern. Der treibende Groove der Gitarren, die vielfältige Rhythmussektion – „Voltage“ machten einfach Laune. Das war „Hot Rock“ vom Feinsten. Knackig, kernig, ohne Kompromisse!

 Eine ähnlich gute Figur machten „Jabba’s Cortex“, die irgendwo im Stoner- oder Progressive-Rock-Bereich verortet sind. Lange, teils schleppende Soundstrecken wechselten mit artistischen Gitarrensoli von Kersten Nix. Kurzum: Wer sich zu Frühjahrsbeginn mal so richtig die Ohren durchpusten lassen wollte, der war bei „Jabba’s Cortex“ goldrichtig.

 Und das Publikum? War ganz offensichtlich begeistert. Tanzte, pogte und schubste, was das Zeug hielt. mig

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