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Pädagogisches Betreuungskonzept mit Zukunft

Bückeburg / "Haus des Kindes" Pädagogisches Betreuungskonzept mit Zukunft

„Schauen Sie ruhig einmal bei uns herein“, steht auf dem Flyer der Mäusegruppe. Und wenn ein Besucher die Tür im zweiten Stock des „Haus des Kindes“ an der Bahnhofstraße öffnet, sieht er als erstes einen Flur und vier kleine Spielräume.

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Erzieher Martin schaut sich mit den Kindern der Mäusegruppe ein Bilderbuch an. © pr.

Bückeburg (r). Hier herrschen ausgelassene Bewegung und konzentriertes Spiel: Leni (3) wickelt hingebungsvoll ihr Puppenkind, Marlene (2) lässt fünf kleine Filzmäuse in ein Mäusehaus krabbeln und Florentina (2) zieht sich an allen Möbeln hoch, um ihre ersten Schritte zu wagen. Ihre Mutter betont, dass ihre Tochter in diesem Jahr durch Nachahmung sowohl in ihrer Bewegungsentwicklung, vor allem aber im kommunikativen Bereich erhebliche Fortschritte gemacht habe. Alle Kinder besuchen die erste „Integrative Krippe“ in Bückeburg.

Mitten in einem Kissenberg sitzt Erzieher Martin und schaut gemeinsam mit zwei Kindern ein Bilderbuch an. Die Frage nach dem Namen des Tieres mit den langen Ohren beantwortet er geduldig und man merkt, dass dieses Gespräch auch Ole (2) interessiert, der selbst erst nur wenige Worte spricht. Mit den Händen patscht er auf das Bild und schaut dann wieder erwartungsvoll den Erwachsenen an. „Ja, das ist der kleine Hase“, wiederholt Martin etwas lauter als üblich, denn Ole hat eine starke Hörminderung und ist deshalb auch auf Gesten und ein deutliches Mundbild angewiesen.

Danach krabbelt er wieder in den nächsten Raum, wo ihn von Anfang an die große rote Tellerschaukel fasziniert hat. Seine Großeltern berichten, dass er schon nach kurzer Zeit zu Hause Dinge ausprobiert, die er in der Krippe kennengelernt hat – kurzum, er sei forscher und mutiger geworden und sein Aktionsradius habe sich erweitert.

In der Küche sitzt Sozialassistentin Christina am Tisch und schnippelt mit zwei Kindern Äpfel für das gemeinsame Frühstück. „Wenn die Kinder an der Zubereitung beteiligt sind“, berichtet sie, „essen sie doppelt so begeistert.“ Überhaupt wird hier besonders darauf geachtet, alle Kinder entsprechend ihrer Fähigkeiten an der Gestaltung des Alltags zu beteiligen. Erzieherin und Diplompädagogin Gaby Gischler-Schier betont, dass die „Erfahrung von Selbstwirksamkeit“ der Kinder zu einem der wichtigsten Grundsätze der hier gelebten Pädagogik zähle.

Erfahrungen mit den Kleinsten – den Ein- bis Dreijährigen – hat man hier allerdings schon lange: die Mäusegruppe wurde bereits 1978 im „Haus des Kindes“ eröffnet und steht nach Einschätzung vieler Eltern und „Ehemaliger“ seither für eine qualifizierte und verlässliche Kleinstkindbetreuung.

Was lag da im Haus des Kindes näher, als sich im vergangenen Jahr für die Studie „Integrative Krippe“ zu bewerben? Das „Modellvorhaben zur gemeinsamen Betreuung von Kindern mit und ohne Behinderung im Alter von unter drei Jahren“ war 2010 vom niedersächsischen Kultusministerium auf den Weg gebracht worden. Es sieht vor, in den beteiligten Einrichtungen zu prüfen, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, um alle Kinder optimal betreuen zu können.

In der Mäusegruppe werden an der Bahnhofstraße zur Zeit zehn Kinder betreut, davon drei Kinder mit besonderem Förderbedarf. Alle Kinder werden durch die Pädagogen und eine Heilpädagogin gefördert und unterstützt. Ziel ist es, dass sie gleichberechtigt am Geschehen in der Gruppe teilzunehmen.

Weitere Grundsätze des pädagogischen Konzepts der Mäusegruppe sind eine behutsame, elternbegleitete Eingewöhnungszeit, „beziehungsvolle“ Pflege, viel Platz für Bewegung und ein entwicklungsförderndes räumliches Umfeld mit wenig Spielzeug, aber viel „Zeug zum Spielen“. Größtmögliche Autonomie und Teilhabe jedes Kindes am Alltag innerhalb des schützenden Raumes Krippe bilden dafür den Rahmen. Heilpädagogin Christine Swiatek, die zuvor bereits zehn Jahre Erfahrungen in der Frühförderung von Kleinkindern sammeln konnte, stellt fest, dass eine umfassende und individuelle Entwicklung aller Sinne das Ziel der Wahrnehmungsförderung im Alltag darstellt.

Behinderte Kinder können nach ihrer Zeit in der Mäusegruppe zum Beispiel im heilpädagogischen Kindergarten im Haus des Kindes weiter betreut werden.

Informationen zu Arbeit der „Integrativen Krippe“, Aufnahmemöglichkeiten und -bedingungen gibt es telefonisch im Haus des Kindes: (05722) 909 010.

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