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Paradiesvogel aus Verbundenheit

Firmenbesuch Paradiesvogel aus Verbundenheit

Unter den Firmen in Bückeburg ist die Firma "Heinecke und Klaproth" ein echter Exot. Dort wird tatsächlich noch Kleidung gefertigt, teilweise in Handarbeit, teilweise hochautomatisiert, wie die heimische Senioren-Union (SU) bei einem Besuch in Erfahrung bringen konnte.

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Prägender Faktor

Maik Beermann (Dritter von links), Ruth Harmening (Vierte von links) und Mitglieder der Bückeburger Senioren-Union schauen sich die Produktionsanlage an.

Quelle: mig

Bückeburg. Man kann es sich heute kaum noch vorstellen, aber die Bundesrepublik war einmal ein Standort für Textilien. Im Westen und im Osten gab es zahlreiche Firmen – bis die Treuhand den letzten den Saft abdrehte. Heute wird unsere Kleidung vor allem in Niedriglohnländern produziert, in Asien oder Osteuropa. Die Firma Heinecke und Klaproth sei da ganz klar ein „Paradiesvogel“, wie sich Geschäftsführer Peter Klaproth in seiner Begrüßung ausdrückte. „Die Leute aus der Branche haben uns den Vogel gezeigt, dass wir bei den hohen Arbeitskosten in Deutschland fertigen lassen.“ Und tatsächlich schlagen, so Klaproth, zwei Herzen in seiner Brust. Aus kaufmännischer Sicht sei dies unter dem Gesichtspunkt der Gewinnmaximierung ein berechtigter Einwand. Aber aus Sicht eines Familienunternehmens habe an der Treue zu Bückeburg zu keinem Zeitpunkt ein Zweifel bestanden. „Es ist der Herzenswunsch der Gesellschafter, hier Herrenhosen herzustellen.“

"Effizienteste Produktion Europas"

Um bei den hohen Arbeitskosten konkurrenzfähig zu bleiben, hat die 116 Jahre alte Firma einen anderen Weg eingeschlagen. „Wir haben unsere Produktion optimiert“, erläuterte Klaproth den Besuchern. „Sie finden hier wahrscheinlich die effizienteste Produktion in Europa.“ Diese Art der Automatisierung gebe es in Asien so nicht. „Da werden einfach mehr Menschen dazugenommen, wenn mehr Hosen hergestellt werden sollen.“ Wobei: Es sind nicht nur die Maschinen, die diese Firma von anderen unterscheidet. „Wir haben um unser Produkt etwas aufgebaut, das uns von anderen unterscheidet. Nur das Produkt alleine reicht heute nicht mehr“, lässt Klaproth wissen. „Das Wohl unserer Mitarbeiter liegt uns ganz besonders am Herzen.“ Das sei in Asien leider oft genug anders. Heute produziert die Firma unter anderem die Marke „m.e.n.s.“ und beliefert Kunden in aller Welt.

Trotz höherer Lohnkosten standorttreu

Wie das konkret aussieht, das konnten die Mitglieder der Senioren-Union bei einem Rundgang erleben. Die Stoffe werden von einem großen Greifarm aus dem Lager herausgesucht, dann geschnitten und an futuristisch wirkenden Nähmaschinen zusammengefügt. SU-Vorsitzende Ruth Harmening ist begeistert: „Es ist unglaublich, wie groß die Anlage ist.“ Ähnlich äußert sich Heinrich Siek, der als junger Mensch eine Schneiderlehre absolviert hat. Dies hier habe nur noch entfernt Ähnlichkeit mit dem, was er früher gemacht habe. Die Qualität der Anzüge sei sehr gut, meint der Kenner. Bundestagsmitglied Maik Beermann freut sich über die Standorttreue des Betriebs. Dass „Heinecke und Klaproth“ trotz höherer Lohnkosten vor Ort geblieben sei, sei ein Ausdruck von Verbundenheit, sagte der Unions-Politiker. mig

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