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Parforceritt mit Aufgalopp

Meistervirtuose Erik Berchot in Bückeburg Parforceritt mit Aufgalopp

„Da ist mir die Spucke weggeblieben“, hat Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe dem Publikum im Festsaal von Schloss Bückeburg zu verstehen gegeben. Die Aussage des Hausherrn bezog sich auf dessen erstes Hören von Aufnahmen, mit denen der französische Klaviermeistervirtuose Erik Berchot Bearbeitungen des weltberühmten Jazzmusikers und Komponisten Michel Legrand interpretiert hat.

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Alexander zu Schaumburg-Lippe (links) und Erik Berchot im Gespräch.

Quelle: bus

BÜCKEBURG. Berchot gastierte am Wochenende im Schloss und hatte das restlos entflammte Auditorium mehrmals zu stehenden Ovationen hingerissen. Anlass für den Stehapplaus waren Berchots klanggewaltige Ausdeutungen der Stücke „Les Para-pluies de Cherbourg“, „Yentl“ und „The Windmills of Your Mind“. Die Bearbeitungen sind von Legrand eigens für seinen Freund zu Papier gebracht worden. Sie verlangen ungeheure technische Ansprüche, die der Einschätzung von Experten gemäß weltweit nur von wenigen Pianisten bewältigt werden können.

Falls sie denn dürften – denn Berchot ist der einzige Pianist, der die Berechtigung zur öffentlichen Aufführung dieser zugleich klangschönen wie enorm schwierigen Stücke besitzt. „Sie erleben heute eine Uraufführung“, erläuterte Fürst Alexander.

Der Uraufführung waren im ersten Teil des Abends fünf Titel vorangegangen, die von zahlreichen Zuhörern als Aufgalopp für den 50 Minuten dauernden pianistischen Parforceritt betrachtet wurden. Bei Johann Sebastian Bachs Toccata in e-Moll, BWV 914 lernte das Publikum die iranische Konzertpianistin Mahkameh Navabi als feinfühlige Interpretin kennen. Bei Franz Schuberts Fantasy in f-Moll, Opus 103 für Klavier zu vier Händen und Johannes Brahms‘ Walzer Opus 39 für Klavier zu vier Händen stellten Berchot und Navabi ihr Können Seite an Seite unter Beweis. Mit Gabriel Faurés Impromptu Nr. 3, Opus 34 ging es in die Pause.

Was dann folgte, war eine bemerkenswerte Darbietung, die nicht nur Berchots Qualitäten in der Bewältigung extremer musikalischer und technischer Anforderungen vor Augen führten, sondern auch dessen körperliche Fitness.

Da verwunderte es nicht, dass der Franzose internationale Wettbewerbe wie den Concours lnternational de Música Maria Canals (Barcelona), die Young Concert Artists lnternational Audition (New York) und den Warschauer Frédéric-Chopin-Wettbewerb gewonnen hat. Umjubelte Konzerte führten ihn nach Montreal, London, Tel Aviv, Amsterdam, Eriwan, Berlin, Frankfurt, Warschau, Barcelona, Rom, Los Angeles, New York, Moskau, Antwerpen, Genf, St. Petersburg, Recife, Porto Alegre und Rio de Janeiro. bus

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