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Peter Kohlmann marschiert als Stadtmajor

Bückeburg / Bürgerbataillon Peter Kohlmann marschiert als Stadtmajor

Peter Kohlmann ist neuer Stadtmajor des Bürgerbataillons. Zehn Monate nach dem Rücktritt von Rolf Netzer und vier Monate vor Beginn des in seiner Tradition auf das Jahr 1683 zurückgehenden Bürgerschießens hat die Hauptversammlung des Bückeburger Bürgerbataillons den Chef der 1. Kompanie mit überwältigender Mehrheit bei lediglich zwei Gegenstimmen auf den vakanten Posten gehievt.

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Die Abstimmung über die Satzungsänderung erfolgt auf etwas ungewöhnliche Art und Weise: Befürworter und Gegner müssen sich von den Sitzen erheben. © bus

Bückeburg (bus). Vor dem Wahlgang hatte die von 115 stimmberechtigten Männer besuchte Zusammenkunft im großen Saal des Gasthauses Fenkner viel Zeit damit verbracht, eine vom Vorstand zur Diskussion gestellte Satzungsänderung zu beschließen.

Die Änderung bringt eine Neuausrichtung der Organisationsstrukturen im Führungsstab mit sich. Bislang gehörte dem im Vereinsregister eingetragenen Vorstand der Stadtmajor als Vorsitzender, der Adjutant, der Geschäftsführer, der Schatzmeister sowie der Schriftführer an. Jetzt lautet die Zusammensetzung:

Vorsitzender, Stadtmajor, Adjutant, Schatzmeister und Schriftführer. Die Umjustierung der Statuten zielt auf die Installierung einer sogenannten Doppelspitze ab. Falls der Vorsitzende zusätzlich zu seinem Amt auch zum Stadtmajor gewählt wird, hält ein Zusatz fest, ist ein 2. Vorsitzender in den Vorstand zu wählen.

Mit der Aufhebung der Personalunion von Stadtmajor und Vereinsvorsitzendem geht eine Modifikation der Aufgabenverteilung einher. „Dem Stadtmajor kommt die Erledigung der repräsentativen, dem Vorsitzenden die Erledigung der administrativen Aufgaben zu“, erläuterte Kohlmann. Der Vorschlag, die Aufgabenbereiche zu trennen, sei Ergebnis ausführlicher Gespräche. „Der eine arbeitet im Vordergrund, der andere im Hintergrund“, verdeutlichte Bürgermeister Reiner Brombach.

„Wenn jeder dort eingesetzt wird, wo er seine Stärken und Vorzüge hat, ist der Sache größtmöglich gedient“, legte Kohlmann dar. Er werde „als gleichberechtigtes Mitglied im Vorstand selbstverständlich meine Erfahrungen und Kenntnisse bei der Weiterentwicklung und Neuausrichtung des Vereins mit einbringen“. Gerade in schwieriger Zeit sei es besonders wichtig, Kräfte zu bündeln, zusammenzustehen und im Schulterschluss sich den Herausforderungen zu stellen. Der Kandidat: „Kameraden, lasst uns gemeinsam nach vorne gehen.“

Martin Brandt, vor der Abstimmung kommissarischer Vorsitzender und Bataillonsgeschäftsführer, bezeichnete den Änderungsvorschlag als „sinnvollste, praktikabelste und beste Lösung, um der gemeinsamen Sache gerecht zu werden“. Und als „Voraussetzung, dass das bestehende Vorstandsteam zusammenbleiben kann“ sowie als einen „Weg, dem alle Beteiligten vorbehaltlos zustimmen konnten“. Kohlmann und er seien sich „in allen Sachfragen hundertprozentig einig geworden“. Brandt: „Dieser Vorschlag ist letzten Endes alternativlos.“

Diese Einschätzung wurde nicht von allen Versammlungsteilnehmern geteilt. Was eine ausgedehnte Erörterungsrunde nach sich zog. Das Protokoll verzeichnet 24 Wortmeldungen. Während der bis auf ganz wenige, in einer reinen Männerrunde augenscheinlich unvermeidbare verbale Entgleisungen – „was soll der Scheiß?!“ – in gesitteten Bahnen und relativ unaufgeregter Atmosphäre verlaufenen Diskussion stellten die Kritiker hauptsächlich die Notwendigkeit der Satzungsänderung infrage.

„Unter dem Strich kann man alles auch so lassen, wie es ist. Man benötigt nur eine Änderung der Geschäftsordnung des Vorstandes. Eigentlich verändert sich nichts“, lauteten die Hauptargumente pro Beibehaltung der bisherigen Statuten.

Die Abstimmung erfolgte mittels eines etwas ungewöhnlichen Verfahrens. Nachdem ein Antrag auf geheime Wahl keine ausreichende Zustimmung erfahren und die Auszählung der erhobenen Hände ein wenig Verwirrung gestiftet hatte, wurden zuerst die Befürworter und hernach die Gegner des Vorhabens aufgefordert, sich von den Plätzen zu erheben.

Am Ende votierten 84 Stimmberechtigte für den Vorschlag des Vorstandes, 29 waren dagegen, zwei enthielten sich eines Votums. Mit einem in etwa gleichen Stimmverhältnis wurde Martin Brandt zum Vorsitzenden des Bürgerbataillons gewählt. Die Bestätigung von Reiner Walter (Adjutant), Markus Strahler (Schatzmeister) und Thomas Dehne (Schriftführer) ging reibungslos und mit sehr großer Mehrheit über die Bühne.

Bleibt anzumerken, dass die Wahl des Stadtmajors der Bestätigung des Stadtrates bedarf, die Ernennung obliegt dem Stadtoberhaupt. „Ein vom Bataillon gewählter Stadtmajor ist aber noch nie von der Stadt abgelehnt worden und das wird auch diesmal nicht passieren“, räumte Bürgermeister Reiner Brombach letzte Zweifel an der Bestallung Kohlmanns aus.

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