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Pflanzenschutzmittel ausgelaufen

Gefahrgutunfall Pflanzenschutzmittel ausgelaufen

Zu einem Gefahrgutunfall auf dem Autohof an der Autobahn 2 in Holtrup ist die Freiwillige Feuerwehr Porta Westfalica am Dienstag gegen 11.05 Uhr ausgerückt. Aus einem polnischen Sattelzug lief Pflanzenschutzmittel aus. Der  LKW musste durch die Einsatzkräfte unter Vollschutz entladen werden um an die defekten Gebinde zu gelangen.
 

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Mit Schutzanzügen ist die Feuerwehr am Einsatzort aktiv.

Quelle: Feuerwehr Porta/Michael Horst

Porta Westfalica. Der Sattelzug war nach Angaben eines Feuerwehrsprechers mit Gefahrgutkennzeichen beschildert und hatte auf dem Autohof zur Pause angehalten. Bei einem Kontrollgang um sein Fahrzeug bemerkte der Fahrer, das eine Flüssigkeit von der Ladefläche lief und alarmierte daraufhin Polizei und Feuerwehr. Der LKW befand sich auf dem Weg von Polen nach Großbritannien und hatte verschiedene Güter geladen, darunter auch zwölf Paletten mit einem Herbizid. Das konzentrierte Pflanzenschutzmittel befand sich in Gebinden zu je 20 Litern auf den Paletten.

Ladepapiere auf polnisch

Bei Eintreffen der Feuerwehr wurde das Gebiet um den LKW abgesperrt. Der LKW-Fahrer sprachweder deutsch noch englisch, die Ladepapiere waren auf polnisch ausgestellt. Daraufhin entschied die Einsatzleitung einen Trupp unter Chemikalienschutzanzügen (Vollschutz) zur Erkundung der Lage zum Fahrzeug zu schicken. Parallel wurde ein Dekontaminationsplatz eingerichtet und ein zweiter Trupp als Sicherungstrupp ausgerüstet.

Der Brandschutz wurde über ein Tanklöschfahrzeug sowie Pulver- und CO2-Löscher sichergestellt. Das Umweltamt des Kreises Minden-Lübbecke wurde zur Einsatzstelle beordert. Der eingesetzte Trupp konnte eines der Gebinde unbeschädigt bergen, die Aufdrucke waren ebenfalls auf polnisch. Mit den vorhandenen Informationen wurde die TUIS-Leitstelle der BASF kontaktiert um an Informationen zum auslaufenden Stoff zu kommen.

Ein Gebinde undicht

Durch den eingesetzten Trupp wurde festgestellt, das auf der Beifahrerseite Gebinde im Mitleidenschaft gezogen waren, aber auch innerhalb einer Palette ein Gebinde undicht war. Die Einsatzkräfte entschieden, das Gefahrgut vom LKW zu entladen und die Gebinde zu überprüfen. Dazu wurde ein Gabelstapler vom städtischen Bauhof zur Einsatzstelle beordert, dieser wurde durch einen Feuerwehrmann unter Atemschutz bedient.

Die einzelnen Paletten wurden entladen, dabei wurde ein ausgelaufenes Gebinde und ein beschädigtes Gebinde entdeckt. Diese wurde durch einen Trupp unter Chemikalienschutzanzügen geborgen und in Edelstahlfässer zur Entsorgung verpackt. Das ausgelaufene Gefahrgut wurde mit Bindemitteln aufgenommen und ebenfalls in Fässern verpackt. Die Entsorgung erfolgt durch eine Spezialfirma, welche auch den Abtransport übernimmt.

Insgesamt waren vier Trupps am LKW im Einsatz. Jeder Trupp wurde im Anschluss am Rande des Absperrbereichs durch weitere Einsatzkräftedekontaminiert.  Nach Abschluß der Bergung der defekten Gebinde und Aufnahme des Bindemittels wurde die Einsatzstelle an die Polizei und eine Fachfirma zur weiteren Entsorgung übergeben. Ursache für die Leckage der Gebinde sind vermutlich Nägel, welche aus einer Palette hervorstanden und so die Plastikkanister beschädigten. Die Kosten für den Feuerwehreinsatz werden der Spedition in Rechnung gestellt.
 
Feuewehr und Polizei waren insgesamt etwa sechs Stunden im Einsatz. Angeleitet wurde die Feuerwehr von Gregor Preußer.  Michael Horst
 

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