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Plädoyer für Optimismus

Konrad-Adenauer-Stiftung Plädoyer für Optimismus

„Im Grunde sind wir ganz gut vorangekommen“, hat Eberhard Diepgens Quintessenz-Antwort auf die Frage „25 Jahre nach der Wiedervereinigung immer noch geteilt?“ gelautet.

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Eberhard Diepgen: „Wir sind ganz gut vorangekommen.“

Quelle: bus

Bückeburg. Der ehemalige Regierender Bürgermeister von Berlin sprach auf Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung im sehr gut besuchten Bückeburger Hubschraubermuseum.

„Und wir sollten uns, bitte schön, auch nicht überfordern“, ergänzte der Referent. Mit Blick auf die Wiedervereinigung müsse berücksichtigt werden, dass die nichtdemokratische Erfahrung, die die Menschen in der früheren DDR seit 1933 gemacht hätten, sich nicht einfach von heute auf morgen wie ein nasser Mantel ausziehen lassen. Insgesamt betrachtet sei er optimistisch. „Seien Sie es bitte ebenfalls, krempeln wir alle zusammen die Ärmel auf.“

Denn es bleibe fraglos noch eine Reihe von Aufgaben zu erledigen: etwa auf dem Arbeitsmarkt, bei der Renten- und Lohnanpassung, beim Solidarpakt und bei der Etatgestaltung der Bundesländer. „Und nicht zuletzt beim Bewusstsein der Darstellung dessen, was Deutschland eigentlich ist, und bei der Behandlung der Grenze von Jalta“, legte der Träger des Bundesverdienstkreuzes dar.

Diepgen benutze mehrmals die Formulierung „Wir haben Glück gehabt“. Glück unter anderem deswegen, „weil sich einer verquatscht“ und so eine Dynamik eingeleitet habe, die danach nicht mehr zu bremsen gewesen sei. Damit spielte er auf die Äußerung des damaligen SED-Politbüro-Mitglieds Günter Schabowski an, der am Abend des 9. Novembers 1989 eine großzügige Reiseregelung – „sofort, unverzüglich“ – für DDR-Bürger ankündigte und damit einen Massenansturm auf die West-Berliner Grenze auslöste.

Und Glück wegen der damaligen Führung in der Sowjetunion, wo Michail Gorbatschow mit Glasnost und Perestroika neue Akzente gesetzt hatte und Veränderungen im Sozialismus anstrengen wollte. „Ich glaube, der entscheidende Punkt war“, stellte der Experte heraus, „dass Gorbatschow nicht genau wusste, welche Rolle eine Sowjetunion oder ein Russland auf einem europäischen Kontinent nach dem Zusammenbruch des Sozialismus spielen könnte.“

Hinzu komme, dass es im Warschauer Pakt seinerzeit Auflösungserscheinungen gegeben habe. Überdies wäre die Wiedervereinigung ohne die Entwicklungen in Ungarn und Polen nicht möglich gewesen, führte der Zeitzeuge aus. Die Dinge hätten auch trotz der Tatsache ihren Lauf genommen, dass dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl seiner Meinung gemäß die europäische Entwicklung und die Westbindung der Bundesrepublik wichtiger waren als die Wiedervereinigung.

Die zweite Fragestellung der Veranstaltung – „Was ist des Deutschen Vaterland?“ – aufgreifend meinte Diepgen: „Der Begriff Vaterland ist eine sich ständig verändernde Definition.“ Dabei spiele nicht nur das bloße Bekenntnis zum Grundgesetz eine wichtige Rolle, sondern auch die Art, wie eine Verfassung gelebt werde. Zudem ziele die Fragestellung möglicherweise auf ein Thema ab, bei dem man sich sehr schnell in den Fallen der politischen Unkorrektheit verstricken könne, so Diepgen.  bus

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