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Bückeburg Stadt Plattdeutsche Spurensuche jetzt auch online
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18:40 14.09.2015
Hartmut Ahrens (von rechts), Karl-Heinz Oelkers und Stefan Brüdermann berichten über die Aktivitäten der Arbeitsgemeinschaften. Quelle: bus
Bückeburg

Das brachten Karl-Heinz Oelkers (AG Spurensuche), Hartmut Ahrens (AG Plattdeutsch) und Stefan Brüdermann (Niedersächsisches Staatsarchiv) während eines Pressegesprächs zum Ausdruck.

Die Spurensucher kümmern sich überwiegend um Kleinode, die nicht jedermann bekannt sind. „Schätze im Verborgenen“, wie Oelkers es ausdrückt. In dieser Abteilung werde das Wissen um wertvolle Zeugnisse der Kultur und der historischen Landnutzung zusammengetragen. Die kleinen Kostbarkeiten würden oftmals übersehen, sagte der Fachmann. Noch immer gingen durch Unkenntnis und Gedankenlosigkeit viele erhaltenswerte Relikte der ehemaligen Arbeits- und Lebenswelt verloren.

„Diese Kulturgüter stehen normalerweise in keinem Buch, sie befinden sich in den Köpfen der Leute“, verdeutlichte Oelkers. Mittlerweile hat die AG weit mehr als 2000 Zeugnisse dokumentiert, die nach und nach in die Internetpräsenz der Landschaft eingepflegt werden sollen.

„Regionale Spraakens wert et bolle nich mihr gieben“, legte Ahrens dar. (Regionalsprachen sind ein versinkendes Kulturgut). „As modernet Waarktüüg gifft et nu düsse digitale Datenbank, sei deint doafer, de Spraake te erfaaten un faste te hoolen.“ (Als zeitgemäßes Werkzeug gibt es nun diese Datenbank, sie dient dazu, die Sprache zu erfassen und zu dokumentieren).

„In’n Giegensatze tau den Wörterbeukern, de et bet jetzt gaff, is et doamie ok möglich, den Ton van den gespraakenen Wurt te erfaaten“, erklärte der Experte. (Im Gegensatz zu den bislang üblichen Wörterbüchern ist damit auch die Erfassung des Tones des gesprochenen Wortes möglich).

In der in die Rubriken Worte, Vergleiche, Texte, Videos und Literatur unterteilten Datenbank finden sich unter anderem knapp zwei Dutzend Videos. Sie behandeln Themen wie „Über das Wetter“, „Maurer bei der Arbeit“, „Beim Imker“, „In der Schule“, „Die Heringsfänger“, „Hausschlachten“ und „Witze auf Plattdeutsch“. „De Ton maaket de Musik“, hielt Ahrens in diesem Zusammenhang fest.

Brüdermann machte auf die Rolle des Plattdeutschen aus der Sicht der Archivare aufmerksam. Während bis etwa 1350 Urkunden grundsätzlich in lateinischer Sprache verfasst wurden, sind in der Folgezeit bis ins 16. Jahrhundert viele Dokumente in niederdeutschem Tonfall ausgefertigt worden. Die Internetauftritte seien eine „tolle Sache“. „Wir übernehmen die schriftlichen Niederschläge der AG-Arbeit gerne.“ bus