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Politiker machen Weg für Investor frei

Krainhagen / Alte Grundschule Politiker machen Weg für Investor frei

Der Ortsrat Krainhagen unter Thomas Mittmann und die Stadtentwickler um Manfred Eßmann (beide SPD) haben alles dafür getan, dass auf dem Gelände der seit 2008 leer stehenden Grundschule respektive im Schulgebäude selbst Wohnungen gebaut werden können und die 3500 Quadratmeter große Brache aus dem Ortsbild verschwindet.

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Zum Schutz vor Vandalismus haben Arbeiter eine Fensterfront der leer stehenden Grundschule mit Brettern verschalt.

Quelle: tw

Krainhagen. „Alles“ heißt: Beide Gremien haben sich bei ihren jüngsten Treffen einstimmig dafür ausgesprochen, den Bebauungsplan „Ortsmitte“ entsprechend zu ändern und „allgemeines Wohnen“ möglich zu machen.

 Stimmt nach den Sommerferien am Ende auch noch der Obernkirchener Stadtrat zu, hat der Investor grünes Licht. Laut Kämmerer Andreas Jasper sind auf dem Areal bis zu fünf Wohneinheiten zu jeweils 700 Quadratmetern realistisch.„Bislang indes“, so Jasper, „hat der Investor den Kaufvertrag noch nicht unterschrieben.“ Um möglichen Vandalismus bis dahin zu unterbinden, haben derweil Mitarbeiter des Bauhofes der Bergstadt Teile der Fensterfront mit Brettern verschalt.

 Zu diskutieren gab es im Fachausschuss nichts und im Ortsrat fast nichts mehr. Lediglich die auf dem Schulgrundstück stehenden Bäume boten im Letzteren etwas Gesprächsstoff. „Der Baum, der auf der Ecke Lindenstraße/Im Winkel steht, soll geschützt werden“, so Jasper.

 Gleiches gilt für ein weiteres großes Exemplar an der hinteren Zuwegung. Dem Kämmerer zufolge habe der Naturschutz auch die Straßenbäume unter seine Obhut nehmen wollen, der Vorschlag aus dem Rathaus der Bergstadt sei jedoch ein anderer: „Was mit diesen Bäumen geschieht – das soll der Investor selbst in seinem Sinne entscheiden.“

 Der Ortsrat zweifelt derweil, ob es sinnvoll ist, wenn in diesem Zusammenhang abgängige Bäume durch gleichartige ersetzt werden: „Sonst werden auch die Neuanpflanzungen wieder Misserfolge.“ Der Kämmerer notiert’s. Ansonsten, so Jasper, habe es beim Neuauslegen der Pläne lediglich zwei Hinweise gegeben – einen vom Landkreis, einen von Kabel Deutschland. Diese hätten aber laut Jasper keine Auswirkungen auf das Projekt „Wohnbebauung“.

 „Gegenüber dem Bebauungsplan bestehen aus wasser- und abfallwirtschaftlicher Sicht keine Bedenken“, heißt es in einer Stellungnahme des Landkreises. Im Altlastenkataster fänden sich für das Plangebiet keine Eintragungen. Anfang 2012 sei eine weitere umweltgeologische Untersuchung erfolgt. Angesichts der Untersuchungsergebnisse von 1996 und der aktualisierten Probeentnahme und Kontrolluntersuchung von 2012 hätten aufgrund der Befunde etwaige Verdachtsfälle auf Altlasten ausgeschlossen werden können.

 Die Grundschule ist 1963 erbaut worden. 1990 erfolgte der Einbau einer Gas-Zentralheizung. 2008 wurde die Schule wegen des Rückgangs der Schülerzahlen infolge des demografischen Wandels geschlossen. Seitdem weist das Gebäude in der Gesamtheit erhebliche und immer noch zunehmende bauliche und energetische Mängel auf. Im Rahmen einer Untersuchung der Bausubstanz seitens der Stadt Oberkirchen wurde festgestellt, dass besagte Mängel so groß sind, dass eine Folgenutzung wirtschaftlich nicht sinnvoll ist.

 Da sich ein Reaktivieren der Grundschule nicht abzeichnet, geht es den Politikern jetzt darum, das Gebäude samt Grundstück einer Nachnutzung zuzuführen. Durch diese soll die mit einem dauerhaften Leerstand verbundene Zerstörung von Freianlagen, Fenstern, Dachflächen und Türen vermieden werden. Außer Wohnungen könnten dort fortan auch Räume für Freiberufler und Räumlichkeiten für „nicht störende“ Handwerker untergebracht werden.

 Angesichts der an zwei Seiten bestehenden Erschließungsanlagen und der im Süden existenten Stellplätze kann der Bedarf an Parkraum auf den Grundstücksflächen gedeckt werden.

 Um mit Blick auf die Höhenentwicklung einen harmonischen Übergang zu den bereits vorhandenen Häusern sicherzustellen, bleibt die Anzahl der Vollgeschosse innerhalb des gesamten Plangebietes weiterhin auf zwei begrenzt; mit Blick auf die in der Nachbarschaft bereits teilweise in Hanglage errichteten zweigeschossigen Gebäude wird diese Anzahl von den Politikern als nicht störend betrachtet.

 Die Erschließung erfolgt über die Lindenstraße im Westen und die Straße Im Winkel im Süden. Da sich zusätzliche Fahrten ausschließlich auf den Anliegerverkehr beschränken würden, werden keine negativen Folgen für die Sicherheit und Fließgeschwindigkeit des Verkehrs erwartet. tw

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