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Prächtige Fassade wird gerettet

Zuschüsse für die Stadtkirche Prächtige Fassade wird gerettet

Bereits im vergangenen Jahr hat sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) an den Fassadenarbeiten an der evangelisch-lutherischen Stadtkirche mit 50000 Euro beteiligt.

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Die im Giebel der Hauptfassade vorhandene Kirchenuhr – hier vor der Restaurierung – entspricht nach Auskunft des Architekten Norbert Bergmann heute wieder der Farbgestaltung von 1875.

Quelle: Archiv

Bückeburg/Bonn. In diesen Tagen erhält Wieland Kastning von der Kirchengemeinde einen weiteren Fördervertrag – 65000 Euro für die Natursteinarbeiten an der Kirche.

 Die Stadtrechte hat Bückeburg 1609 erhalten. Die Siedlung war um eine Wasserburg entstanden, die bereits im 12. Jahrhundert belegt ist. Seit dem 16. Jahrhundert war Bückeburg ständige Residenz der Grafen, ab 1619 Fürsten von (Holstein-)Schaumburg, schließlich seit Mitte des 17. Jahrhunderts der Grafen zu Schaumburg-Lippe. An der Hauptstraße der Stadt liegt in prominenter Lage die evangelische Stadtkirche, deren Hauptfassade im Wesentlichen aus Oberkirchener Sandstein errichtet wurde. Sie wurde unter Fürst Ernst von 1610 bis 1615 im Zuge des Ausbaus der Ortschaft zur Residenzstadt erbaut.

 Die Stadtkirche besitzt eine der prächtigsten Kirchenfassaden Deutschlands. Die dreischiffige Hallenkirche endet mit einem dreiseitigen mehreckigen Chorabschluss. Das rundbogige Kreuzrippengewölbe wird von 14 korinthischen Säulen getragen. Das westliche Säulenpaar ist mit Pfeilern gekuppelt, denen jeweils ein Pfeilerpaar auf der Innenseite der Westfassade entspricht. Sie waren als Unterbau für einen Westturm gedacht, der jedoch schon kurz nach der Errichtung niedergelegt werden musste.

 Im Gegensatz zu dem backsteinsichtigen Langhaus, das sich nach Osten erstreckt, ist die Eingangsfassade aus Oberkirchener Sandstein gefertigt. Die Fassade ist horizontal in vier Zonen aufgeteilt: die untere Sockelzone, die hohe Kirchenschiffzone und den in zwei Zonen unterteilten Dreiecksgiebel, dessen Abschluss eine durch eine Galerie abgesetzte Giebelspitze bildet. Vertikal ist die Fassade in drei Achsen unterteilt. Der breite Sockel aus Bruchsteinen wird in der Mittelachse von der rundbogigen Eingangstür unterbrochen, die mit einer von korinthischen Säulen getragenen Ädikula überfasst ist. Im Scheitel der Sandsteineinfassung der Tür ist die Jahreszahl 1613 angebracht. Die Fassade besitzt viele dekorative Formen in Rollwerk- und beginnendem Ohrmuschelstil. Geradezu schlicht wirken die zwei schmalen dreibahnigen Maßwerkfenster mit Rundbogenabschluss zwischen den sie flankierenden, reich gestalteten Pilastern, die über alle Zonen reichen. Reich profilierte Basen, ornamentierte Podeste, Vasen, Rollwerk, verkröpfte Gesimse, Kapitelle, florale Gebinde und Muscheln überziehen die Fassade, die in Obelisken und phantasievolle Giebel ausläuft.

 Bis zum 400. Bestandsjubiläum der Hauptkirche des Bischofs von Schaumburg-Lippe im Jahr 2015 soll die Westfassade vollständig gereinigt, Fehlstellen geschlossen und Absandungen des Steins gestoppt oder konserviert werden. Die Gesamtmaßnahme ist in drei Bauabschnitte unterteilt und ausgelegt auf die Jahre 2013, 2014 und 2015. Dabei übernehmen Land und Kirche den größten Teil der Finanzierung.

 Die Denkmalstiftung fördert das Vorhaben dank Spenden und Mitteln der Glücksspirale, der Rentenlotterie von Lotto.r

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