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Prähistorische Siedlung oder Gräberfeld?

Verzögerungen bei Hausbau in "Hohe Lücht" möglich Prähistorische Siedlung oder Gräberfeld?

Die Häuslebauer im Neubaugebiet Hohe Lücht im Ortsteil Meinsen müssen sich eventuell darauf einstellen, dass es zu Verzögerungen bei ihrem Hausbau kommen kann.

Bückeburg. Grund sind archäologische Oberflächenfunde wie prähistorische Keramik, also aus der Steinzeit, der Bronzezeit oder der vorrömischen Eisenzeit, bearbeitete Feuersteine und Schlacken, die auf einen Fundplatz wie eine Siedlung oder ein Gräberfeld hindeuten könnten. Zusätzlich liegen von einer Überfliegung Hinweise auf ein Grabenoval vor, das auf eine Befestigung oder Umschließung in einer Größe von zirka 120 mal 70 Meter schließen lässt. Das Grabenoval war bereits 1988 entdeckt worden, eine anschließende Begehung förderte die Funde zutage.

 Warum dies nicht bei der Aufstellung des Bebauungsplans berücksichtigt worden war und Hinweise gegeben worden sind? Diese Frage trieb Ratsherr Andreas-Paul Schöniger (WIR für Bückeburg) in der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses um: „Das muss doch bekannt gewesen sein.“ Baubereichsleiter Jörg Klostermann wies darauf hin, dass im Zuge des Aufstellungsverfahrens die Träger der öffentlichen Belange, in diesem Fall die Kommunalarchäologie, angeschrieben worden seien. Eine entsprechende Antwort mit entsprechenden Ausführungen liege vor. Im Übrigen sei die Beteiligung bei jedem Neubaugebiet notwendig: „Eine römische Siedlung wird dort nicht sein“, ergänzte er später im Gespräch mit unserer Zeitung.

 Wie dem auch sei. Mit Beginn der ersten Erdarbeiten kündigte Kommunalarchäologe Jens Berthold an, vor Ort zu sein, um klären zu können, ob Weitergehendes notwendig ist. Aktuell könne er zu der Fundstelle wenig sagen: „Außer dass man die Baustellen im Auge behalten muss.“

 Bauherren müssen jedenfalls mindestens vier Wochen vor Beginn der Bau- und Erdarbeiten schriftlich anzeigen, dass es los geht. Der Oberbodenabtrag habe mit einem Hydraulikbagger mit zahnlosem, schwenkbaren Grabenlöffel nach Vorgaben und Beisein der Kommunalarchäologie zu erfolgen, lauten die Ausführungen in der Stellungnahme. Die genannten Fundstellen seien Kulturdenkmale nach dem Denkmalschutzgesetz. Durch die geplanten Bau- und Erdarbeiten könnten die archäologischen Kulturdenkmale in Teilen unwiederbringlich zerstört werden. Sollte etwas gefunden werden, sei der Kommunalarchäologie jeweils ein Zeitraum von bis zu drei Wochen für die Sicherung und Dokumentation der Bodenfunde einzuräumen, heißt in der Stellungnahme zum Bebauungsplan.

rc

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