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„Pünktlich, motiviert, interessiert“

Berufsorientierung für junge Flüchtlinge „Pünktlich, motiviert, interessiert“

Welchen Beruf soll ich nach der Schule erlernen? Und welche Ausbildungswege dorthin gibt es? Für viele junge Menschen ist es nicht leicht, die richtigen Antworten auf diese Fragen zu finden. Daher unterstützen Schulen Kinder und Jugendliche mit auf dieses Thema zugeschnittenen Unterrichtsinhalten und Projekten bei der Berufsorientierung.

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Diskussionsgrundlage: Auf Stellwänden haben Lehrer Jannis Busse und BNW-Mitarbeiterin Sabine Küchler für das Seminar mehrere Fotos angeheftet, auf denen unterschiedliche Berufsbilder zu sehen sind.

Quelle: wk

BÜCKEBURG.  Ein Beispiel dafür ist das „Schüler/Eltern-Seminar für Flüchtlinge“, das in der Oberschule Bückeburg auf dem Stundenplan stand und für dessen inhaltliche Gestaltung die Schule und das Bildungswerk der niedersächsischen Wirtschaft (BNW) verantwortlich gezeichnet haben.

Mit diesem Projekttag wolle man den jungen Leuten verdeutlichen, wie wichtig hierzulande eine gute Schulbildung ist, berichtet Jannis Busse, der an der Oberschule Bückeburg unter anderem die 28 Flüchtlingskinder in den beiden Sprachlernklassen unterrichtet. Zu dieser Veranstaltung eingeladen habe man zwar auch deren Eltern, damit sich diese ebenfalls über dieses Thema informieren können, gekommen seien allerdings keine. Das Fernbleiben der Väter und Mütter erklärt der Pädagoge damit, dass diese vormittags selbst Sprachkurse besuchen.

Insofern konnten sich Busse und die gemeinsam mit ihm das Seminar leitende BNW-Mitarbeitern Sabine Küchler voll auf die daran teilnehmenden 10 bis 16 Jahre alten Flüchtlingskinder konzentrieren. Darunter waren Asylsuchende aus Syrien, Afghanistan und dem kurdischen Teil des Irak sowie beispielsweise aus Russland. Um die mitunter noch bestehenden mehr oder weniger großen Sprachbarrieren zu überwinden, standen den beiden Seminarleitern entsprechende „Dolmetscher“ zur Seite.

Großes Interesse und Dankbarkeit

Dieser Projekttag sei „ein besonderes Angebot“, das diese Kinder und Jugendlichen „dankend annehmen“, sagt Küchler. So seien die Teilnehmer etwa mit großem Interesse dabei gewesen, als es darum ging, unterschiedliche Berufe aus ihrer Heimat mit den entsprechenden Berufsbildern in Deutschland zu vergleichen. Ebenso, als man ihnen das hiesige Schulsystem und das System der Berufsausbildung vorgestellt habe. „Für viele Flüchtlingskinder ist das ein Glück, dass sie in Deutschland zur Schule gehen können“, betont Busse. „Die kommen pünktlich zum Unterricht, sind motiviert und stellen viele Fragen.“ Zudem helfe ihnen der Schulbesuch durch die damit einhergehende Strukturierung des Alltages dabei, mit der „Realität hier in Deutschland“ zurechtzukommen.

Finanziert wird das insgesamt viertägige „Schüler/Eltern-Seminar für Flüchtlinge“ durch die Koordinierungsstelle für Berufsorientierung des niedersächsischen Kultusministeriums und von der Agentur für Arbeit. Während der erste Teil der Veranstaltungsreihe einen theoretischen Überblick über den Themenkomplex Schule, Ausbildung und Beruf bot, sind für den demnächst anstehenden zweiten und dritten Projekttag verschiedene Betriebsbesichtigungen geplant.

Als vierter Teil des Seminars steht dann eine Fahrt nach Hameln mit einem Besuch des dortigen Berufsinformationszentrums auf dem Programm. wk

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