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Qualifizierte Mitarbeiter „hausgemacht“

Duale Ausbildung Qualifizierte Mitarbeiter „hausgemacht“

Vor einigen Jahren hat die Firma B.I.T. Soft aus Bückeburg geahnt, dass sie die Nachfrage nach Online-Shops rasch an ihre Leistungsgrenze bringen könnte. In Zusammenarbeit mit einem Softwarehersteller und einer Fernhochschule erstellte der Mittelständler ein eigenes duales Ausbildungskonzept.

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B.I.T.-Soft-Geschäftsführer Stephan Meiringer hat früh auf den sich abzeichnenden Mangel an qualifizierten Mitarbeiter reagiert: Er hat ein handfestes Weiterbildungskonzept entwickelt, findet so neue Leute oder bindet sie an die Firma.

Quelle: rc

Bückeburg. Die Rechnung ging auf: Mittlerweile durchläuft fast ein Drittel seiner Mitarbeiter das ausführliche Aus- und Weiterbildungsprogramm.

Im Jahr 2006 konnte sich das kleine IT-Unternehmen B.I.T. Soft aus Bückeburg eigentlich freuen: Je mehr das Internet dem stationären Einzelhandel Konkurrenz machte, desto mehr stieg auch die Nachfrage anderer Firmen nach eigenen Webshops. Das Aufsetzen der Online-Shops, das Einrichten und Anpassen der Software – all das sollte und wollte B.I.T. Soft übernehmen. Doch Personalplanung und -akquise wurden damit plötzlich unerwartet dringende Themen für Geschäftsführer Stephan Meiringer.

Gegen Konzerne und Großstädte durchsetzen

Die Firma stand dabei denselben Herausforderungen gegenüber wie jedes kleine und mittlere Unternehmen: sich im Kampf um gute Mitarbeiter gegen die beliebten Konzerne in großen Städten durchzusetzen. Deswegen entwickelte der 25-Mann-Betrieb ein handfestes Weiterbildungskonzept, „das neue Mitarbeiter abholt und in wertvolle ERP- und IT-Experten verwandelte“, wie Meiringer berichtet: „Wenn wir junge Mitarbeiter nach dem Schulabschluss rekrutieren, durchlaufen sie zuerst ein einjähriges Training zum ERP-Spezialisten. Dabei verbringen sie das erste Halbjahr direkt bei einem Softwarehersteller, dessen ERP-Produkte wir vertreiben und betreuen. Schon nach einem halben Jahr haben wir dadurch wirklich Leute, die das Produkt verstehen. Das zweite Halbjahr arbeiten sie bei uns im Kunden-Support und lernen, wie die Kunden ticken.“

Berufserfahrung und Hochschule kombinieren

Nach dieser Ausbildung zum ERP-Spezialisten bleiben die Mitarbeiter aber nicht einfach im Kunden-Support. Neben ihrer Tätigkeit können sie, wenn sie möchten, ein berufsbegleitendes Bachelor-Studium absolvieren. B.I.T. Soft arbeitet dabei mit der Fernhochschule AKAD University zusammen. Diese sitzt zwar in Stuttgart, doch da es deutschlandweit 33 Prüfungszentren und davon zwei in Hannover und Gütersloh gibt, fallen für die Bückeburger trotzdem keine langen Reisezeiten an.

Obwohl die Firma für das Studium an der Privathochschule mehr als 100000 Euro Studiengebühren pro Mitarbeiter ausgibt, ermutigt sie alle zu diesem Schritt. „Wir hatten schon Bewerber, die nach dem Abitur eigentlich ‚erst einmal nur eine Ausbildung‘ machen wollten“, erzählt Meiringer. „Als wir ihnen dann aber diese Option aufgezeigt haben, bei der sie arbeiten, Geld verdienen und trotzdem nebenbei ihren Studienabschluss machen können, waren die meisten gleich Feuer und Flamme.“ Gerade für junge Leute und Studienabbrecher sei es motivierend zu sehen, dass das Unternehmen an ihre Fähigkeiten glaube.

Von Vorteil sei dieses Bildungsarrangement für alle Beteiligten: Die Firma beweise, dass sie in ihre Mitarbeiter investiere, und bekomme dafür hervorragend qualifiziertes Personal. Die Mitarbeiter wiederum verlören keine Zeit und sammelten schon früher Berufserfahrung als normale Vollzeitstudenten. „Gleichzeitig erwarten wir aber, dass sie auch in der Freizeit fleißig sind und sich ausreichend Zeit zum Lernen nehmen. Diese unterschiedlichen Aufgaben zu jonglieren, ist auch eine Herausforderung. Das muss sich jeder vorab klar machen“, so Meiringer.

Eine besondere Art von dualem Studium

Seit Sommer 2011 bietet der IT-Dienstleister diese spezielle Art von „dualem Studium“ an: erst die Ausbildung zum ERP-Spezialisten, dann das Bachelor-Studium parallel zum Beruf. Auf Ausbildungsmessen, bei der Personalakquise über die Arbeitsagentur und auf der eigenen Website nutzt das Unternehmen seitdem jede Möglichkeit, diese für einen kleinen Mittelständler besondere Kombi-Ausbildung aus praktischem und akademischem Know-how vorzustellen.

Mit dem Effekt zeigt sich der Geschäftsführer sehr zufrieden: Sieben neue Kollegen habe der kleine Betrieb durch das Programm gewinnen können. Und ebenso wichtig sei es, dass sich die Mitarbeiter nun noch mehr mit ihrem Arbeitgeber identifizieren. Die Angestellten seien stolzer auf ihren Job und auf das, was sie selbst leisten – nämlich praktische Berufserfahrung und theoretische Hochschulausbildung parallel zu meistern. „Und stolz können sie darauf auch wirklich sein“, findet Meiringer. r

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