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Quartier für alle Generationen

Nachnutzung des Krankenhaus-Areals Quartier für alle Generationen

Was wird aus dem Bückeburger Krankenhaus-Areal nach dem Klinik-Umzug an den Neubaustandort Vehlen? Seit Monaten wird hinter den Kulissen an einem Nachnutzungskonzept für die rund 10.000 Quadratmeter große Immobilie gearbeitet. Inzwischen haben die Pläne konkrete Züge angenommen.

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Das Bückeburger Krankenhaus soll im nächsten Jahr abgerissen werden.

Quelle: tbh

Bückeburg.  Danach sollen dort ein Pflegeheim mit etwa 100 Plätzen und Wohnungen für bis zu 50 Familien entstehen.

Seit 155 Jahren betreibt die Bückeburger Stiftung Bethel das gleichnamige Krankenhaus in der Residenzstadt – und auch nach dessen Eingliederung in das neue Gesamtklinikum solle die Stiftung weiterexistieren, betont ihr Vorstandsvorsitzender Jürgen Johannesdotter. Und dies nicht nur auf Grundlage einer Beteiligung am neuen Klinikum, sondern auch durch ein Engagement in Bückeburg selbst.
Das Vorhaben sieht zunächst den Abriss des bisherigen Krankenhauskomplexes an der Herminenstraße vor. An dieser Stelle soll das 100-Betten-Pflegeheim errichtet werden, wobei die Stiftung selbst weder als Investorin noch als Betreiberin auftreten möchte, wie Johannesdotter versichert. „Wir können uns jedoch eine Rolle als Minderheitsgesellschafter vorstellen“, verrät der frühere Landesbischof.

Zwei Unternehmen haben nach seinen Angaben bereits Interesse an einem Einstieg als Betreiber signalisiert. Darunter auch Agaplesion, jene gemeinnützige Aktiengesellschaft, die schon Partner beim Klinikum-Engagement ist.

Zwischen Pflegeheim und Fürst-Ernst-Straße könnte dann eine sogenannte verdichtete Wohnbebauung entstehen – vier bis fünf Komplexe mit insgesamt bis zu 50 Wohneinheiten. Zielgruppe sind vor allem junge Familien.

Für die Beratung, Projektentwicklung und spätere Vermarktung hat sich die Stiftung die Volksbank in Schaumburg ins Boot geholt. Sie hat bereits den Verkauf von zwei Villen auf dem Bethel-Areal abgewickelt, weitere zwei Veräußerungen stehen kurz bevor. In den vergangenen Jahren hatte die Stiftung bei sich bietenden Gelegenheiten Nachbargrundstücke hinzugekauft – damals mit dem Gedanken, sich mit Vorratsflächen für eine mögliche Krankenhaus-Erweiterung zu wappnen.

Bei der Entwicklung des Nachnutzungskonzepts arbeite man eng und vertrauensvoll mit der Stadt zusammen, betonen Johannesdotter und Volksbank-Chef Joachim Schorling. Einige Entwürfe lägen derzeit zur Abstimmung im Rathaus. Gleich nach der Sommerpause – so der Fahrplan – sollen sie zur politischen Beratung in die Gremien gehen.

Bislang handelt es sich bei dem Areal um ein „Sondergebiet Krankenhaus“. Um daraus ein Wohnquartier zu machen, muss zunächst der Rat die planungsrechtlichen Voraussetzungen schaffen.
Bürgermeister Reiner Brombach begrüßt das Engagement der Stiftung ausdrücklich. Die zentrumsnahen Flächen böten sich als hochwertiges Wohngebiet an, was Mehrfamilienhäuser nicht ausschließe. „Wir sind nach allen Seiten offen“, so Brombach gegenüber den Schaumburger Nachrichten.

Für die Kirche ist die schnelle Nachnutzung der Krankenhaus-Immobilie nicht zuletzt auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten eine drängende Aufgabe. Hintergrund ist der Konsortialvertrag aus dem Jahr 2007, der Grundlage für den Vehlener Klinik-Neubau ist. Er verlangt den Partnern nicht unerhebliche finanzielle Leistungen ab. So muss auch die Stiftung Bethel, deren Gesellschafteranteil am neuen Großklinikum 30 Prozent beträgt, Darlehensverpflichtungen bedienen.  „Der jetzige Schritt ist deshalb nur folgerichtig“, stellt Dr. Karl-Hinrich Mankze fest. Als amtierender Bischof der Landeskirche Schaumburg-Lippe führt er satzungsgemäß die Rechtsaufsicht über die Stiftung. Er sei der Stadt deshalb dankbar, dass sie „die Pläne unterstützt und der Stiftung sehr entgegenkommt“.

Läuft alles planmäßig, könnte der Abriss des heutigen Krankenhaus-Komplexes im April 2017 starten. Spätestens dann soll nämlich der Umzug nach Vehlen komplett abgeschlossen sein. mf

 

Krankenhäuser: Endgültiger Auszug bis Ende März 2017

Zum jetzigen Zeitpunkt sieht alles noch nach einem planmäßigen Umzug ins neue Gesamtklinikum aus: Zwischen Weihnachten und Neujahr sollen die Patienten aus den Standorten Bückeburg und Stadthagen praktisch zeitgleich in den Neubau nach Vehlen verlegt werden, nachdem zuvor in einem ersten Schritt Rinteln übergangsweise in die Kreisstadt umzieht, wie Klinik-Chef Dr. Achim Rogge erläutert. Dritte und letzte Etappe bilde dann der sogenannte Nachumzug: Hier gehe es darum, verbliebene Gerätschaften, wie etwa Röntgengeräte und Archive, aus Stadthagen und Bückeburg nach Vehlen zu schaffen und die Altstandorte komplett zu räumen. Dies solle mit Ablauf des ersten Quartals 2017 abgeschlossen sein.

„Logistisch ist das alles sehr aufwendig und eine große Herausforderung für uns “, sagt Rogge. Vieles lasse sich derzeit noch nicht absehen. Ob die Verlegung zwischen den Feiertagen und damit die Inbetriebnahme des neuen Standortes termingerecht über die Bühne gehen können, wisse man mit Sicherheit erst Anfang September. Ein nicht zu beeinflussendes Restrisiko berge dabei immer die Wassereinspeisung, weil hiervon eine Verkeimungsgefahr ausgehe.

Rogge räumt ein, dass es Probleme mit einigen am Bau beteiligten Firmen gegeben habe. Man habe deshalb jetzt einige Maßnahmen beschleunigt, um verlorene Zeit wieder aufzuholen. „Stand heute gehen wir davon aus, dass alles so klappt, wie wir es uns vorstellen.“ mf

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