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Minchen-Open-Air Quicklebendig

Trotz Dauerregen und Gewitter: Das traditionelle „Minchen-Open-Air“ ist gut besucht gewesen. Jeweils 400 Zuhörer ließen sich von den Bands „Bushfire“ und „Sanity Law“ gerne bei Laune halten.

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Drehen auf der Bühne mächtig auf: René Noçon (Mitte) und „Bushfire“.

Quelle: mig

BÜCKEBURG. Minchen-Wirt Fabian Hahn konnte am Abend nur mit dem Kopf schütteln. „Dass es ausgerechnet heute regnen muss.“ Mit dem Publikum war Hahn trotzdem zufrieden: „Toll, dass trotz des Wetters so viele hierhergekommen sind.“

Bestes Open-Air-Wetter sieht tatsächlich anders aus. Wenigstens ein bisschen Sonne oder zumindest kein Regen – das wäre schön gewesen. Dass an beiden Abenden rund 400 Zuhörer gekommen waren, beweist einmal mehr: Bückeburger sind aus einem harten Holz geschnitzt. Klagen gab es nur ganz selten, die meisten drängten sich einfach unter die Sonnenschirme oder mummelten sich in die mitgebrachte Regenjacke. Es gibt kein schlechtes Wetter – nur falsche Kleidung: So lautete das – inoffizielle – Motto der Veranstaltung. Der kleinen Elisabeth (13) machte der Regen ohnehin nichts aus: Sie tanzte als eine von wenigen im ungeschützten Bereich direkt vor der Bühne. „Macht doch Spaß“, sagte sie. „Ich mag Regen.“

Drei Feiern vereint

Recht hat sie: Man kann schließlich auch bei schlechtem Wetter feiern. Und gefeiert wurde viel an diesem Wochenende. Einmal natürlich der 44. Minchen-Geburtstag und das 20-jährige „Dienstjubiläum“ von Fabian Hahn als Geschäftsführer. Zum anderen aber auch der 20. Geburtstag der Band „Bushfire“, die im Jahr 1997 im Minchen ihr erstes Konzert gegeben haben. Zahlreiche Fans und Weggefährten ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen, die alte Formation (mit René Noçon als Sänger, Olli Schröder an der Gitarre, Martin „Wunz“ Homeier am Bass und Matthias Tempel an den Drums) live auf der Bühne zu erleben. „Bei einigen sind die Haare kürzer geworden, bei anderen länger, aber wir machen immer noch Musik“, fasste Noçon die vergangenen zwei Dekaden zusammen. Bückeburg sei seine „Hometown“, dort habe alles begonnen, meinte der Sänger später.

Tatsächlich war schon früh zu sehen, in welche Fußstapfen der kleine René treten würde. Spielte er als Achtjähriger noch Klavier, wechselte er mit 14 zum Keyboard und in die Schülerband „Binom“. Nach den „Simon Faints“ und einem Album bei „Contrapunkt“ (Frank Suchland) geht Noçon zu „Bushfire“ und spielt im Sommer 1997 beim „Umsonst & Draußen-Festival“ in Rusbend. Ein magischer Auftritt, der der einzige bleiben sollte. Im Frühjahr 2014 meldet sich Noçon bei „The Voice of Germany“ an. Der Rest ist Geschichte.

Gänsehaut-Moment inklusive

Was die Jury bei „The Voice“ begeistert hat – all das war auch bei seinem Auftritt am Wochenende zu erleben. Stefanie Kloß von „Silbermond“ hatte es nach einem Liedvortrag so ausgedrückt: „Das hat mich echt getroffen.“ Und Samu Haber von „Sunrise Avenue“ war ebenfalls schwer beeindruckt gewesen: „Du bist diese Dude mit diese süße Voice“ so sein – unsterblicher – Kommentar. Um es gleich vorwegzunehmen: Noçon kann es immer noch: Frauen den Kopf verdrehen, Männer für sich einnehmen. Seine Röhre ist einfach unbeschreiblich – mal gefühlvoll, dann wieder laut und dreckig. Wenn er „Tainted Love“ von „Soft Cell“ singt, könnte man glauben, er habe all das selbst erlebt. Ein Gänsehaut-Moment.

Überhaupt: „Bushfire“, unglaublich, wie die spielen. Wie lange ist seit ihrem letzten Auftritt vergangen? So lange kann der doch nicht her sein, oder? Alle Einsätze stimmen – die Jungs müssen sich nur anschauen – und schon passt alles. Von wegen „alt und grau“, wie Noçon scherzhaft anmerkt – diese Band ist an ihrem 20. Geburtstag quicklebendig. Mit einem Olli Schröder, der schon bei „Skyliner“ ein Gitarrengott war und einem Martin „Wutz“ Homeier, der auf den Bass eindrischt, dass es eine Freude ist. Gar nicht zu reden von Matthias Tempel, der immer wieder kleine Soli hinlegt.

Lügen ohne rot zu werden

Man merkt jedenfalls schnell: Diese Jungs mucken einfach gerne zusammen. „Toll, dass wir heute Abend unseren Geburtstag mit euch feiern dürfen“, hatte Noçon dem Publikum zugerufen. Toll, dass wir mit euch feiern durften, hätte die Antwort lauten müssen. Denn so viel Spielfreude wie diese vier an den Tag legen, findet man eher selten.

Nur mit einem ist Noçon nicht zufrieden: dass sich das Publikum unter die Schirme verdrückt hat. „Hier vorne ist noch viel Platz“, lockt er die Zuhörer und flunkert: „Es regnet auch gar nicht mehr.“

Zum Schluss erklingen einige alte Bekannte: „Losing my Religion“ (R.E.M.) und „No woman, no cry“ (Bob Marley). Und alle, alle singen mit.

Noch ein Wort zum zweiten Abend, der musikalisch von der Band „Sanity Law“ begleitet wird. Dabei waren vor allem Klassiker zu hören – Songs von „Judas Priest“ und „AC/DC“ beispielsweise. Bei „Breaking the Law“ oder „Touch too much“ wurden Erinnerungen wach. So war das, als wir jung waren. „Toll, dass ihr hier aushaltet – ihr seid spitze“, lobte der Sänger, als der Himmel alle Schleusen öffnet. Die Gäste waren sich einig: „Nass war es – aber schön!“ mig

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