Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Rapper-Star zu Gast

Tag der offenen Tür an Gesamtschule Rapper-Star zu Gast

Er hat gekokst und auf der Straße gelebt – jetzt macht er Kinder gegen Drogen stark. Während eines Tages der offenen Tür und zum Abschluss der Projektwoche „Express yourself“ hat Martin Rietsch – alias „2schneidig“ – die Patenschaft für die Integrierte Gesamtschule I (IGS) Immanuel übernommen.

Voriger Artikel
SPD ist gegen Bauvorhaben
Nächster Artikel
„Strafmaßnahmen“ angedroht

Schöne Begrüßung: die Schüler der Immanuel-Schule haben ein Lied eingeübt. 

Quelle: mig

Bückeburg. Was hat dieser Rietsch in seinem Leben schon alles erlebt: Er wohnte bei diversen Pflegefamilien und in Kinderheimen, sammelte seit seiner frühen Jugend Erfahrungen mit Alkohol, Drogen und Gerichtsverfahren. Dazu kamen Rassismus und Vorurteile: Rietsch hat als Sohn eines Nigerianers und einer Deutschen beides erfahren müssen. „Ich wurde früher von meinem Fußball-Trainer als Nigger beschimpft und bin später dann auf die schiefe Bahn geraten“, erinnert sich Rietsch. Mit 19 Jahren hatte er schon dreimal versucht, sich das Leben zu nehmen. Dann kam eine ältere Frau und nahm ihn bei sich auf. Ohne Bedingungen, ohne Vorhaltungen. Rietsch rappelte sich auf und fand einen Weg aus Kriminalität und Depression. Seit 2000 ist er als Rapper unterwegs und engagiert sich an Schulen und Jugendeinrichtungen mit Projekten, Musik-Workshops und Seminaren. Thema sind die Sucht- und Gewaltprävention und der Abbau rassistischer Vorurteile.

 Für seine Paten in Bückeburg nahm sich Rietsch viel Zeit. Berichtete aus seinem Leben und sang ein Lied. „Rettungsboot“, begleitet von Davina Herold an der Violine. Warum er die nunmehr dritte Schul-Patenschaft angenommen hat? „Weil es das Wichtigste ist, dass die Jugendlichen Selbstvertrauen kriegen und haben. Dann werden sie bei Drogen nicht schwach“, sagte Rietsch. Sein Ziel sei es, für die Schüler Ansprechpartner und Vorbild zu sein. Und: „Ich merke, wie interessiert die Schüler sind.“ In einer Fragerunde nahm Rietsch zum Flüchtlingsthema Stellung. Es gelte, Herz zu bewahren und keine Vorurteile zu haben, sagt der gebürtige Kieler. „In der jetzigen Zeit macht es Sinn, seine Stimme zu erheben und zu Menschlichkeit aufzurufen.“ Den Schülern empfahl er, Gott in ihr Leben zu lassen. Denn: „Ohne Gott hätte ich das alles nicht geschafft.“

 Und was hat es mit seinem Künstlernamen „2scheidig“ auf sich? Rietsch fängt an zu erzählen: dass das Wort Gottes schärfer sei als ein zweischneidiges Schwert und dass die Botschaft des Glaubens für ihn in seinem Leben lebendig sei. „Die christlichen Werte haben Power“, gibt er den Schülern mit auf den Weg. Dann macht sich Rietsch langsam auf den Weg – er muss noch nach Rom, ein Konzert. Ein letztes Autogramm hier, ein letzter Händedruck da, dann geht’s ab ins Auto Richtung Hannover.

 Wann Rietsch wiederkommt? „Ich werde weiter in Kontakt mit der Schule stehen und sie auch bald wieder besuchen“, verspricht er. Eine Lehrerin hält die Projekttage, die Rietsch in den vergangenen Jahren an der Immanuel-Schule abgehalten hat, für sehr effektiv. „Er ist authentisch und hat allein dadurch, dass er das alles selbst erlebt hat, eine ganz andere Relevanz als ein Lehrer.“ mig

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg