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Bückeburg Stadt Rasante Runden auf der Kirmes
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Rasante Runden auf der Kirmes
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00:17 09.03.2016
Rasant geht es im „Musik-Express“ zu, in dem die Fahrgäste mit einem Affentempo im Kreis fahren. Quelle: wk
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Bückeburg

Für die Betreiber der Fahrgeschäfte, Schießbuden und Süßwarenstände war dies unerfreulich, zumal auch schon der Auftakt am Freitag nicht von frühlingshaftem Wetter begleitet worden war. Dafür aber schaute am Sonntagnachmittag die Sonne zwischen den Wolken hervor und lockte ihrerseits die Leute in die Stadt.

 Doch Schausteller ist man nicht nur dann, wenn es gut läuft, sondern aus einer Lebenseinstellung heraus oder auch in Fortsetzung familiärer Tradition. Und da gilt es bisweilen, sich über die Vorstellungen der eigenen Eltern hinwegzusetzen, die sich für ihre Kinder eigentlich einen anderen Berufsweg vorgestellt haben. So wie im Fall von Shirly Brandt.

 „Meine Eltern wollten unbedingt, dass ich nach der Schule eine Ausbildung mache und einen normalen Beruf ergreife“, erzählt sie. Und zwar einen Beruf, bei dem sie geregelte Arbeitszeiten und ein festes Gehalt hat. Daher hätten ihre Eltern auch großen Wert darauf gelegt, dass sie und ihr Bruder – so wie andere Kinder auch – eine bestimmte Schule besuchen und einen ordentlichen Abschluss machen. Anstatt abhängig davon, in welcher Stadt die Eltern mit deren Verkaufswagen gerade Station machen, mal hier und mal da zur Schule zu gehen, und dadurch möglicherweise nur mit einem miesen Abschlusszeugnis von der Schule zu gehen.

 „Da gab es keine Diskussionen“, betont die 20-Jährige. Und daher hätten ihre Eltern seinerzeit auch die Mühe auf sich genommen, die beiden Kinder tagtäglich mit dem Auto zur Schule hin und zurück zu fahren, egal wo im Umkreis von rund 150 Kilometer um Minden (deren Wohnsitz) herum sie gerade beruflich gastierten.

 Doch wie so oft, wenn Eltern konkrete Pläne mit ihren Sprösslingen haben, kam es anders. Zwar hatte Shirly Brandt die Schulzeit mit einem „richtig guten Realschulabschluss“ beendet und zeitweilig auch eine Berufsausbildung zur Hotelfachfrau ins Auge gefasst. Aber bereits während ihres Schulpraktikums in einem Hotelbetrieb war ihr damals klar geworden, dass sie lieber die Familientradition fortsetzen und Schaustellerin werden möchte. „Man kommt halt viel herum“, erklärt Shirly Brandt, die mittlerweile auch auf eigene Rechnung mit einem Verkaufsstand und einer „Wasserlaufball“-Attraktion auf Jahrmärkten in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich oder Belgien vertreten ist. Außerdem sei der Tagesablauf nicht so genau vorprogrammiert, wenngleich man als Schausteller schon sehr viel arbeiten müsse, um Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen.

 „Das Schausteller-Leben ist einfach besser“, bestätigt Patrick Hanf, der aus dem Kassenhäuschen des in der Langen Straße platzierten „Biene Maja“-Kinderkarussells heraus Fahrchips verkauft. Seine Einschätzung begründet er mit der größeren Abwechslung im Vergleich zu einem regulären Job und dem „ganzen Drumherum“, das man bei einer Kirmes erlebe. Freude bereite es ihm etwa, die Kinder zu sehen, wie sie „mit strahlenden Augen“ und großem Spaß ihre Runden in dem Fahrgeschäft drehen.

 Gleichwohl ist es für den 30-Jährigen ein beruhigendes Gefühl, dass er nach der Schule eine Ausbildung zum Technischen Assistenten für Informatik und – im Anschluss an vier Jahre als Soldat bei der Bundeswehr – auch noch eine mehrjährige Fortbildung zum IT-Administrator absolviert hat. „Die Zeiten werden ja schlechter, und von daher weiß man nicht, was aus der Schaustellerei wird“, sagt er. Zumal die Kirmesbesucher „immer weniger Geld in den Taschen“ hätten und somit weniger Geld als früher auf dem Jahrmarkt ausgeben. wk

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