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Ratten machen sich breit

Abwasserbetrieb gibt Tipps Ratten machen sich breit

Der Rattenbefall in Bückeburg hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Warum, das ist dem zuständigen Abwasserbetrieb nicht ganz klar. Eventuell sei er auf die milden Winter der vergangenen Jahre zurückzuführen, so der Leiter des Abwasserbetriebs, Rainer Klenke.

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Ratten gelten als äußerst scheue Tiere – in Bückeburg nehmen sie überhand.

Quelle: dpa

Bückeburg. Auszuschließen ist aber auch nicht, dass die Bückeburger zu viele Essenreste über die Kanalisation entsorgen. Quasi ein Paradies für Ratten, die überwiegend in der ohnehin durch die Abwasser gewärmten Kanalisation leben und nun noch ihr Futter frei Haus geliefert bekommen. Um den Rattenbefall zu bekämpfen, wird der Abwasserbetrieb eine Aufklärungskampagne starten und Informationsflyer an die Haushalte verteilen.

Strenge Auflagen bei Toxinen

Wie Klenke erklärte, führen die Abwasserbetriebe bereits seit Jahren sogenannte Frühjahrs- und Herbstbelegungen durch. Insbesondere in neuralgischen Gebieten wie etwa in der Altstadt – dort ist der Befall am größten – werden einige Hundert Kontrollschächte mit Anfütter-Ködern bestückt, die nach einiger Zeit kontrolliert werden. Erst wenn Fraßspuren gefunden worden sind, werden Giftköder ausgelegt. Das Tierschutzgesetz verbietet seit einigen Jahren, dass sofort Giftköder platziert werden. Die neueren Toxine sind nur unter strengen Auflagen zugelassen, lediglich Profis dürfen Köder auslegen. Das Problem ist, dass Giftköder auch andere Wildtiere vergiften können, die nicht bekämpft werden sollten – wie zum Beispiel Schleiereulen oder Mäusebussarde.

Da in den vergangenen zwei Jahren immer mehr Köder angefressen wurden, geht der Abwasserbetrieb von einem erhöhten Rattenbesatz in seinen Kanälen aus. Wie viel letztlich dort unter den Bückeburger Bürgern sitzen, lässt sich noch nicht einmal ansatzweise schätzen. Denn zählen lassen sich die schlauen und anpassungsfähigen Tiere nicht.

Mit der Aufklärungskampagne will der Abwasserbetrieb jetzt dafür sorgen, dass sich der Rattenbefall reduziert – und damit auch der Einsatz von Giftködern. „Jeder Bückeburger kann durch kleine Änderungen dazu beitragen, dass der Befall zurückgeht“, so der Leiter des Abwasserbetriebs.

Und er gibt folgende Hinweise:

1) Keine Essensreste in der Toilette oder im Ausguss herunterspülen.

2)  Im Freien sollten Mülltonnen, Müllsäcke und die Biotonne verschlossen werden und nicht mit Essensresten überquellen. Der Müll für die Abfuhr sollte erst kurz vor der Abholung herausgestellt werden, wenn es möglich ist.

3) Essenreste, insbesondere Fleisch und Knochen , haben auf dem Komposthaufen nichts zu suchen, sondern nur in geschlossenen Kompostbehältern.

4) Essenreste dürfen nicht in die freie Natur geworfen werden.

5) Auch Tierfutter lockt Ratten an. Vogelfutter sollte daher nur in solchen Behältnissen und so schwer erreichbar aufgehängt werden, dass sie von Vögeln zwar angeflogen werden können, aber Ratten sich nicht hineinhangeln können. Auch die Tauben- und Entenfütterung sollte unterlassen werden.

6) Ratten keinen Einlass gewähren: Stellen, durch die Ratten, aber auch Hausmäuse ins Gebäude gelangen können, müssen abgedichtet werden, ebenso Türspalten, Ritzen und Fugen.

7) Für Ordnung und Sauberkeit auf den Grundstücken sorgen. Herumliegendes Gerümpel, Abfall oder Brennholz sind Möglichkeiten für die Tiere, sich ein Zuhause oder eine Rückzugsmöglichkeit zu bauen und sich sicher zu fühlen.

8) Experten raten auf jeden Fall dazu, Ratten zu bekämpfen , da sie gefährliche Viren, Bakterien oder Parasiten übertragen können. Ratten können auch Salmonellen verbreiten. Die Tiere verunreinigen außerdem Nahrungsmittel und nagen an Holz, Kunststoffen sowie Baumaterial zur Gebäudeisolierung.

Ratten gelten als intelligente und scheue Tiere, was ihre Bekämpfung nicht einfach macht. Eine Erfahrung: Frisst eine Ratte einen Giftköder und verendet daran, schreckt das andere Ratten ab. Sie fressen den Köder nicht mehr. Neuartige Gifte funktionieren deshalb anders: Ratten, die davon gefressen haben, sterben erst einige Tage später, sodass andere Ratten keinen Verdacht schöpfen.

In der jüngsten Sitzung des Betriebsausschusses des Abwasserbetriebes hatte Ratsherr Michael Pohl (CDU) eine weitere Erklärung für den steigenden Rattenbefall. Nach seinen Angaben unterstützt die Stadt seit rund eineinhalb Jahren Hauseigentümer nicht mehr, wenn sie Rattenbefall feststellen und bei der Stadt melden. Nach Anrufen sei sonst immer jemand herausgekommen, dies geschehe nun nicht mehr. Ob dem so ist, soll nun geprüft werden.

Der Leiter des Abwasserbetriebes bittet jedenfalls weiterhin darum, Rattenbefall zu melden: Telefon (05722) 2060.  rc

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