Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Rechtzeitig den Führerschein abgeben

Senioren im Straßenverkehr Rechtzeitig den Führerschein abgeben

17 Jahre ist er Fahrlehrer gewesen, eine Zeit lang Kontaktbeamter bei der Polizei: Ferdinand Vyskocil weiß, wie Auto-Deutschland tickt. Auf Einladung der Senioren-Union Bückeburg informierte der Experte über ein Programm für „erfahrene Verkehrsteilnehmer“.

Voriger Artikel
Stehende Ovationen
Nächster Artikel
Toiletten brauchen neuen Anstrich

Ferdinand Vyskocil zeigt, wie man’s am Zebrastreifen nicht machen sollte: Einfach drauflosrennen und denken, dass sich die anderen schon nach mir richten werden.

Quelle: mig

Bückeburg. „Senioren“ – dieses Wort hören Senioren gar nicht gerne. Das weiß auch Vyskocil, weshalb er für die Kreisverkehrswacht ein „Programm für erfahrene Verkehrsteilnehmer“ anbietet. Dabei können ältere Verkehrsteilnehmer auf einem abgesperrten Gelände üben, wie sie auf Extremsituationen reagieren. Auf dem Lehrplan stehen Vollbremsung, Zielbremsung oder rückwärts einparken. „Wichtig ist, dass sie lernen, Situationen richtig einzuschätzen“, sagt der Experte. Wobei das längst nicht alles ist, was Vyskocil als Moderator der Kreisverkehrswacht macht. Er arbeitet mit Kindern und Grundschülern oder zeigt zehnten Klassen, dass das Motto „Höher, schneller, weiter!“ im Verkehr gefährlich werden kann.

Bei der Senioren-Union ist Vyskocil aus mehreren Gründen. Einmal, um über Neuerungen im Straßenverkehr zu berichten. Und dann, um den „erfahrenen Verkehrsteilnehmern“ ein paar Hausaufgaben mit auf den Weg zu geben. Bei vielen ist die Führerscheinprüfung schon ein paar Jährchen her, und nicht jeder hält sich auf dem neuesten Stand. Mindestens ebenso wichtig sind die körperliche Tauglichkeit, ein gutes Auge und ein gutes Gehör.

30 Prozent stellen Außenspiegel falsch ein

Aus 35 Metern sollte man „mit Leichtigkeit“ ein Kfz-Schild erkennen können, meint Vyskocil. Und wer sich nicht mehr gut umdrehen kann, der sollte zumindest seinen rechten Außenspiegel entsprechend einrichten. „30 Prozent der Leute, die bei mir waren, hatten ihren rechten Außenspiegel falsch eingestellt“, erzählt Vyskocil kopfschüttelnd.

Am Beispiel des Zebrastreifens erläutert Vyskocil, wer sich im Straßenverkehr besonders in Acht nehmen muss: der Autofahrer. „Bei uns ist die Straßenverkehrsordnung vom Schwächsten (Behinderte, Kinder) zum Stärksten (Autos) gestaffelt“, gibt Vyskocil zu bedenken. Das heißt konkret: „Wenn es einen Unfall mit Radfahrern oder Fußgängern gibt, dann ist der Autofahrer immer der Gelackmeierte.“ Und: „Bei einem Unfall gibt es für keinen etwas zu gewinnen. Das sollte man immer bedenken, wenn man auf seinem Recht beharren will.“ Was im Umkehrschluss aber nicht heißen soll, dass man anderen die Vorfahrt „schenken“ sollte. Das verursache ein einziges Chaos. Das gehe oft gut, aber eben nicht immer.

Familiendramen um den Führerschein

Vyskocil warb auch dafür, rechtzeitig „den Lappen“ abzugeben, wenn es nötig sei. Er verstehe sehr gut, „dass es hier um ein Stück Freiheit geht, aber wenn erst die Kinder kommen müssen, um darüber zu sprechen – das führt zu Familiendramen“. Die Zahlen, die Vyskocil dann nannte, schienen ihm recht zu geben. Ältere Menschen würden überproportional oft in schwere Unfälle verwickelt, rechnete Vyskocil vor. „Und das Risiko, bei einem Unfall zu sterben, ist dreimal höher als bei jüngeren Fahrern.“ Ein Verkehrspsychologe habe es einmal so ausgedrückt: „Ältere Fahrer fahren besser, als viele Verkehrsteilnehmer befürchten, aber nicht so vorbildlich, wie sie selbst glauben.“ Der aktuelle Verkehrsgerichtstag habe zwar nichts in dieser Richtung beschlossen, er erwarte aber, dass nach dem nächsten oder übernächsten Verkehrstag ein Seh- und Hörtest für langjährige Führerscheininhaber eingeführt werde.

Für problematisch hält der Experte Radwege, die mal mit der Straße zusammengeführt werden und dann wieder nicht. Der Autofahrer verliere den Radfahrer aus dem Fokus, wenn er seinen eigenen Weg habe. Wenn der Radfahrer dann die Straße quere, komme es zu Problemen. Die unlängst verpflichtend eingeführte Rettungsgasse auf der Autobahn erläuterte Vyskocil so: „Links fährt nach äußerst links und rechts nach rechts.“ Das wisse längst nicht jeder. mig

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Online suchen, Angebot finden, einkaufen gehen: Das steckt in Kurzform hinter „Kauf hier – lokal & digital“. Eine Auswahl aktueller und preislich besonders attraktiver Produkte finden Interessierte stets auf unserer Homepage... mehr

Schaumburg