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Rechtzeitig den richtigen Geistesblitz

Bückeburg / Mathe-Genie Rechtzeitig den richtigen Geistesblitz

Noch zwei Wochen, dann beginnt mit dem Ende der Sommerferien für viele junge Leute wieder der schulische Lernstress. Eines der Unterrichtsfächer, an denen sich traditionell die Geister scheiden und das mitunter regelrecht gehasst wird, ist Mathematik. Christian Bernert aus Luhden hat mit dieser Materie indes kein Problem. Ganz im Gegenteil: Als einer von sechs deutschen Schülern hatte der 16-Jährige in diesem Sommer an der „Internationalen Mathematik-Olympiade (IMO)“ in Südafrika teilgenommen. Insgesamt 560 Schüler und Mannschaften aus 101 Ländern an der Zahl – und der Gymnasiast des Bückeburger Adolfinums gehörte zu denjenigen, die dort eine Silbermedaille ergattert haben.

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An die Schultafel hat Christian Bernert eine mathematische Gleichung geschrieben, zu der er bei der Internationalen Mathematik Olympiade in Südafrika bewiesen hat, dass es „genau eine ganze Zahl n größer gleich 1“ gibt, jedenfalls unter gewissen Voraussetzungen. wk

Bückeburg. . An zwei Tagen des einwöchigen IMO-Aufenthaltes in Kapstadt hatten äußerst knifflige Mathe-Klausuren auf dem Programm gestanden. Pro Prüfungstag hatten die Wettbewerbsteilnehmer viereinhalb Stunden Zeit, drei Aufgaben zu lösen: „Viele der Teilnehmer haben nur eine oder gar keine Lösung herausbekommen“, erzählt Christian Bernert. Unterm Strich hatte er drei Prüfungsaufgaben ganz und eine vierte Aufgabe so weit gemeistert, dass er dafür von der Jury zumindest zwei von sieben möglichen Punkten zuerkannt bekam. Eine Stunde hatte er etwa dafür benötigt, um die Lösung der folgenden Mathe-Aufgabe herauszubekommen:

„Es sei n größer gleich 2 eine ganze Zahl. Gegeben sei ein n mal n Schachbrett, bestehend aus n hoch zwei Einheitsquadraten. Eine Konfiguration von n Türmen auf diesem Brett heiße friedlich, falls jede Zeile und jede Spalte genau einen Turm enthält. Man bestimme die größte positive ganze Zahl k, sodass man für jede friedliche Konfiguration von n Türmen ein k mal k Quadrat ohne einen Turm auf einem seiner k hoch zwei Einheitsquadrate finden kann.“

Um solche Aufgaben zu lösen, hilft einem der Mathematikunterricht in der Schule allein nicht weiter, denn dort lerne man nur „Instrumente, die man in den Klausuren anwenden muss“, erklärt Christian Bernert. Vielmehr müsse man „auch zur passenden Zeit den richtigen Geistesblitz haben“, was aber auch ein Stück weit von der Tagesform abhängig sei. Als kleine Anekdote schiebt der sympathische Gymnasiast noch nach, dass er die sechs Prüfungsaufgaben der diesjährigen Olympiade nach seiner Rückkehr einem mit seinen Eltern befreundeten Mathematik-Professor aus den USA vorgelegt habe, der hier aber trotz universitären Fachwissens habe kapitulieren müssen.

Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass Christian Bernert bereits in der achten und neunten Jahrgangsstufe am Adolfinum statt des regulären Mathematikunterrichtes den eines Leistungskurses der gymnasialen Oberstufe besucht hat. Spaßeshalber hatte er damals zudem die Abiturklausuren mitgeschrieben und eine glatte Eins eingefahren. Deren Anerkennung auf sein eigenes Abitur sei ihm allerdings vom Kultusministerium mit dem Argument verwehrt worden, dass er durch einen im Vorfeld abgelegten Prüfungsteil insofern Vorteile gegenüber anderen Abiturienten seines Jahrganges haben könnte, als dass er später nur noch für drei statt für vier Fächer lernen müsse, verrät der angehende Zwölftklässler. Nach dem Abitur will er Mathematik studieren, eventuell im Nebenfach Informatik. wk

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