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Referentin redet Klartext: Wohin mit Oma?

Bückeburg / Vortrag Referentin redet Klartext: Wohin mit Oma?

Einen Vortragsabend mit dem Satz „Ich bin mir ganz sicher, dass kein Mensch mit dem Thema etwas zu tun haben will“ zu beginnen, darf fraglos als durchaus mutig bezeichnet werden.

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Das Publikum im Bückeburger Rathaussaal verfolgt die Ausführungen der Referentin mit großer Aufmerksamkeit.

Quelle: bus

Bückeburg. Wenn dann in den folgenden zwei Stunden unterdessen niemand den gut gefüllten Saal verlässt, kann der Einstieg so schlecht nicht gewesen sein. „Sie wollen, ganz genau wie ich, bis zum Schluss Ihre eigenen Sachen regeln und dann irgendwann abends ins Bett gehen und am nächsten Morgen nicht mehr aufwachen“, lautete der zweite Satz von Monika Dittmer, der das bis zum Schluss der Veranstaltung nicht nachlassende Interesse des Publikums weckte. Ihr dritter Satz holte das Auditorium allerdings auf den Boden der Tatsachen zurück: „Aber Sie wissen alle längst, dass nicht jeder von uns dieses Glück haben wird.“

Dittmer referierte auf Einladung der Volksbank in Schaumburg im großen Saal des Bückeburger Rathauses zum Themenkreis „Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung“. Aber „nicht so akademisch und nicht so juristisch wie gewöhnlich“, verdeutlichte die Referentin gleich zu Beginn ihrer Ausführungen, was wesentlich zur ungebrochenen Aufmerksamkeit der Besucher beitrug. Statt der detailintensiven Causa mit verklausulierten Formulierungen auf die Schliche zu kommen, wählte die Juristin häufig beispielhafte und nachvollziehbare Geschichten und redete Klartext: „Wohin mit Oma?“

 In Bezug auf Ehepaare weise die Statistik aus, dass nur rund 14 Prozent im Alter keinen Beistand benötigten. „86 Prozent brauchen also in irgendeiner Form Hilfe“, legte die Expertin dar. „Insofern handelt es sich demnach um ein Thema, das uns doch alle beschäftigen sollte.“ Um für den Fall der Fälle gerüstet zu sein, sei es sinnvoll, in gesunden Zeiten und möglichst früh vorzusorgen, resümierte die frühere Justizinspektorin. „Diese Regelungen dürfen nicht auf die lange Bank geschoben werden.“ Wenn es im Kopf anfange zu bröckeln, sei es sowieso zu spät.

Dittmers Klartext sparte Behörden und Juristenkollegen nicht aus. Mit Blick auf eine bundesministeriell veröffentlichte 47-seitige Broschüre zur Patientenverfügung lautete ihre Empfehlung: „Die gucken Sie sich am besten gar nicht erst an.“ Hinsichtlich der weitverbreiteten Ansicht, eine Vollmacht bedürfe in jedem Fall die Bestätigung durch einen Notar, geriet ihr Kommentar noch um einiges kürzer (und deutlicher): „Blödsinn.“

 Von vielen Volksbank-Gästen als überaus vorteilhaft betrachtet wurde der Umstand, dass die Referentin nicht im Allgemeinen verharrte, sondern ihnen ganz konkrete Hilfen an die Hand und mit auf den Heimweg gab. Das Geldinstitut hatte für alle Teilnehmer eine Unterlagenmappe zusammengestellt. Darin fanden sich sowohl etliche themenbezügliche Zeitungsartikel als auch Vordrucke der Bundesnotarkammer und rechtwirksame Formulare zur Ausfertigung von Vorsorgevollmachten sowie von Betreuungs- und Patientenverfügungen.

 Bleibt anzumerken, dass die Expertin auch die eingangs gestellte Frage „wohin mit Oma?“ auf die ihr eigene nonchalante Art ins rechte Licht rückte. Die Frage beinhalte keineswegs eine unterschwellige Diskriminierung des weiblichen Geschlechts. Dittmer: „Opa ist in den meisten Fällen schon vorausgegangen.“bus Termin:

 Monika Dittmer spricht am Donnerstag, 7. November, noch einmal zum selben Thema im Rintelner Brückentorsaal. Beginn ist um 19 Uhr. Anmeldungen bitte an die Geschäftsstellen der Volksbank in Schaumburg. bus

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