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Reformationssinfonie als Glanzstück

Bückeburg / Konzert Reformationssinfonie als Glanzstück

Einen hochkarätigen Konzertabend haben die Besucher des Bückeburger Rathaussaals am vergangenen Sonnabend erleben können.

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Siegfried Westphal dirigiert das Sinfonieorchester.

Quelle: jp

Von Johannes Pietsch

Bückeburg. Das Sinfonieorchester der „Schaumburger Landschaft“ legte mit der Darbietung dreier Kompositionen von Engelbert Humperdinck, Carl Reinecke und Felix Mendelssohn Bartholdy ein klangvolles Zeugnis seines musikalischen Könnens ab. Dirigiert wurde das im Jahr 1993 von Katharina Rundfeldt gegründet und bis heute aus Laienmusikern, fortgeschrittenen Musikschülern und Berufsmusikern bestehende Orchester von seinem langjährigen Leiter Siegfried Westphal.

 Die Begeisterung am sinfonischen Zusammenspiel war dem Ensemble schon bei den ersten Takten von Engelbert Humperdincks Vorspiel zu „Hänsel und Gretel“ anzumerken. Dieses Vorspiel nimmt einige der bekanntesten und einprägsamen Melodien von Humperdincks berühmter Oper vorweg, beginnend mit dem Abendsegen, den Hörner und Fagott in weihevollem Ton anstimmen. Dabei begnügt sich der Komponist nicht nur mit einer Aneinanderreihung der populären Melodienbögen, sondern präsentiert sie in kunstvoller sinfonischer Verflechtung, wobei das Melodiemotiv des Abendsegens stets die Grundlage bildet.

 Das Konzert für Flöte und Orchester in D-Dur op. 283 von Carl Reinecke dürfte zu den am häufigsten aufgeführten Spätwerken des 1824 geborenen und 1910 gestorbenen Leipziger Gewandhauskapellmeisters gehören. Im Jahr 1908 komponiert blickte der damals bereits 84-jährige Reinecke darin musikalisch auf die orchestrale „Es war einmal“-Stimmung der deutschen Romantik zurück. Das üppige, melodienreiche und von Sentimentalität und Virtuosität geprägte Werk ist von spätromantisch ausgreifender Art, wobei es dem Solisten sowohl tonlich als auch spieltechnisch großzügige Entfaltungsmöglichkeiten bietet. In dieser Rolle brillierte dabei Flötist Arndt Jubal, Leiter des Torhaus-Ensembles und Direktor der Musikschule Bad Pyrmont.

 Den Höhepunkt des Konzertes bildete dann Felix Mendelssohn-Bartholdys Sinfonie Nr. 5 op. 107, die sogenannte „Reformationssinfonie“, die der zum Protestantismus konvertierte, zu diesem Zeitpunkt gerade erst 20-jährige Mendelssohn im Jahr 1830 zum 300-jährigen Bestehen der „Confessio Augustana“ komponierte und die – obwohl beileibe keine reine Kirchenmusik – voller religiöser und sakral wirkender Musikelemente steckt, angefangen von der liturgischen Formel des „Dresdener Amens“ im ersten Satz, die Richard Wagner später dann für sein Gralsmotiv im „Parsifal“ übernahm, bis hin zum Choral „Eine feste Burg ist unser Gott“ im letzten Satz.

 Mit lang anhaltendem Applaus honorierte es das Publikum dem Sinfonieorchester, an nur vier Wochenenden diese drei Kompositionen einstudiert zu haben.

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